Quebéc II

Die Attraktion ist heute der Marché aux vieux ports, der Viktualien-Markt von Quebéc. Gemüse, Erdbeeren, Torten, Foie Gras, Käse, Gebäck, Creme brûle mit Ahornsirup, Wein, alles lecker, alles fein. Bitte, bitte keine Hamburger mehr. Und ganz lecker: Barbe a papa (Auflösung morgen). Das Obst und das Gemüse ist knackig, schön präsentiert, aber nach unserer Einschätzung auch nicht ganz billig. Macht Euch selbst ein Bild, die Preise sind ja mit fotografiert. Und was haben wir heute zu Abend gegessen? Gefüllte Kalbfleischröllchen in einer leckeren Senf-Sahne-Soße mit gelben Bohnen (das Lieblingsgemüse von Paul und Hannah). Dazu einen Salat mit Radieschen und leckeres französisches Weißbrot, damit nichts von der leckeren Soße übrig blieb. Ja, nichts von wegen Feuertopf Texas. Wir reisen mit Stil.

 

Nebenan hatte heute der Sommer-Kunsthandwerkermarkt von Quebéc geöffnet. Wie jeder dieser Märkte, die es von Wanne-Eickel bis Quebéc gibt, konnte man die ewig gleichen Produkte erstehen: Getöpfertes, Holzspielzeug, Kleider, unter denen jede Speckrolle verschwindet (eigentlich praktisch), Filzhüte, die einen wie einen Karnevalisten aussehen lassen, Schmuck von hübschen und weniger hübschen Schmuckdesignerinnen und Ledergürtel, die riechen, wie der Hund vom Nachbarn. Leider war der Akku meines Fotos leer, also hier ist nun Fantasie gefragt.

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Quebéc I

Nach unserer Nacht auf dem vom Papst persönlich akkreditierten Platz mit Internetanschluss und strengem Webfilter, was gezeigt werden darf (bei Google News gab es viele Beiträge OHNE Bilder) starten wir nach Quebéc.

Schon die Silhouette ist vielversprechend. Über allem thront Le Chateau Frontenac, ein riesiger Hotelkomplex, der Schloss Neuschwanstein von außen in nichts nachsteht. Davor befindet sich die Terrasse Dufferin, eine Aussichtsterrasse der Extraklasse mit einem schönen Blick auf den Fluss, die Brücke. Die Terrasse selbst wurden wir aufs Beste von Gauklern unterhalten. In die Unterstadt gelangt man über die Escalier Casse-Cou (Genickbruch-Treppe). Wir haben es überlebt, genau wie die erste Begegnung mit einem Bären.

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Québec, wir kommen

In Tadoussac setzten wir mit der Fähre über den Fjord de Saguenay. Nein, wir haben keine Whale-Watching Tour mitgemacht. In La Malbaie machten wir Halt bei einer überaus empfehlenswerten Boulangerie Artisanale. Hier gab es leckeres Brot, Kuchen und Kaffee. Und dann wollten wir natürlich noch das Manoir Richelieu sehen. Ein Megahotel, das 1928 für reiche Sommerfrischler errichtet wurde, heute zur Fairmont-Kette gehört und dem Chateau Frontenac in Québec ähnelt. Leider regnete es wie aus Eimern. Aber was wir sahen, sah viel versprechend und nach wie vor edel aus. Eine kleine Trainingsrunde für meinen Fahrer Martin gab es dann auch noch. Steigungen/Gefälle von bis zu 15 Prozent und wir fuhren die Route du Fleuve vorbei an Saint-Iréne, Saint-Joseph-de-la-Rive bis nach Baie-Saint Paul. Das viel beschriebene Künstlerdorf. Das unbestritten Beste, was aus diesem Ort stammt ist wohl der hier gegründete weltberühmte Cirque de Soleil. Als wir kurz vor Sainte-Anne-de Beaupré am Straßenrand anhielten, um unser Nachtziel zu besprechen, klopfte es an die Tür und das Paar, das mit Autisten zusammenlebt, stand draußen. Direkt nebenan haben sie ihr Chalet und uns, welch großer Zufall von ihrer Terrasse aus entdeckt. Die Einladung zu einer Tasse Kaffee und einem Schnack haben wir sehr gerne angenommen. Der Garten des Chalets bot einen sehr schönen Ausblick bis nach Québec.

Jetzt stehen wir auf dem Kirchenparkplatz von Sainte-Anne-de Beaupré mit Blick auf den Lorenzstrom und erkennen, was atlantische Tiefausläufer sind. Gut oder?

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zum St Lorenz Strom, QC

Moin. Von Amqui ging es schnurstracks nach Sainte Flavie, dem Tor zur Gaspésie-Halbinsel, einem hübsch gelegenen Fischerdorf mit Künstler-Attitüde. Hellster Stern am Kunsthimmel des Orts ist laut lonely planet Reiseführer das Centre d´Art Marcel Gagnon. The Great Gathering, eine Sammlung von 100 Steinfiguren, die aus den Ufern des St. Lorenz-Stromes zu steigen scheinen, ist eine wirklich hübsche Installation, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Aber darüber hinaus ist Marcel Gagnon oder seine Familie, wer weiß das schon, Kaufleute durch und durch. Die neben der Installation liegende Auberge bietet Allerweltsrestauration und viel käuflichen Touristenkitsch.

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Weiter ging es nach Rimouski. Dieser Name bedeutet Land des Elches. Ein schön am Lorenzstrom gelegener Ort. Überaus empfehlenswert ist das Café Brûlerie, das neben gutem Kaffee auch nette Bedienungen zu bieten hat. DSCF0371DSCF0374

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Scenic Drive durch den Distrikt Bic führte uns zu einem Ort namens Trois Pistoles. Da muss man einfach hin. Und was gibt es dort? Eine Kathedrale, die wie viele Kirchen der Halbinsel Gaspé silberne Türme haben. Warum silbern? Wir wissen es auch nicht. Vielleicht hat jemand eine Idee? DSCF0400 Und eine Fähre, die uns am Abend über den St. Lorenz Strom nach Les Ecoumins gebracht hat. Wir wollten natürlich auch Wale sehen. Haben wir auch, größere und kleinere, die man gut beobachten konnte. Jetzt stehen wir in Bergeronnes auf einem Campingplatz. Oder sollte man sagen Räucherplatz? Kanadier lieben das Lagerfeuer. Und so gibt es meist zu jedem Stellplatz eine alte LKW-Felge, in der man schüren darf. Allerdings vorzugsweise nur mit lokal auf dem Campingplatz zu erwerbenden Holz. Es wird darauf hingewiesen, dass mitreisendes Holz mit dazu beiträgt, dass ein bestimmter Holzschädling über ganz Kanada verbreitet wird.   Unser Auto gibt immer wieder Anlass zu netten Unterhaltungen und Bekanntschaften. So haben wir heute einen selbstständigen Landeigner und Holzfäller (vgl. DMAX Holfällen extrem) mit seiner Frau sowie zwei miteinander verheiratetet Jungs in unserem Alter kennengelernt, die mit einer Gruppe Autisten in einer Wohngemeinschaft leben. Gestern einen Engländer, der seit einem Jahr mit dem Wohnmobil durch die Welt tourt, einen Kanadier, der in Baden-Baden geboren wurde und natürlich diejenigen, die uns mit einem freundlichen „Guten Tag, meine Eltern stammen aus Deutschland“ begrüßen.

… nach Amqui, QC

Christmas in July, Halloween in August, was für Feste? Auch auf kanadischen Campingplätzen muss das Publikum bei Laune gehalten werden. Neben dem Aufgreifen des Mottos im Handel, um die umsatzarme Urlaubszeit vor dem back to school Rummel mit irgendetwas beleben zu können, ist der Ursprung in einem Film zu finden (hier empfehle ich Wikipedia).

Heute war Fahren angesagt: von Moncton, New Brunswick nach Amqui, Quebec, insgesamt ca. 500 km. New Brunswick und Gaspésie als Teil von Quebek sind die Hauptverbreitungsgebiete der Akadier, Nachkommen französischer Siedler aus dem Poitou, der Bretagne und der Normandie, die im 17. Jahrhundert auswanderten. Jedes Jahr findet der Weltkongress der Akadier statt, auch dieses Jahr wieder im August.

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darf nicht fehlen

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Showmobile neben dem Highway

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Brücke

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II

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Elche … immer wieder

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Wir durchfuhren schöne Landschaften. Je weiter wir nach Norden vorankamen, desto französischer wurden die Ortschaften. Hier in Amqui spricht man nur noch französisch, ungern englisch. Das kennt man als Europäer irgendwie.

 

Der persönliche Höhepunkt des Tages war das Publikum auf dem Campingplatz in Amqui. Um es politisch komplett unkorrekt zu formulieren: was ist die Steigerung von Red Necks? Bei dieser Frage kann einer der Reisenden eine Vielzahl von Anekdoten aus seinem früheren Leben in good old Georgia zum Besten geben. Diese wurden aber heute alle getoppt.

Zur Antwort: Französiche Red Necks. Diese fahren einen Ford 150 4×4 king cabin pick up, mit einer Sattelschlepperkupplung auf der Ladefläche. Damit zieht man einen Wohnwagenauflieger namens „raptor“ hinter sich. Die gefühlte Länge des Aufliegers ist identisch mit der eines deutschen Sattelschleppers. Zusätzlich hat man einige 4×4 ATVs (in etwa ein Quad mit Überrollbügel und Halterung für das Gewehr) dabei. Sehr freundliche und nette Menschen, die ausnahmslos alle einen Fernsehbericht über die Herstellung unseres Wohnmobils gesehen haben 😉 (DMAX sein Dank: die Beifahrerin).

 

Fast immer, wenn wir bei einem Aussichtspunkt oder in einer Stadt anhalten, werden wir wegen des Fahrzeugs angesprochen. Am interessantesten ist die wiederholte Frage: „did you drive all the way from Germany?“ Nein, hier wollen wir das einmal klarstellen. Wir verschifften das Wohnmobil von Hamburg nach Halifax. Auch wenn Frau Palin von ihrem Wohnzimmer in Alaska angeblich Russland sehen kann, haben wir uns doch für die gesicherte Variante entschieden.