Heute hat Ludwig Geburtstag. Viele Grüße und alles Gute und viel Gesundheit wünschen wir Dir aus Neufundland. Wir hoffen, dass das Wetter in Ludwigshafen heute genauso schön war wie hier.
Blauer Himmel, kein Wölkchen, Sonnenschein und 21 Grad Celsius. Das ist wohl kaum zu übertreffen. Da wir die Fähre um 14.00 Uhr nehmen wollten, hatten wir noch ein wenig Zeit über die Insel zu fahren. Diese ist mit 25x 14 km nicht besonders groß und doch gibt es jede Menge zu sehen.
Eine Caribou-Herde begegnete uns am Wegesrand. Oder die Holzstöße, die es alle paar Kilometer an der Straße zu sehen gibt. Jeder auf Fogo-Island lagert an „seinem“ Platz Holz zum Trocknen, das an gleicher Stelle auch gesägt und gespalten wird. Und niemand auf Fogo-Island stiehlt das Holz vom Nachbarn. Was wahrscheinlich auch schwierig wäre, da die soziale Kontrolle bei so wenig Leuten auf der Insel bestimmt groß ist.
Da auf der Insel im Winter viel Schnee liegt und nicht viel zu tun ist, werden viele Handarbeiten gemacht oder man geht mangels Gasthäusern, wie man es bei uns kennt, am Sonntag in die Kirche. Und davon gibt es einige. Die Katholiken, die Anglikaner, die Presbyterianer und die Salvation Army (Heilsarmee) unterhalten einige Gotteshäuser auf der Insel. Und auch nach dem Leben liegt man getrennt. Auf kleinen, meist umzäunten Friedhöfen liegt man wieder unter Seinesgleichen. Und wenn man im Jenseits nicht allzu oft Besuch haben möchte, empfehlen wir Graveyard-Island. Eine winzige Insel vor Deep Harbour. Von Lebenden wird man dort höchst selten gestört.
Nun wurde es langsam Zeit, sich für die Fähre anzustellen. Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Nach 64 Autos ist Schluss und man muss auf die nächste Fähre warten. Hunger hatten wir auch und da kam uns der ein wenig gammelig aussehende Foodtruck an der Fähre gerade recht. Der Kaffee war okay, das Sandwich super.
Das Meerwasser rund um die Insel hat uns in seiner Klarheit sehr beeindruckt. Man kann überall auf den Grund sehen. Einen Hummer haben wir aber leider nicht entdecken können, obwohl die vielen Hummerfallen darauf schließen lassen, dass es ihn hier gibt.
So und dann galt es Abschied zu nehmen von den beiden „Coconut-Retrievern“ unserer sehr netten Campground-Nachbarin aus Grand-Falls. Wo geht das besser als in Farewell, dem Ankunftsort der Fähre auf dem Festland.