Das ist die Tour durch Neufundland – ca. 3000 Kilometer
Newfoundland 2017
St Anthony
Nach einer windigen Nacht am Strand von Flower´s Cove wachten wir bei strömenden Regen auf. Es war auch ganz schön kalt, 2 Grad Celsius. Trotzdem war unser erstes Ziel die Thromboliten. Sie sehen aus wie flache, kreisförmige Felsen, an den Kanten wie Kissen abgerundet. Und sie bestehen aus Algen- und Bakterienablagerungen, die viele hundert Millionen Jahre alt sind. Somit also Zeugen der ältesten Lebensformen dieser Erde. Thromboliten gibt es sonst nur noch in Australien. Für so etwas Besonderes sind wir durch Sturm und Regen gewandert.
Weiter ging es zum Einkaufen nach St. Anthony. Und hier zeigt sich mal wieder, wie nett und angenehm es sich in Hamburg lebt. Zu Edeka brauche ich keine fünf Minuten. Hier fuhren wir über 100 km, um zu Foodland zu kommen. Die Landstraße führte zunächst an der stürmischen Küste und kleinen Weilern vorbei und dann durch Waldland. Da gab es nichts. Nein, das ist falsch. Alle paar Kilometer war Holz aufgeschichtet, manchmal auch schon auf Schlitten geschlichtet. Dann sieht man sogenannte „Roadside Gardens“. Das sind kleine mit Pfosten abgesteckte Areale, wo direkt neben der Straße Kartoffeln, Möhrchen, Kraut und Rüben angebaut werden. Es gibt angeblich keinen Eigentum an den Grundstückchen, aber auch keinen Diebstahl. Ähnlich wie bei den Holzstößen ist klar, was wem gehört.
An Felsen sieht man dann und wann, dass Ron und Rosalie ein Paar sind, ebenso wie Jack und Kathie.
Einen Elch haben wir wieder nicht gesehen und auch kein Karibou. Dafür aber einige Jäger. Im eintönigen Gestrüpp links und rechts der Straße sieht man immer wieder neonfarbene Bänder hängen. Vermutlich Hinweise für die Jäger.
Nach unserem Einkauf im unspektakulären St. Anthony ging es weiter nach St. Lunaire-Griquet. Bei der Dark Tickle Co. wollten wir Marmelade aus den hier zu findenden Beeren, Bakeapple, Squash-, Partridge-, Crow- und Blueberries kaufen. Wir werden darüber berichten, wie gut sie schmecken.
Und dann der Höhepunkt: L´Anse aux Meadows National Historic Site. Oder, wie die Wikinger nach Neufundland kamen. Die Stätte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und beweist, dass schon um 1000 Wikinger aus Island mit ihren Familien nach Neufundland segelten. Heute bei dem schlechten Wetter, der Kälte und dem Wind frage ich mich natürlich, was an diesem Platz besser ist, als in Island und ob Florida nicht das bessere Ziel gewesen wäre. Ist natürlich Quatsch. Neben den Original-Grabungen hat man ein kleines Dorf nachempfunden, deren Häuser und Schuppen aus Torf-, bzw. Grassoden gebaut sind. Man kann sie betreten und sie sind erstaunlich geräumig und warm, auch wenn kein Feuer auf der Kochstelle brennt.
Wir stehen heute Nacht vor dem Haus von Dr. Grenfell, der sich um 1900 um die Gesundheitsversorgung Neufundlands und Labradors verdient gemacht hat.
Flowers Cove
Der Sonntag startete bei Sonnenschein in Rocky Harbour. Wir fuhren die 430 gemächlich gen Norden. Das schöne in den Nationalparks ist, dass es immerzu Hinweise auf Lookouts gibt und so stoppten wir schon nach ein paar Kilometern bei einer Stelle, wo die Reste eines gesunkenen und gestrandeten Schiffs zu bewundern waren. So ein Motiv freut den Fotografen immer. Bei Cow Head gab es einen Stopp an der Tanke und einen Kaffee. Dort hingen wirklich schöne Bilder indianischer Künstler. An den ungewöhnlichsten Orten findet man manchmal das Ungewöhnliche. Vielleicht sollten Esso, BP und Co auch mal über schöne Bilder lokaler Künstler in der Tankstelle nachdenken.
Unser nächster Stopp war der Arches Provincial Park. Dort haben die Bewegungen des Meeres Bögen aus dem Sandstein gewaschen. Sehr hübsch und bei Sonnenschein allemal. Der Kies dort war sehr grob, aber die Steine aufs Feinste geschliffen.
Weiter ging es auf der 430 bergauf und bergab, der Küstenlinie folgend. Mal gab es ein bisschen Wald, mal Heidelandschaft, mal ein paar Seen, mal ein paar Dörfer. Trocknende Fische an der Wäscheleine werden da zur Sensation. Mit der Zeit ermüdend und wir haben schon so viele schöne Ausblicke genießen dürfen, da wird man ein bisschen wählerisch. Zu Mittag gespeist haben wir in Hawkes Bay im dortigen Chicken-Hotspot „Haste nicht gesehen“. Besser als erwartet.
Vor St. Barbe hing an einem Gestell eine viergeteilte Moose-Kuh. Als wir uns ihr mit dem Fotoapparat näherten, kamen just in diesem Moment die Jäger. Sehr nette ältere Herren, die die Erlaubnis hatten, ein weibliches und ein männliches Tier zu erlegen. 50 Prozent hatten sie also schon erledigt. George, einer der Herren, 70 Jahre alt, erzählte, dass er in seinem Leben 24 Moose und 7 Karibous erlegt hat. Für jedes Tier ein Strich auf seiner Baseballmütze. Respekt.
In St. Barbe erkundigten wir uns nach der Fähre nach Labrador. Und wir übernachten direkt am Meer in Flower´s Cove. Der Ort, an dem die ältesten Lebewesen der Welt anzutreffen sind. Davon morgen mehr.
in Gros Morne
Nachdem wir in St. John’s sehr gut gegessen hatten, wurden wir heute in Deer Lake auf den Boden der kulinarischen Tatsachen zurückgeholt. In einem Family Restaurant, das zu einem Hotel gehörte, gab es Huhn. Eine Portion vergleichsweise gut. Die andere innen gefroren, außen heiß. Nach Reklamation innen kühl und außen heiß. Da mussten wir leider auf das Dessert, deep fried Mars verzichten. Dieses Experiment leisten wir ein anderes Mal.
Heute Abend sind wir in Rocky Harbour, an der Küste des Gros Morne Nationalparks angelangt. Die Fahrt vom Eingang des Nationalparks ist unter normalen Umständen sicherlich großartig. Es gab viele Lookouts und die Straße schlängelt sich durch Berge und bunte Wälder. Dann wieder gibt es Aussichten auf Seen und aufs Meer. Bestimmt großartig. Aber wir hatten Nebel und Regen. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. In Rocky Harbour gab es einen Spaziergang entlang der Mole. Hohe Wellen und Wind. Also das Wetter ist hier schon besonders und besonders wild.
Allen unseren Lesern wünschen wir einen schönen Sonntag.
nach Gros Morne
Heute hat Uli Geburtstag. Wir haben zwar schon telefoniert, aber hier noch einmal die besten Geburtstagsgrüße aus Quidi Vidi Village. Im Hafen von Quidi Vidi Village haben wir nach dem leckeren Essen gestern im Mallard Cottage, dem angeblich ältestem Gebäude Nordamerikas, super geschlafen. Noch einmal beste Grüße an die jungen Köche.
Unser nächstes großes Ziel ist der Gros Morne Nationalpark. Dafür müssen wir den T.C.H #1 wieder Richtung Westen fahren.
Vor dem Terra Nova Nationalpark haben wir im Tee Café des dortigen Golfclubs nett zu Mittag gegessen. Es gab Gerichte mit Turkey. In der Woche nach Thanksgiving gibt es überall auffallend viele Gerichte mit Turkey. Warum nur?
Bei Joey´s Lookout hat man einen schönen Ausblick auf den Fluß Gambo. Dort trafen wir einen Deutschen auf seinem Fahrrad auf dem Weg von Norden Labradors nach St. John’s. Bei Wind und 10 Grad Celsius. Respekt.
Wenn man so über Land fährt, fallen einige Ortsbeschreibungen doch ins Auge. Besonders gut haben uns gefallen: Herring Neck, Come by Chance und der Bach Mint Brook.
Heute Nacht sind wir wieder in Gander (der Ort der Fliegerei) und müssen ein bisschen Wäsche machen. Gehört auch dazu.
Quidi Vidi Village
St. John’s wartet heute auf uns. Wir parkten selbstverständlich an der Water Street. Einer jener drei Straßen downtown, wo sich Pubs, kleine Geschäfte, Kaffeeläden und Restaurants aneinanderreihen. „Die“ Amüsiermeile von ganz Newfoundland. Alle wirken mehr oder wenig alt und gemütlich, auf alle Fälle sind sie bunt bemalt. In loser Nachbarschaft stehen rote, gelbe, blaue, graue und grüne Häuser. Offensichtlich ein Markenzeichen von St. John’s, denn es gibt in en Souvenirshops viele Dinge, die die Idee der farbigen Häuser aufgreifen. In einem Outdoor-Laden wurden wir dann auch für Martin fündig: Eine wollene, rotschwarz karierte Outdoorjacke.
Weiter ging es dann zum Signal Hill, von wo aus man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und den Hafen hat. Der Hafeneingang wird von zwei Bergen begrenzt und hat nur eine Zufahrt, sodass man sich gut vorstellen kann, dass Engländer diesen Platz als leicht zu verteidigenden Hafen gewählt haben. Auf der Spitze des Signal Hill steht der Cabot Tower, von dem aus Guglielmo Marconi die erste drahtlose übermittelte Nachricht aus England empfing. Hier fing sie also an, die Zeit der Telekommunikation.
Da noch früher Nachmittag war, entschieden wir uns, zum Cape Spear National Park zu fahren, der 17 Kilometer südlich von St. John’s liegt. Der dortige Leuchtturm markiert den östlichsten Punkt des kontinentalen Nordamerikas. Wir waren dort. Heute war ein schöner sonniger Tag, mit Wind und ein paar Schauern. Und selbst heute konnte man sich einen Eindruck verschaffen, wie stark die Wellen an die steilen Klippen rollen. Die Gischt spritzt hoch auf und im Nebel von kleinen Wassertropen bricht sich das Sonnenlicht zu kleinen Regenbogen. An vielen Tagen ist Cape Spear nebelumhüllt. Wir glauben es gerne.
Was soll es zum Abendessen geben? Wir beschlossen, dass die Küche heute kalt bleiben sollte. Also sind wir nach Quidi Vidi Village gefahren. Dort stehen wir in einem kleinen Hafen, der einem Kinderbuch entsprungen sein könnte. Und wir waren essen, nein genießen im Maillard Cottage, 9 Barrows Road. Als Vorspeise gab es frittierte Blätter vom Rosenkohl mit Parmesankäse und Roast Carrots mit Thymian, Honig und gehobelten Mandeln. Als Hauptgericht einmal Schweinebraten, der schon zerfiel und auf einem Gemüsebett und kleinen Kartoffeln serviert wurde und Bonesless Pork Loin, auch auf einem Gemüsebett mit Kartofffelbrei. OBERLECKER. Dazu das gute Quidi Vidi Bier aus der benachbarten Brauerei. Und natürlich noch eine kleine Dessertauswahl. Der Service war aufmerksam und freundlich, die jungen Männer in der Küche überzeugten sowieso.
Pouch Cove
Übernachtet haben wir in Gander. Wer kennt es nicht aus den frühen Zeiten der Transatlanik-Flüge? Als man noch mit Propellermaschinen,umsorgt von netten Stewardessen und gut angezogen von Frankfurt nach New York flog. Da war Gander der erste Punkt auf dem amerikanischen Kontinent, wo die Maschinen aufgetankt wurden. Zuvor war Gander ein Militärflughafen, von wo im zweiten Weltkrieg amerikanische und kanadische Bomber über den Atlantik setzen. Auch heute ist Gander wieder ein von der kanadischen Luftwaffe genutzter Flughafen. Und so wirkt es auch ein bisschen, wie eine Garnisonsstadt.
Aber wir hielten uns hier nicht länger auf, den unser Ziel war heute St. John’s. Also ging es den T.C.H #1 weiter nach Osten. Wir durchquerten den Terra Nova Nationalpark, wo wir kurz Rast machten und ein Wal-Skelett bestaunten. In St. John’s war unser Ziel eigentlich der Pippy Park, ein großes Erholungsgelände, der auch einen Campground umfasst. Aber leider, leider, war er trotz eines Superwetters schon geschlossen. Der erste Montag nach Thanksgiving ist Feierabend. Da kann das Wetter und die Nachfrage sein wie sie will. Der stadteigene Platz kann da nicht umdisponieren. Nun ja.
Also sind wir weiter nach Pouch Cove. Auch das muss man gesehen haben. Ein Riesenplatz in die Wildnis, respektive den Wald geschoben. Bewohnt von Wochenend-Dauercampern, die sich Schuppen, Terrassen und Zäune um ihre Trailer gebaut haben. Und niemand da. Keine Infrastruktur, keine Waschhäuser, keine Möglichkeit, Wäsche zu waschen. Nix. Dafür aber teuer. Die Rezeptionistin mit einer Vorliebe für bunte Haare und frechem Haarschnitt war ausgesprochen unfreundlich, was wir hier in Neufundland sonst noch nirgendwo erlebt haben. Bisher sind wir immer sehr entspannten und netten Menschen begegnet. Selbst der Hausbesitzer in dessen Einfahrt wir fälschlicherweise gefahren sind, kam sofort aus seinem Haus geeilt und fragte, ob er uns helfen könne. Daraus entspann sich dann ein netter Plausch.
Also, wer nach Pouch Cove kommen sollte, der dortige Campground ist absolut keine Empfehlung.
Fogo für Alle
Heute hat Ludwig Geburtstag. Viele Grüße und alles Gute und viel Gesundheit wünschen wir Dir aus Neufundland. Wir hoffen, dass das Wetter in Ludwigshafen heute genauso schön war wie hier.
Blauer Himmel, kein Wölkchen, Sonnenschein und 21 Grad Celsius. Das ist wohl kaum zu übertreffen. Da wir die Fähre um 14.00 Uhr nehmen wollten, hatten wir noch ein wenig Zeit über die Insel zu fahren. Diese ist mit 25x 14 km nicht besonders groß und doch gibt es jede Menge zu sehen.
Eine Caribou-Herde begegnete uns am Wegesrand. Oder die Holzstöße, die es alle paar Kilometer an der Straße zu sehen gibt. Jeder auf Fogo-Island lagert an „seinem“ Platz Holz zum Trocknen, das an gleicher Stelle auch gesägt und gespalten wird. Und niemand auf Fogo-Island stiehlt das Holz vom Nachbarn. Was wahrscheinlich auch schwierig wäre, da die soziale Kontrolle bei so wenig Leuten auf der Insel bestimmt groß ist.
Da auf der Insel im Winter viel Schnee liegt und nicht viel zu tun ist, werden viele Handarbeiten gemacht oder man geht mangels Gasthäusern, wie man es bei uns kennt, am Sonntag in die Kirche. Und davon gibt es einige. Die Katholiken, die Anglikaner, die Presbyterianer und die Salvation Army (Heilsarmee) unterhalten einige Gotteshäuser auf der Insel. Und auch nach dem Leben liegt man getrennt. Auf kleinen, meist umzäunten Friedhöfen liegt man wieder unter Seinesgleichen. Und wenn man im Jenseits nicht allzu oft Besuch haben möchte, empfehlen wir Graveyard-Island. Eine winzige Insel vor Deep Harbour. Von Lebenden wird man dort höchst selten gestört.
Nun wurde es langsam Zeit, sich für die Fähre anzustellen. Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Nach 64 Autos ist Schluss und man muss auf die nächste Fähre warten. Hunger hatten wir auch und da kam uns der ein wenig gammelig aussehende Foodtruck an der Fähre gerade recht. Der Kaffee war okay, das Sandwich super.
Das Meerwasser rund um die Insel hat uns in seiner Klarheit sehr beeindruckt. Man kann überall auf den Grund sehen. Einen Hummer haben wir aber leider nicht entdecken können, obwohl die vielen Hummerfallen darauf schließen lassen, dass es ihn hier gibt.
So und dann galt es Abschied zu nehmen von den beiden „Coconut-Retrievern“ unserer sehr netten Campground-Nachbarin aus Grand-Falls. Wo geht das besser als in Farewell, dem Ankunftsort der Fähre auf dem Festland.
Fogo Island Inn
Vielleicht nicht mystisch, aber sehr besonders und sehr schön ist Fogo. Nach einer ruhigen Nacht in Fogo verabschiedeten wir uns von unserem Nachbarn. Dabei lernten wir noch ein schönes Wort: rubberneck. Das sind Leute, die eine Runde um den Strand fahren, dabei den Kopf verdrehen, unser schönes Auto aus Hamburg anschauen und dann weiter fahren. Bei uns nennt man das OKF=Ortskontrollfahrt. Eine schöne Beschäftigung für den Sonntagnachmittag oder den Thanksgiving-Feiertag, den wir heute haben.
Dann machten wir uns auf den Weg nach Joe Batt´s Arm. Ziel ist das Fogo Island Inn, ein außergewöhnliches Hotel, das wie ein Schiff auf Stelzen inmitten einer großartigen Landschaft steht. Dort schauten wir uns die „Art Gallery“ an, tranken eine Cappuccino in der ansprechend dekorierten und gemütlichen Lobby, die wunderbare Ausblicke auf die umliegende Landschaft und die Küste bietet, nutzten das WLAN und zogen weiter. Zu dem Hotel gehören noch vier kleine Häuser, die ebenfalls durch ihre außergewöhnliche Architektur auffallen und die versteckt auf der Insel stehen. Diese werden von Künstlern genutzt und man kann sich gut vorstellen, wie Licht, Wellen, Wasser und Landschaft den einen oder anderen Künstler beflügeln. Wer noch mehr wissen möchte: www.fogoislandinn.ca. Das Hotel wird von der Shorefast-Stiftung unterhalten. Die Gewinne des Hotels gehen an Projekte der umliegenden Fischerdörfer, denen es nach dem Verbot des Kabeljaufanges ziemlich schlecht ging, die aber nun dank neu ersonnener Fangmethoden und eines aufstrebenden Tourismus wieder prosperieren.
Ein Besuch bei der Kooperative von mehr als 70 Handwerker- und Handwerkerinnen, haben wir uns unter selbst gestrickten Schals, Mützen, Socken und Handschuhen für ein Paar Handschuhe entschieden, die nordpoltauglich sind.
Twillingate
Heute morgen regnete es leider ziemlich stark. Trotzdem machten wir uns wie geplant auf den Weg nach Twillingate. Der Weg dorthin führt über einige Inseln, die mit Brücken verbunden sind. Außerdem sieht man links und rechts viele kleine unbewohnte Inseln und Inselchen. Die Heidelandschaft dazwischen ist sehr bunt und auch die Flechten auf den Granitblöcken scheinen in allen Farben. Sehr pittoresk und bestimmt noch einmal doppelt so schön bei Sonnenschein. In Twillingate sind wir sofort zum Leuchtturm gefahren. Dort oben war natürlich nichts los und bei bestem Sonnenschein und im Juni hat man dort eine GIGANTISCHE Aussicht auf vorbeitreibende Eisberge und Eisschollen. Schließlich befinden wir uns hier an der Iceberg Alley. Wer also dieses Schauspiel von März bis Juni sehen möchte: www.icebergfinder.com. Und später im Jahr sieht man vielleicht auch noch Wale vorbei schwimmen, aber wir haben schon mehrmals gehört, dass die Wale nicht mehr so häufig hier sind, weil sie ihrer Nahrung folgen, und die ist augenscheinlich zur Zeit nicht in ausreichendem Maße vor Neufundland vorhanden. So blieb uns ein superschöner Ausblick von hohen Klippen über das Meer und den Leuchtturm.
Weiter nach Burell blieben wir vor einem dekorierten roten Schuppen stehen, der am Ende eines Steges stand. Wir machten ein Foto und schon kam Melvin Horwood. Er erklärte uns, dass sich in dem Schuppen sein privates Museum befinde. Ob wir es sehen wollten? Ja, gerne, was soll schon in einem 10 qm großen Schuppen sein? Die ganze Welt im Kleinen, so kann man es zusammenfassen. Melvin sammelt Kugelschreiber, Sticker und Aufnäher aus der ganzen Welt. Alle Leute, die hier vorbeikommen, haben Melvin eines dieser Dinge geschenkt. Melvin, inzwischen Rentner, war früher Fischer und auf dem Steg trocknete er Fisch. Nun ist er Leiter seines eigenen kleinen Museums in einem weltumspannenden Universum. Falls jemand Melvin einen Kugelschreiber oder Sticker schicken möchte, ich habe seine Postadresse.
Auf dem Weg zurück zur Fähre nach Fogo Island hielten wir beim Orchideen Café. Eine junge Frau, deren Großmutter aus Braunschweig stammt, führt das Café seit vier Monaten. Die Kuchen und Kekse sind selbst gebacken und sehr lecker. Internet, Unterhaltung und Kaffee gab es auch, alles gut.
Wir kamen gerade richtig für die Fähre nach Fogo Island. 45 Minuten später waren wir dort und fuhren direkt nach Fogo weiter. Hier stehen wir nun am Strand des Brimstone Head. Den haben wir erwandert und eine schöne Aussicht auf die Bucht und unser WoMo genossen. Außerdem haben wir einen Schnack mit Dwight und seine Frau Kathi gehalten, die finden, dass Fogo mystisch ist. Das werden wir morgen rausfinden.
PS: Dwight ist sehenswert – im Blog unter Krakterköpf