Es war heute Nacht richtig kalt. Die Heizung lief die ganze Nacht. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Da es auch tagsüber nicht über 9 Grad Celsius werden sollte, beschlossen wir, einen Fahrtag einzulegen. Dabei wurde mir mal wieder bewusst, wie groß Florida ist. Wir starteten in Chiefland und fuhren auf dem Highway 27 bis kurz vor Tallahassee. Hier fährt man an so unbedeuteten Orten wie Oldtown, Salem, Athen und Perry vorbei.
Zu sehen gibt es ein Sammelsurium von Tankstellen, Walgreens, Kirchen, Häusern, Wäldern und Schildern. Wenn wir Zeit hätten investieren wollen, wären wir in einige National Forest Parks gefahren. Aber so ließen wir das Zivilisationseinerlei an uns vorbeifliegen. Dann ging es weiter auf die Interstate 10 bis nach DeFuniak Springs.
Hier stehen wir nun auf dem TwinLakesCampResort.com. Ein sehr schön angelegter Platz mit Pool (bibber) und Billardtisch (schon besser). Wir haben eine Runde Billard gespielt, nebenher ein bisschen gewaschen und festgestellt, dass wir schon in einer anderen Zeitzone sind. Ab jetzt beträgt der Zeitunterschied nach Hamburg nicht mehr 6, sondern 7 Stunden.
Das Land ist einfach riesengroß. Das wurde uns heute mal wieder bewusst. Von Key West bis Pensacola also vom südlichsten bis zum westlichsten Punkt Floridas sind es 789 Meilen, das sind rund 1.300 Kilometer. Wir haben also noch eine Strecke vor uns, bis wir in Kalifornien sind.
Monat: Januar 2018
Mermaids
Heute hatten wir ein festes Ziel. Den Weeki Wachee Springs State Park. In diesen Quellen findet man keine Manatees, sondern Meerjungfrauen. Dort schwimmen sie seit 1947. Hier wollte ich auf alle Fälle hin. Leider hat es einen gewaltigen Temperatursturz gegeben. Als wir auf den Parkplatz des State Parks einführen, waren es noch geschmeidige 9 Grad Celsius. Der Eintritt ist überschaubar mit 13 Dollar. Im zugehörigen Souvenirshop gibt es Puppen und Kostüme, Schlüsselanhänger und allerlei Nippes in Form der Seejungfrauen. Das Originalkostüm (Mermaid Skin und Mermaid Monofin) kostet $ 129,95, erhältlich in den Kindergrößen und den Erwachsenengrößen XS und SM. Sie verschicken auch.
Die Show verläuft folgendermaßen: Man sitzt vor dem halbverglasten Becken, welches zunächst von einem Theatervorhang verhüllt ist. Dann geht es los und in unserem Fall konnten wir einer Probe der „Kleinen Meerjungfrau“, einem Märchen von Andersen zusehen. Heute trainierten die beiden Darstellerinnen der Hauptfigur und sie zeigten, wie man mit dem Fischschwanz schwimmen und tanzen kann. Sie haben dabei immerzu einen langen Schlauch in der Hand, durch den sie mit Sauerstoff versorgt werden. Das Becken ist mit kristallklaren Wasser gefüllt und der Boden ist ein wenig dekoriert, wie es früher in unserem Aquarium. Im Hintergrund schwebt ein großes Seepferdchen aus Plastik und in eine Ecke steht eine männliche Statue, griechischen Stils. Besonders nett fanden wir auch, dass durch die Szenerie Fische ganz unberührt von der Show, den Bewegungen und der Musik schwimmen.
Mir hat es sehr gefallen, auch wenn die Idee vielleicht etwas in die Jahre gekommen ist und die Aufführung nicht sehr tief schürfend ist. Leider war der dazugehörige öffentliche Schwimmbereich geschlossen. So konnten wir noch einen Blick auf das extrem klare Wasser werfen, dass um einiges wärmer war als die Außentemperatur, was man an den Nebeln sehen konnte.
Da wir ja nun nach Kalifornien wollen, müssen wir langsam wieder ein paar Kilometer machen und so fuhren wir noch zwei Stunden weiter nach Westen. Hier stehen wir nun im Manatee Springs State Park in einem Ort mit dem bemerkenswerten Namen Chiefland. Auch hier gibt es warme Quellen (22 Grad Celsius), in denen man schwimmen darf. Allerdings ist uns bei nun nur noch 3 Grad Celsius Aussentemperatur nicht so richtig danach. Vielleicht morgen. Heute ist uns nach einem netten Abendessen und so serviert „Chez Katrin“ heute Gulasch mit Kartoffelklössen und Rote Beete Salat. War echt lecker.