Den Yoho Nationalpark haben wir für unsere Verhältnisse schon recht früh um 9.00 Uhr verlassen und sind zurück in den Banff Nationalpark, bzw. auf den Icefield Parkway zurückgekehrt. Bei schönstem Wetter war unser erster Stopp bei Lake Herbert, „the photographer´s favourite“. Das kann man bestätigen, wenn man sieht, wie schön sich die Berggipfel im See spiegeln. Ab dann gondelt man die ca. 160 km bis nach Jasper. Man hält mal hier, mal dort, überall gibt es so genannte „Look Outs“. Einige sind mit kleinen Spaziergängen verbunden, das sind die angenehmeren, wenn auch nicht unbedingt die atemberaubenden. Die Spots, die bequem mit Bussen angefahren werden können, stellten unsere interkulturelle Offenheit auf eine harte Probe. Überhaupt ist es ein schmaler Grad zwischen der Erhaltung so grandioser Nationalparks und der Möglichkeit für viele, sich daran zu erfreuen.
Wir hielten noch am Peyto Lake, am Mistaya Canyon und am Columbia Icefield. Bei letzterem großen Gletscher wird durch Markierungen deutlich vor Augen geführt, wie sehr sich der Gletscher seit 1920 zurückgezogen hat. Auf eine Gletscherwanderung haben wir ebenso verzichtet, wie auf die neueste Attraktion, den Glacier Skywalk, einen gläsernen Balkongang über einen Abgrund mit Blick auf den Gletscher. Die Landschaft, durch die man rauscht, ist immer besonders, teilweise atemberaubend. Pässe wechseln mit Hochebenen, man sieht Wildbäche in allen Breiten, mit und ohne Stromschnellen, Wälder, kahle Bergrücken, Gletscher, Schneefelder, Wiesen mit Wollgras. Mit den kleinen oben genannten Abstechern ist man nach Stunden irgendwie erschöpft. Das Auge möchte ausruhen. Das tun wir jetzt auch im Wabasso Campground im Jasper Nationalpark. Wir stehen im lichten Nadelwald natürlich mit Feuerpit. Das Lagerfeuer ist für Kanadier immens wichtig. So gibt es bei jedem Campingplatz feste Metallkörbe (oft sind das alte LKW Felgen), in denen geschürt werden darf. Das Feuerholz muss auf dem Platz gekauft werden, denn durch das Transportieren von eigenem Holz quer durch Kanada wird ein bestimmter Waldschädling immer weiter getragen. Davor wird an jedem Campingplatz gewarnt.
Getroffen haben wir heute lauter nette deutsche Pärchen und Familien, die urlaubenderweise durch den Banff- und Jasper Nationalpark touren.
Und dann haben wir heute endlich eine Elchkuh im Vorgarten eines Hotels gesichtet. Es war nicht auszumachen, ob sie dort zufällig war oder zum Personal des Hotels gehörte.
Anmerkung des Fotografen: für Bergfans sind die Rockies bzw. ist die Tour ein absolutes Muss. Die Berge, die Aussichten, die Bergseen, etc. sind absolut Topp. Die einzige Frage ist wann man diese Tour unternimmt um den Busladungen an Touristen an den „hot spots“ zu entgehen.
