Rovereto

Es regnet und die Wolken hängen tief über Riva del Garda. Heute ist wohl erst einmal nichts mit Mountainbiken und Motorradfahren. Unser erster Stopp ist heute Rovereto. Ein Ort, den man normalerweise mit der Abfahrt zum nördlichen Gardasee verbindet. Man sollte aber mal in den Ort fahren. Es gibt teilweise sehr schöne Bürgerhäuser und unser Ziel war MART, ein interessanter Museumsneubau. Die moderne Glasarchitektur von Mario Botta passt gut zum Palazzo aus dem 17. Jahrhundert. Neben den „Räumen der Kunst“ gibt es immer Wechelausstellungen. Zur Zeit zum ersten Weltkrieg nach dem Brecht Zitat: „Der letzte Krieg war nicht der letzte“.

Danach ging es Trento, denn es musste noch der Punkt „Furla“ erledigt werden. Ich verrate nur so viel, wir waren erfolgreich. Für Kunstbeflissene empfehle ich noch den Dom. In Sterzing haben wir noch ein paar italienische Lebensmittel gekauft und haben in Seefeld in Tirol, bei Camp Alpin übernachtet. Ein sehr schöner Platz mit überaus netten und zugewandten Wirtsleuten, die aus Holland eingewandert sind. Sehr empfehlenswert.

Franciacorta -> Gardasee

Am Morgen sind wir bei bestem Wetter zur Cantina di Franciacorta aufgebrochen, um uns mit einem kleinen Vorrat an Spumante, einem nach traditioneller Art handgerüttelten Schaumwein, der angeblich in der Qualität dem Champagner in nichts nachsteht, einzudecken. Das Weinanbaugebiet ist geschützt (www.franciacorta.net) und wir sind gespannt, wie unsere Produkte von Ca del Bosco und Bellavista ankommen. Unsere überaus nette Campinghost hatte uns ein paar bevorzugte Weingüter aufgeschrieben.

Anschließend haben wir uns auf dem Weg nach Bardolino gemacht, um in der Cantina Sociale in Affi noch ein paar Flaschen „Bardolino Superiore“ zu erstehen. Wir hatten uns erst verfahren, was aber den positiven Nebeneffekt hatte, dass wir in der Trattoria C´A Orsa vozüglich zu Mittag gegessen haben. Der Koch hatte uns seine kleine Karte erklärt und es war wirklich lecker.

Über die Ostseite des Gardasees ging es dann weiter bis nach Riva del Garda. Und dort stehen wir auf einem schönen und großzügigen Campingplatz bei inzwischen ganz schön starkem Wind. Mal sehen, wie das Wetter morgen ist.

 

Lago d´ Iseo

Heute ist ein Ferien-Ausruhtag. Wir sind auf dem Campingplatz Quai in Iseo am Lago d´Iseo. Kleiner Platz, schön am See gelegen, sehr nette Wirtsleute. Und die paar Gäste sind auch eher entspannt, man schnackt miteinander. Vorsaison eben. Mit dem Fahrrad sind wir in den Ort Iseo gefahren auf der Suche nach einem Fahrradladen. Auf die Frage nach einem „maggazino di biccicletta“ antwortet die ältere Dame „Da müssen Sie geradeaus und dann rechts fahren, dort ist ein Fahrradgeschäft“. Nun ja, wir haben wenigstens versucht, unser kleines Italienisch an die Frau zu bringen.

Die Idee, auf die autofreie Isola d´Iseo zu fahren, haben wir verworfen und sind stattdessen nach Clusane geradelt, um dort in einem von vielen Italienern besuchten Gasthof zu Mittag zu essen. Der Nachmittag war stressig: Liegestuhl, Eis essen und im See baden.

Borsalino

Am Montag waren wir abends einfach nur kaputt. Wir sind dann noch ein Stündchen in die Nähe von Alessandria gefahren, denn dort stand für heute Borsalino auf dem Wunschzettel dieser Reise. Im Originalgeschäft schlug das Herz von Martin hoch und höher und mit zwei superschönen Hüten (Winter und Sommer) und einer Mütze haben wir den Laden verlassen. Die Mischung von modernen Fotos und einer uralten Einrichtung war sehenswert. Danach ging es über die Landstraße an vielen Reisfeldern vorbei nach Vigévano. Dies soll das Paradies der Schuhkäufer sein. Können wir nicht finden, aber der Marktplatz hat Qualitäten. Nicht zuletzt weil er von Starkünstlern der Hochrenaissance, Donato Bramante und Leonardo da Vinci geschaffen wurde. Von dort ging es schnurstracks nach Iseo, einer netten Stadt am Iseo-See, dem kleinen Bruder des Gardasees. Schön ist es hier.

Expo Mailand

Am Montag stand das Projekt Weltausstellung in Mailand auf dem Programm. Im Vorfeld hatten wir im Internet schon die Eintrittskarten und das Parken organisiert. Der Weg nach Arese, dem Parkplatz für Wohnmobile auf dem ehemaligen Alfa Romeo Gelände war gut ausgeschildert und der Parkplatz sehr großzügig bemessen. Nur ein Bruchteil der vielen Tausend Plätze war belegt. Wir konnten uns gar nicht für einen entscheiden. Vorn dort fährt ein Shuttle Bus in ca. 20 Minuten aufs Gelände der Weltausstellung. Dort war es um 10.00 Uhr sehr leer, was sich aber zum Nachmittag hin änderte. Viele Schulklassen waren unterwegs. Touristen wie wir, werden wohl erst noch erwartet. Die Pavillons erläuft man sich entlang einer Gottseidank wegen der Sonne überdachten breiten Allee. Links und rechts stehen dann die Pavillons sehr vieler Länder. Wir haben Deutschland und die Schweiz besucht. Chile, Argentinien, Uruguay, Polen, Litauen und Südkorea. Für die einzelnen Pavillons musste man zum Teil anstehen, je später es wurde und je mehr Menschen kamen. Theoretisch kann man bis 22.00 Uhr abends bleiben, so die Füße mitmachen. Die Atmosphäre ist ganz entspannt, was vielleicht auch an den vielen jungen Leuten dort liegt. Alle Pavillons haben eine Restauration und Bereiche, wo man sich hinsetzen und ein bisschen abhängen kann. Die kritische Fragestellung, wie wir auf dieser Erde mit Ernährung umgehen und umgehen wollen ist vielerorts eher spielerisch und kommunikativ unterhaltsam beantwortet worden. Vielleicht bringt man Leute nur so dazu, überhaupt zur Weltausstellung zu kommen. Besonders gefallen hat uns der Schweitzer Pavillon. Man wurde mit einem Aufzug in den dritten Stock gefahren. Dort konnte man sich Café, Päckchen mit getrockneten Äpfeln, Salz und Becher mit Wasser nehmen. Die Idee war aber, dass nichts während der Weltausstellung nachgefüllt wird. Wenn also alle Besucher mehr als nötig nehmen, ist für nachfolgende Besucher weniger übrig und mit der Zeit kommt man eben nur noch in den zweiten oder ersten Stock, weil der dritte Stock schon leer gegessen und getrunken ist. Nichts ist also unendlich. Wir fanden die Idee gut.

Und auch die Weltausstellung fanden wir gut. Man kann sicher mehr als einen Tag dort verbringen, lernt viel und wird auf das Beste unterhalten.

Lörrach -> Italien

10.5.2015 Muttertag, die Sonne scheint und wir brechen am Vormittag von Lörrach auf nach Italien. Wir hatten gestern ein schönes Abendessen bei Susanne und Alexander und heute morgen ein fürstliches Frühstück. Vielen herzlichen Dank.

Schon hinter der Baseler Grenze zeigte sich die Schweiz von ihrer besten Seite. Blauer Himmel, schneebedeckte Berggipfel, blühende und saftige Wiesen mit hübschen Kühen und Ziegen– eben Heidiland wie wir es uns vorstellen. Wir fuhren über Olten, Luzern, durch den 17 km langen Gotthard-Tunnel und Bellinzona bis nach Como. In Kanton Uri haben wir Rast gemacht und dort entstanden die Fotos, die die nette Schweiz zeigen. Die Obst-Wähen mit Café, die wir für schlanke 19 Franken genossen haben, waren ihr Geld durch diese schöne Aussicht alle Mal wert.

Manchmal kommt es schneller als man denkt!

Aus familiären Gründen bin ich bereits in Hamburg und unser  White Elephant wird von Martin „mal eben“ von der Westküste nach Baltimore zur Verschiffung zurück nach Hamburg gebracht.

Es war bisher eine wunderschöne Reise mit tollen Eindrücken,Erlebnissen und Begegnungen. Darüber freuen wir uns sehr.  Und wir werden die Reise bestimmt fortsetzen, denn das Reisen ohne Druck mit viel Zeit ist etwas ganz besonderes und wir als Reiseteam hatten viel Spaß.

Aber der Blog ist nun erst einmal beendet.

Wir grüßen alle unsere Leser ganz herzlich und werden uns melden, wenn die Reise weitergeht.

Katrin und Martin

 

I5 at al nach Malibu, CA

Das staubige Lost Hills haben wir bald verlassen. Man muss ehrlich sein. Wenn man nachts nach langer Fahrt endlich Feierabend machen will, dann ist man froh, einen sicheren Platz zum Übernachten zu finden und wenn es Lost Hills ist. Hier wird es jetzt schon bald, d.h. um 19.00 Uhr dunkel. Es ist immer gut, wenn man schon im Hellen den Übernachtungsplatz ausgesucht hat, aber wir wollten ja in drei Tagen in L.A. sein. Und das waren wir auch.

A Rutscherla, wie der Franke zu sagen pflegt, war das heute. Und unser Ziel war heute Malibu. Das klingt doch wie Ferien. Und die wollten wir heute auch machen. Nach dem staubigem Highway #5 war uns heute nach Ausruhen. Wir stehen oberhalb des Strandes von Malibu, haben eine HAMMERAUSICHT auf den Pazifik und verbrachten den Nachmittag im Campingsessel mit Nichtstun und dem Lauschen der Brandung. Wir wollten nicht nach Santa Monica, um den altrömischen Palast der Jean Paul Getty Stiftung anzuschauen, nicht shoppen, nicht Auto fahren. Das kommt wieder, aber nun machen wir und der Blog für eine Woche Pause.

I5 cont.

Highway #5 und kein Ende. Von Redding ging es bei angenehmen Temperaturen nach einer kühlen Nacht erfrischt weiter. Über Red Bluff ging es nach Willows. Links und rechts des Highways gab es Obstbäume und Olivenbäume. In Willows hätte man Olivenöl verkosten können und außerdem gab es im dortigen Olivenshop Oliven in Gläsern, die mit allen nur erdenklichen Zutaten gefüllt waren. Aber sie sind grasgrün und natürlich amerikanisch groß. Das netteste an dem Laden aber waren die Gruppe älterer Ladies, die alle in Lila gekleidet waren und neckische Kopfbedeckungen in Pink trugen und ansonsten gut drauf waren.

Dann ging es weiter über Sacramento zu unserem nächsten Halt in Stockton. Diese Stadt hat hart unter der Immobilienkrise gelitten und nimmt hinsichtlich Kriminalität und Armut einen Spitzenplatz in den USA ein. Davon merkte man bei dem neuen Starbucks aber nichts. Dessen Tische waren allesamt von Schülerinnen besetzt, die bei einem Getränk über Stunden dort ihre Hausaugaben machten und natürlich auch ausgiebig schwatzten. Starbucks als Wohnzimmer.

Und jetzt wurde es wirklich hart. Langeweile im Quadrat. Die Landschaft wurde sandbraun. Nur dort, wo gewässert wurde, standen Hunderte von Mandelbäumen. Kalifornien ist einer der weltgrößten Erzeuger von Mandeln. Also Weihnachten steht vor der Tür und in den Lebkuchen sind mit großer Wahrscheinlichkeit kalifornische Mandeln. Das Wasserband des kalifornischen Aquädukts verläuft parallel der Autobahn und glitzert verführerisch blau. Dazwischen liest man immer wieder Plakate, die daran erinnern, dass es eine ernste Dürre gibt und man auf alle Fälle Wasser sparen soll. Und dann Protestplakate von Bauern, die eine für sie günstige Wasserpolitik fordern. Um das wenige Wasser, das es gibt, streiten sich die Landwirtschaft und Städte wie Los Angeles oder San Diego. Dort wo nicht gegossen wird, wächst nichts und vertrocknet alles. Es ist wirklich heiß, 35 Grad Celsius und jetzt um 21.30 Uhr noch 27 Grad. Wir stehen heute adW in Lost Hills. Ein guter Name für das Nichts aus Tanke, Imbiss und RV-Resort.