St. Augustine

Unser Tagesziel heute ist St. Augustine. Bei allerbestem Wetter machten wir uns auf den Weg, um erst einmal einen Cappuccino zu trinken und zwar bei Panera Bread. Dort gibt es leckeren Kuchen, Sandwiches und Kaffee. Sehr zu empfehlen.
Danach brauchten wir noch Bier. Das gibt es je nach Bundesland auch im Supermarkt. In manchen gibt es auch harten Stoff wie Whisky oder Gin, aber manchmal gibt es alles auch nur in bestimmten Liquor-Stores. Hier in Florida heißen die ABC. Also betraten wir heute einen ABC Tempel. Sehr ansprechend aufgemacht, gibt es alles, was Alkohol enthält. Gekühltes Bier, Weine aus alle Welt mit Beratung, Whisky, Gin, Wodka, etc. Das ganze ansprechend als Konsumartikel angeboten und nicht wie in Kanada oder Norwegen mit Apothekenfeeling und schlechtem Gewissen.

Die A1A entlang an Atlantic Beach, Neptune Beach, Jacksonville Beach und Ponte Vedra Beach. Man kann die einzelnen Orte eigentlich nicht auseinander halten, denn es handelt sich hier um eine Aneinanderreihung von Hotels, großen und kleinen Shopping-Centern, Tankstellen, Restaurants und pompös gestalteten Eingängen zu bewachten Wohngebieten. Besonders die kleinen Shoppingcenter beherbergen so nette Läden wie „Fluffy Cuts Pets Spa“ oder „Caddy Shack Golf Lessons“. Dann aber kommen wieder schöne und menschenleere Strandabschnitte, wie zum Beispiel „South Ponte Vedra Beach“. Hier haben wir eine kleine Pause eingelegt und den schönen Strand genossen.

So, aber das Tagesziel hieß ja St. Augustine. Diese Stadt ist die älteste nichtindianische Stadt der USA. Die Stadt wirkt sehr spanisch von der Architektur und bietet so interessante Gebäude wie das Castillo de San Marcos, die Bridge of Lions, das Oldest Wooden Schoolhouse und das Colonial Quarter. Letzteres wirkt wie die Drosselgasse auf spanisch/amerikanisch. Eine Fußgängerzone zieht sich durch kleine historisierende Häuser, in denen der übliche Touristen Schnickschnack verkauft wird. Unterbrochen von Restaurants, wo man den üblichen Touristenschmaus bekommt. Besonders schön war aber das Flagler College. Dieser Prachtbau mit Türmen, Innenhof und eindrucksvoller Eingangshalle wurde 1888 als Hotel Ponce de Léon eröffnet. 1968 wurde aus dem Luxushotel ein College. Das gegenüberliegende ehemalige Alcazar Hotel beinhaltet heute das Lightner Museum. Ein ganz kleines bisschen sieht man aber noch die Pracht, die in St. Augustine herrschte, als Eisenbahnmogule wie Herr Flagler Hotels für die vermögenden Sommerfrischler aus dem Norden baute, die mit seiner Eisenbahn nach Florida reisten.
Auch hier in St. Augustine geht es nun auf Weihnachten zu, was man an den teils überbordenden Weihnachtsdekorationen sieht. Und auf uns wirkt ein Schneemann, auch wenn er aus Plastik ist, bei 25 Grad Celsius zumindest merkwürdig. Wir übernachten bei fast Vollmond südlich von St. Augustine direkt am Meer. Wir hören es rauschen. Ist das nicht großartig?

Hallo Florida

Heute morgen war es in Brunswick ganz schön warm. Um 10.00 Uhr schon 22 Grad Celsius. Richtig schnell vom Platz kamen wir auch nicht, da nach und nach ein paar Jungs vorbei schlenderten, um das „Rigg“ zu bewundern. Da man um diese Zeit viele Langzeitcamper trifft, muss man auch helfen, deren Langweile zu mildern.

Dann erfährt man ein Passant eine Menge aus dem Leben unterschiedlicher Amerikaner. Da gibt es wie immer die mit deutschen Wurzeln oder Erfahrungen bei der Armee im Auslandseinsatz in Deutschland. Das war meist in den 1980er Jahren, liegt also schon ein paar Tage zurück, aber in den Erzählungen ist es, als wäre es gestern gewesen. Einer der Jungs von heute erzählte, dass er sein Haus in Kentucky verkauft habe, nun in einem Fifthwheeler wohnt, weil seine Frau einen Job in Brunswick gefunden habe. Er selbst sei schon Rentner. Wieder einer der gut aussehenden Mitfünfziger, der bei der Armee beschäftigt war. Ein anderer hat erzählt, dass er im Norden der USA wohnt, aber den Herbst in Florida verbringt, den Winter aber zu Hause ist, weil er gerne Ski fährt. Leider aber gibt es in den letzen Jahrzehnten kontinuierlich immer weniger Schnee. Da liegt an den natürlichen Zyklen, die es schon immer gegeben hat und die es immer geben wird. Global Warming, nein daran glaube er nicht.
Manchmal trifft man auch Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter. Auf die Frage, warum die Kinder nicht in der Schule sind, kam ein paar Mal die Antwort, dass die Kinder Home Schooling machen und von den Eltern unterrichtet werden. Home Schooling ist hier in den USA einfach zu praktizieren. Es gibt Online-Foren, Gruppen, die sich zusammentun und manchmal auch Kontakte zu Schulen, die ihre Labors zur Verfügung stellen. Man kann aber auch durch die Gegend reisen und die Kinder unterrichten. Es gibt also keine Vorgaben. Einzig an den offiziellen Prüfungen muss man teilnehmen und dadurch nachweisen, dass man etwas gelernt hat. Die Gründe für diese Art der Schule liegen nach unseren Beobachtungen in weltanschaulichen, religiösen oder aber in praktischen Gründen.

Nachdem wir nun wieder um allerlei Lebensweisheiten reicher waren, fuhren wir nach Amelia Island. Es gibt dort nur eine kleine Stadt, Fernandina Beach. Der Fernandina Beach Historic District wirkt wie eine Stadt aus dem 19. Jahrhundert, als sie Exporthafen für Zypressenholz war und man hier eine Blüte erlebte. Aber schlecht geht es der gepflegten Stadt nicht, es gibt viele nette Restaurants, Cafés und Geschäfte, die am Mittwoch nachmittag auch nicht schlecht besucht waren. Der Palace Saloon von 1878 ist angeblich die älteste Kneipe Floridas. Wir waren nicht drin, denn für ein Bier war es uns zu warm. Übernachten wollten wir im nahegelegenen Fort Clinch State Park. Da wir aber keine Reservierung hatten, bekamen wir keine Platz, da alles schon belegt war. Schade. Also machten wir uns auf den Weg der Küsten entlang und die Anwesen und Gated Communities, an denen wir vorbeifuhren, ließen auf eher wohlhabende Amerikaner schließen. Sehr schick. So rollten wir gemütlich auf der A1A weiter Richtung Jacksonville. Im Norden von Jacksonville gibt es einen großen Marine-Stützpunkt. Heute stand das starten und landen von Hubschraubern auf dem Ausbildungsprogramm. Das konnten wir beobachten, solange wir auf die Fähre über den Intercoastal Waterway warteten. 20 Dollar für 8 Minuten Fahrt und schon waren wir auf der anderen Uferseite. Dort übernachten wir nun im Kathyn Abbey Hanna Park, einem ziemlich großen Statepark.
Was uns seit Brunswick mehr oder weniger stark begleitet, ist der Geruch von einigen Papierfabriken, an denen wir vorbeigefahren sind. Papierfabriken haben wir auch schon in Kanada gesehen und gerochen, aber in den USA muss es davon ganz viele geben.

Jekyll Island

First of all: Happy Birthday Dave Eck – the now world famous cook of Thanksgiving Turkeys! Thanks again for the invitation.

Es wurde gestern schon dunkel, als wir über die imposante Brücke vor Jekyll Island fuhren. Das letzte Tageslicht am Horizont und der Blick über eine weite weite Marschlandschaft, durch die sich dunkle Wasserläufe ziehen. Dann kam der Abzweig nach Jekyll Island und sechs Dollar später durften wir auf einer dunklen kleinen Straße zum Campground fahren. Da die ganze Insel ein Statepark ist, gibt es auch viele Tiere, die geschützt werden. Gestern Abend waren es jede Menge Rehe am Wegesrand. Man musste in der Dunkelheit schon ganz schön aufmerksam sein.
Berühmt wurde die Insel als Refugium für Millionäre, die Ende des 19. Jahrhunderts die Insel kauften und sich einen Winterkurort schufen. Das waren Familien wie Rockefeller, Pulitzer, Vanderbilt, Goodyear und einige mehr, die sich hübsche Villen und schöne Gärten anlegen ließen. 1947 konnte der Staat Georgia die Insel kaufen und machte daraus einen Statepark. Vielleicht hatten die Nachkommen der ursprünglichen Besitzer keinen Spaß mehr an der Insel. Wie auch immer, heute kann man die alten Gebäude zum Teil besichtigen und zwei Villen des eleganten Club-Hotels werden heute als Hotel-Dependencen genutzt. Vor dem Jekyll Island Club Hotel fanden wir das Crocket-Feld bemerkenswert. Am Rand standen zwei weiße Holzsessel und auf einem saß ein älterer Herr in weißer Kleidung, der auf vielleicht auf seine Spielpartner wartete oder vom Hotel malerisch in Szene gesetzt wurde. Auf alle Fälle wirken das Gelände mit den alten Villen und den alten Eichen sehr elegant.

Da die ganze Insel ein Statepark ist, wird die Natur sehr geschützt und es gibt neben den schon erwähnten Rehen, Alligatoren, Schildkröten, Waschbären und viele Wasservögel.
Wir waren auf dem einzigen Campground der Insel und natürlich wird auch der vom Staat unterhalten. Das bedeutet meist, dass die Plätze sehr naturnah gehalten sind und meist keinen großen Luxus bieten. Hier war der Platz ein Geheimtipp guterhaltener Snow-Birds. Die technische Ausstattung war vergleichsweise gut und die Platzmiete niedrig. Unser Standnachbar war davon so begeistert, dass er gleich für ein paar Monate hier blieb. Nun ja, er kannte auch schon alle auf dem Platz. Ein ursprünglich aus Belgien stammendes Paar kommt jedes Jahr im Monat November um den Sommer zu verlängern. Sie wohnen ansonsten fest in Ontario. Und auch das Paar aus der Nähe der Niagara-Fälle zog die Wärme auf Jekyll Island der fernen Heimat vor. Diesen drei Paaren war gemein, dass sie gut und erholt aussahen, was auch daran lag, dass sie mit 50, spätestens aber mit 55 in Rente gingen. Das haben wir jetzt schon ein paar mal gesehen. Die meisten, die so früh aufhören konnten zu arbeiten, waren bei der Army oder der Polizei beschäftigt.

Wir hatten ja nur die Watt Seite der Insel gesehen, jetzt wollten wir natürlich noch den Strand sehen. Feinster Sand, langer Strand und natürlich wenig Leute. Aber was uns umhaute, war die Schlittschuhbahn direkt am Strand bei 22 Grad Celsius. Energie kostet hier irgendwie nichts.
Und wenn man dann doch mal Geld für irgendetwas braucht, dann geht das oft über Fundraising. Eine Idee, die uns gut gefiel, war ein Weg, der mit Ziegelsteinen gepflastert war, auf denen jeder einzelne mit einem Spendernamen graviert war. Sah gut aus und hat bestimmt viel Geld eingebracht.
Gegen Nachmittag haben wir dann die Insel verlassen und sind nun in Brunswick.

Savannah, Tybee Island und Jekyll Island

Heute morgen waren wir ein bisschen langsam. Wir starteten eine kleine Erkundungsfahrt über Tybee Island, wo wir schon einmal vor knapp 30 Jahren waren. Die kleinen Straßen vom Strand abgewandt hatten noch ihre Ähnlichkeit mit damals. Direkt am Strand aber gab es superschöne Strandhäuser und natürlich die weniger schönen Appartmentblöcke. Am Strand war wenig los und die Strandboutiquen boten Sale auf alles in Höhe von 50 Prozent an. Da wir aber weder Schwimmtier noch Flipflops brauchten, verzichteten wir auf diese Offerten. Dem Leuchtturm von Tybee Island statteten wir natürlich einen Besuch ab und das Kochbuch, geschrieben von Einheimischen über die Küche von Tybee, das schon seit 30 Jahren in meinem Schrank steht, wird immer noch verkauft.

Also machten wir uns auf den Weg nach Savannah. Auf der Straße ein Hinweisschild, dass Schildkröten möglicherweise den Weg kreuzen könnten. Wir haben keine gesehen, ebenso wie auch die Schilder auf Enten, Elche und Karibus nicht dazu geführt hatten, dass wir welche gefährdet hätten.

In Savannah streiften wir ein bisschen durch die historische Altstadt. Die hatte uns schon bei unserem letzten Besuch 2012 sehr gut gefallen. Besonders die von schönen Eichen beschatteten Plätze laden immer wieder zum ausruhen ein. Es gibt schicke Hotels und Restaurants und am Fluss fuhr gerade ein Schaufelraddampfer vorbei, der Tourist wird hier schon gepampert. Aber es gibt in Savannah auch viele Obdachlose und Leute, die auf der Straße rumhängen. Das hat uns dann nicht so gut gefallen.

Unser nächstes Ziel waren die „Golden Isles“ vor der Küste von Georgia, ungefähr 90 Autominuten südlich von Savannah. Da ist zuerst die mondäne Insel St. Simons Island. Sie ist über drei Brücken erreichbar und man sieht, dass links und rechts der Straße sehr schöne und gepflegte Häuser stehen. Der Golfclub, an dem wir vorbeikamen, sah aus wie geleckt. Wir hatten das Angebot, das Elternhaus von Freunden dort zu nutzen. Als wir mit unserem großen Wohnmobil durch die stille Wohnstraße fuhren, hatten wir das Gefühl, dass überall die Gardinen leicht zur Seite geschoben wurden. Und als wir vor dem Haus parkten, dauerte es nicht lange, bis diverse Rubbernecks vorbeifuhren und irgendwie war uns unwohl dabei, dort mit unserem Wohnmobil zu bleiben. Die stillen und großen Häuser und wir passten einfach nicht zusammen.

Also fuhren wir weiter nach Jekyll Island. Auf die Insel muss man 6 Dollar Eintritt bezahlen, heißt natürlich anders, nämlich Tagesnutzungspass. Jetzt sind wir hier auf einem Statepark auf der Insel. Gesehen haben wir leider noch nichts, da wir im Dunkeln ankamen. Spätestens um 18.00 Uhr ist es stockdunkel. Aber morgen erobern wir die Insel.

Auf nach Tybee Island

Der Morgen war klar und sonnig. Ein schöner Herbsttag. Die Blätter bunt. Überhaupt haben wir den Eindruck, dass wir seit zwei Monaten durch bunte Herbstwälder fahren. Da wir immer weiter nach Süden fahren, reist der Herbst einfach mit. Dann bekamen wir Besuch von Alicia und Butch, den Besitzern des Scenic Mountain R.V. Park and Campground in Milledgeville, Georgia. Sie haben diesen Platz erst vor wenigen Jahren übernommen und er war wohl, als sie angefangen haben, in einem desolaten Zustand. Inzwischen haben sie aber viel Geld und Arbeit in das Gelände gesteckt und es war wirklich sehr nett dort. Aber das liegt natürlich auch an den beiden, die nicht mehr ganz jung sind, aber sie strahlen einen bemerkenswerten Optimismus und Tatendrang aus. Ich persönlich finde auch, dass sie wirklich gut aussehen. Nach einem kleinen Plausch mit den beiden ging es dann nach Milledgeville.
Das Old Governor´s Mansion, Ennis Hall und viele schöne Antebellum-Villen zeigen das Stadtbild einer gepflegten Kleinstadt. Die Studenten der Georgia College und State University waren heute nicht zu sehen, da ja das lange Thanksgiving Wochenende hinter uns liegt.
Übrigens Thanksgiving. Bei Carol gab es ja unter anderem einen Auflauf aus Süßkartoffeln mit einem Topping aus Marshmellows. Und dann sehe ich unter sz.de/magazin/instakram, dass Oprah Winfrey genau dasselbe Gericht zu ihrem Truthahn reicht. Wir sind einfach Trendsetter.

Unser Ziel heute ist Tybee Island, eine kleine Insel hinter Savannah, wo wir vor knapp 30 Jahren Ron Small und seine Frau besucht haben. Ich habe diese Insel als charmante Hippie-Insel in Erinnerung. Leider ist es jetzt schon zu dunkel, um eine Erkundung zu starten. Folgt morgen.

Milledgeville

Nachdem wir zwei Tage die Gastfreundschaft von Leslie und Henning genossen haben, war es heute an der Zeit, unsere Reise fortzusetzen. Vorher mussten wir aber noch die Glühbirne für das rechte Fahrlicht austauschen, was mit dem neuen Werkzeug dann doch recht schnell ging. Das heißt: etliche Schrauben des Verbindungsbalgs zwischen Führerhaus und Kabine lösen. Das Führerhaus kippen, die Glühbirne tauschen und dann das ganze zurück. Nach weniger als einer Stunde war alles erledigt: Neuer Rekord.

Dann verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und los ging es nach Athens zum Uni-Shop, wo sich Martin mit ein paar Memorabilien aus seiner Unizeit in Athens eindeckte. Eine nette Unterhaltung hatten wir mit einer Studentin an der Kasse, die im kommenden Sommersemester in Freiburg sein wird und schon mal ihre Deutschkenntnisse unter Beweis stellte. Auf alle Fälle ausbaufähig. Ein letzter Blick in das Footballstadion der Uni-Mannschaft, die heute in Atlanta spielte und weiter ging es.
Unser nächster Stopp auf dem Antebellum Trail war Madison. Eine sehr hübsche kleine Stadt mit eine alten Bausubstanz, die sehr ansprechend restauriert ist. Besonders schön ist das alte Courthouse, aber auch viele alte Prachthäuser lassen einen vom tiefen Süden träumen. Wir haben nett gegessen und sind dann weiter nach Milledgeville gefahren, wo wir heute übernachten.

Athens privat

Wir haben heute privat auf dem Grundstück von Leslie und Henning übernachtet. Vielen herzlichen Dank dafür.
Heute war absoluter Ruhe- und Relaxtag. Nach dem Frühstück sind wir mit dem Wohnmobil nach Athens zu Carol und Dave gefahren, um unser Wohnmobil vorzuführen. Dabei erwies es sich als Glücksfall, dass Dave ein begnadeter Handwerker ist und uns mal eben geschwind den zweiten Wassertank wieder instand gesetzt hat. D A N K E D A F Ü R. Und die Ersatzbirnen (24 Volt, hier in den USA laufen alle LKWs auf 12 Volt) haben wir Dank der Hilfe von Leslie und Henning nun auch. Und das entsprechende Werkzeug haben Dave, Henning und Martin beim Fachhändler mit dem denkwürdigen Namen „China-Bob“ ebenfalls günstig erstanden. Also ein erfolgreicher Tag. Wahrscheinlich auch für alle Shopper in den USA, für die heute mit dem Black Friday die Jagd auf Weihnachtsgeschäfte eröffnet wurde.
Den Nachmittag haben wir plaudernd auf dem Sofa sitzend und die Reste des Thanksgivingmahles von gestern verspeisend ganz gemütlich verbracht.
Der junge Patrick hat uns dann noch seine Künste auf seinem Dirtbike vorgeführt, also aufgepasst, ein junger talentierter Mann, von dem wir in der Rennszene vielleicht eines Tages noch hören werden.
Ein schönes und entspanntes Abendessen in netter Runde, zu dem Henning und Leslie eingeladen hatten, war für und der Abschluss für zwei sehr schöne Tage in Athens, Georgia.
Vielen herzlichen Dank an alle und wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen hier oder in Hamburg.❤️

Thanksgiving

Heute morgen mussten wir uns ziemlich früh auf den Weg machen, denn ein Thanksgiving Essen in Athens wartete auf uns. Zuerst waren wir bei Henning und Leslie, ganz alten Freunden, um dann gemeinsam zu Carol und Dave zu fahren, die in ihrem Haus großzügig zum Festessen eingeladen haben.
Großzügig ist gar kein Ausdruck, als wir sahen, was die beiden vorbereitet hatten. Natürlich den klassischen Truthahn mit zweierlei Gravy und Stuffing. Dann Beilagen wie Brötchen, Biscuits, Kartoffelbrei, Brokkoli-Auflauf, Auflauf aus Süßkartoffeln mit einem Topping aus Marshmellows (klingt merkwürdig, war aber lecker), Maccaroniauflauf, Cornauflauf und Reisauflauf. Dazu Cranberry und eine farblich etwas überraschende, aber auch lecker schmeckende Masse aus Pistazie, Ananas, Sahne und Marshmallows. Der Truthahn war sehr fein und nicht trocken.
Wenn man glaubt, nach so einem Essen nie wieder etwas essen zu können, dann irrt man. Nach einer kleinen Weile gab es frische Donuts, Applepie, Pfirischpie und Pecanpie mit einem kleinen Kaffee.
Ob wir morgen wieder etwas essen können, werden wir dann sehen.
Was uns besonders an diesem Essen gefallen hat, ist, dass so viele verschiedene Menschen eingeladen werden. Familie, Nachbarn und Freunde. Hier sitzen die verschiedensten Biografien an einem Tisch und hier bei Carol und Dave wurde neben einigen nachdenklichen Dingen vor allem viel gelacht. Danke für den schönen Tag.

Nach Athens

Die Nacht über hatte es ziemlich heftig geregnet. Umso mehr wunderten wir uns darüber, dass der Tag mit 16 Grad Celsius begann. Poolwetter. Wann hat man als Hamburger schon mal morgens einen richtig großen Pool ganz für sich allein?
Danach ging es los. Zunächst ein paar Lebensmittel bei Kroger. Auch dort ist eine meine Lieblingsbeschäftigungen an der Kasse zu sehen, was andere so kaufen. Und ja, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann man 6 hartgekochte und gepellte Eier in der Plastikverpackung kaufen. Ist das Fortschritt oder völlig unnötig?
Eine andere Überlegung heute zielt dahin, dass die Durchschnittseinkäuferin hier bei Aldi,Edeka oder Lidl in Deutschland völlig überfordert wäre. Man muss bei uns die Einkäufe selbst aufs Band legen und dann auch noch in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Kassiererin möglichst schnell wieder im Einkaufswagen verstauen. Nicht hier. Hier werden die Einkäufe von einer zweiten Person in Tüten verpackt und in den Einkaufswagen verladen. Wobei, wir haben in Southcarolina auch einige ALDIS (ALDI Süd) gesehen. Wie es dort zugeht, haben wir uns noch nicht angeschaut. Kommt vielleicht noch.
Danach mussten wir noch einmal dringend bei der French Bakery vorbeischauen, um uns von dem überaus netten mexikanischen Personal einen Cappuccino und ein belegtes Croissant servieren zu lassen. OBERLECKER.
Danach ging es auf die Autobahn, denn am Donnerstag sind wir bei den Ecks zum Thanksgiving Essen eingeladen. Das Athens ist ungefähr 400 km von Hilton Head entfernt und die Autobahnen waren heute voll von Feiertagsverkehr.
Bei schönstem Abendrot (wer kennt diesen Himmel nicht aus „Vom Winde verweht“?) sind wir in Greensborough angekommen, wo wir heute übernachten.

Hilton Head II

Es ist schon ein Luxus, am 21.11.2017 allein, wie die Königin von Saba im 28 Grad Celsius warmen Pool zu schwimmen. Danach muss man sich erst einmal erschöpft auf den Liegestuhl begeben, um dann mit dem Göttergatten eine kleine Fahrradtour zu unternehmen. Dabei kamen wir wieder an grünen Tümpeln vorbei und dort lag heute zu unserer Freude auch ein Gator auf Lauer. Von den Stegen konnten wir ihn gut beobachten, aber er bewegte sich nicht, obwohl er die Augen geöffnet hatte.
Mittagessen gab es heute bei Five Guys. Ein nicht sehr schicker Burgerladen. Aber die Besonderheit ist hier, dass man, solange man auf sein Essen wartet, gratis Erdnüsse knacken kann. Und die Burger sind, ja wir wissen es, nicht gesund, aber l e c k e r.

Seit Tagen muckt unsere Stromversorgung. Normalerweise brauchen wir immer nur den Strom von unserer Solaranlage, aber die hat nun nicht richtig geladen. Anhand unserer Gebrauchsanweisungen haben wir alles untersucht, was wir als Nichtelektriker konnten. Leider ohne durchschlagenden Erfolg.
Da zeigte sich einmal mehr, dass Amerika das Land der Dienstleister ist. Der Typ, der hier auf dem Platz reihum geht, um die Wohnmobile zu waschen, gab uns den Tipp, Paul anzurufen, der hier ebenfalls alle Dinge an den Wohnmobilen repariert, die zu richten sind. Also kam Paul mit den heilenden Händen, hat alle Leitungen durchgemessen, mal hier und mal da gedrückt, das Auto laufen lassen, ein paar Stecker gezogen – und – nun geht es wieder. Beruhigt können wir uns also morgen auf den Weg nach Athens machen, wo wir zum Thanksgiving Essen eingeladen sind.