Nach einer ruhigen und sternenklaren Nacht sind wir heute von der Sonne geweckt worden. Ein kurzer Plausch noch mit dem Host-Ehepaar und schon sind wir los. Tagesziel heute war Amarillo. Von Quanah über Childress ging es zunächst nach Clarendon. Dort entdeckten wir ein kleines Schild mit dem magischen Wort „Espresso“. Also rechts ran und dann gab es bei schönstem Sonnenschein mit Blick auf die Dorfstraße Cappuccino und Internet. Glückstreffer. Auf der Karte sehen die Entfernungen gar nicht so dramatisch aus. Aber 300 km durch Baumwollfelder ziehen sich einfach hin. Und zwischendurch gibt es manchmal so gar nichts, an dem sich das Auge festhalten kann. Uns war gar nicht bewusst, wie viele Eisenbahnstrecken für den Gütertransport es in den USA gibt. Entlang der US287 führt eine Eisenbahntrasse und mehrmals sahen wir ewig lange Züge, die von bis zu drei Loks gezogen wurden. Die meisten Züge waren mit Containern beladen, die zu den großen Reedereien dieser Welt gehören.
In Amarillo waren wir noch einkaufen. Normalerweise meiden wir ja Walmart, aber in Texas ist das wohl der Laden der Wahl. Hier in Amarillo ist das Angebot schon stark an die mexikanisch stämmige Bevölkerung ausgerichtet, was in Bezug auf das Fleisch und das Gemüse von Vorteil ist. Schon die Auswahl an Chilischoten war bemerkenswert.
Wir stehen heute Nacht im Palo Duro Canyon State Park. Dieser Park ist größer als der Copper Breaks State Park, in dem wir gestern waren und der Canyon ist auch beeindruckend. Wir stehen nun unten im Canyon neben einem Bach, der bei Regen bedenklich anschwellen kann. Von unserem „Schlafzimmerfenster“ schauen wir nach oben auf einen Felsen und wir können uns gut vorstellen, wie oben die Bösen stehen und uns unten belauern. John Wayne hat diese Situation immer so aufgelöst, dass er im Rücken einen Bach hatte und so die Feinde immer vor sich. Der rote Sandstein der Felsen sieht bei Sonnenuntergang natürlich besonders gut aus. Es gibt hier mehrere Trails, von denen der bekannteste der Lighthouse Trail ist, der zu einer Felsnadel führt. 2,72 Meilen einfach und man wird mehrfach ermahnt, auf alle Fälle genügend Wasser dabei zu haben. Heute waren wir zu spät hier, denn um 17.30 Uhr ist Sonnenuntergang. Ob wir morgen dabei sind? Fraglich.
Die Hälfte des Stateparks ist zur Zeit gesperrt, da Hunting-Woche ist und man Angst um die harmlosen Wanderer und Mountainbiker hat. Letztere dürfen sich in einem bleifreien Habitat bewegen. Danke.
Übrigens ist der Palo Duro Statepark der zweitgrößte Canyon in den USA.