Calgary

Nachdem wir uns heute von unseren vier netten Kindern aus Bonn verabschiedet haben, die zusammen mit ihren Eltern drei Wochen durch Kanada getourt sind und heute Nacht neben uns standen, war unser erstes Ziel ein Cowboyboot-Laden in Calgary. Etwas außerhalt gelegen, bietet er Boots made in Canada an. Schlichte Modelle sind dabei eher selten. Rote, grüne, gelbe, mit und ohne Stickereien, aus Rindleder, Krododil- oder Schlangenleder. Nicht jedes Modell muss einem gefallen. Aber eines gefiel dann doch.

Auf unserem Weg nach Downtown wurden wir an einer roten Ampel von einem deutsch sprechenden Passatfahrer gebeten, doch mal rechts ranzufahren. Leo lebte als Zimmermann schon über 20 Jahre in Kanada und hatte eine spannende Vita, aber irgendwie auch den Kanada-Blues. Er war aber am Ende sehr kanadisch und sehr um uns Fremde bemüht und entschied sich dafür, uns mit Regina bekannt zu machen. Also fuhren wir hinter ihm her zum Crossroads Farmers Market. Dort hat Regina hat einen Stand, wo sie Wurst und bestes Fleisch verkauft. Regina lebt schon seit 40 Jahren in Kanada, stammt ursprünglich aus Hamburg, hat sechs erwachsene Kinder und einen Mann mit indianischen Wurzeln. Diese Frau strahlte eine tolle innere Ruhe und Stärke aus, das hat uns sehr beeindruckt. Sie ist in Kanada mehr als angekommen. Ihr exzellentes Fleisch, (Regina, das Steak von heute war oberlecker), bezieht sie von ihr bekannten Farmern. Da gibt es keine Hormone, kein Kraftfutter, nichts.

Wir schlenderten dann noch ein bisschen über den Markt und ich hätte Berge von Obst und Gemüse kaufen mögen. So lecker sah alles aus. Farmer bieten an, Händler, aber auch Mennoniten, bei denen schon die Jungs mit anfassen müssen. Ein kleiner Teil des Marktes ist nicht den Lebensmitteln gewidmet. Dort werden alle möglichen Dinge verkauft. Bei der chinesischen Händlerin kann man Porzellan und Dekoartikel erstehen, die kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Bunt. Kitschig. Überflüssig. Aber irgendwie faszinierend.

Oder Bill Baker. Er verkaufte an seinem Stand Pins. Zu Eishockey, Football, Olympischen Spielen (er hat zehn!! besucht), Autos, Polizei, Militär, Touristischen Zielen und was immer einem einfällt. Der Mann ist eingerahmt in Pins. Ich durfte mir alles ansehen und er hat mir alles freundlich erklärt. Besonders gefreut hat mich, als er mir einen Pin in Form eines weißen Cowboyhutes überreichte. Bei der Calgary Stampede gibt es jedes Jahr eine Zeremonie, zu deren Anlass der Bürgermeister einen weißen Cowboyhut an verdiente Persönlichkeiten übergibt. Ich bekam meinen heute in Form eines Pins von Bill Baker. Danke sehr.

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