Unser Dank an Herrn Zetsche!

Wir sind sehr zufrieden mit unserem kleinen Wohnmobil auf Basis des Ategos. Wir bekommen unglaublich viele positive Rückmeldungen, meist eingeleitet mit “what a rig…”. Erweitert wird unsere Reiseerfahrung dennoch durch einen Designfehler am Benz. Ein Mercedes Mitarbeiter aus Wörth, der nach eigenem Bekunden auch Ategos mit baut, hat uns in Alaska erklärt, “so wird das nicht mehr verbaut”.

Was ist heute passiert? Als erste Aktion stand mal wieder (zum 5. Mal) der Besuch in einer Werkstatt auf dem Programm. Die Halterung für die Stange, an der der Kunststoffkotflügel und leider auch diverse Dieselfilter hängen, war wieder gebrochen. Unser Sprachschatz wurde entsprechend erweitert: „the bracket of the front left flap holder or something broke again…“

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Zetsche und Herrn Bernhard von Daimler Benz bedanken, dass sie uns auf dieser Reise ermöglicht haben, viele sehr nette und immer hilfsbereite Schweißtechnik-Kundige an den außergewöhnlichsten Ecken Kanadas und Amerikas kennenzulernen. Neben der Reparatur wurden wir immer auf das Beste unterhalten und bekamen Einblicke in die unterschiedlichsten Lebensläufe.

Heute wollten wir es nun mit einem Original-Ersatzteil versuchen. Mercedes Trucks of Amerika in Salem, Oregon, empfohlen von der Mercedes Hotline in Deutschland hat uns abgewimmelt. Die Valley Freightliner Inc. in Olympia, WA, ein Repräsentant der anderen Mercedes Tochter Freightliner, hat zumindest versucht ein Ersatzteil zu beschaffen, was leider auch nicht gelang. Dafür stellte sie ihren besten Schweißer zur Verfügung und, nach einem nicht ganz kleinen fee, rollen wir jetzt wieder weiter und hoffen, es hält ein bisschen. Aber die Armada von blauen Trucks hat uns natürlich gefallen und „powered by Mercedes Benz“ natürlich auch.

Die Zeit, bis die Reparatur fertig war, haben wir uns in Olympia vertrieben. Und was soll ich sagen? Auf dem Capitol von Olympia, der Hauptstadt Washingtons winkte mir Obama zu.

Seattle, Wa

Unser Tag führte uns über eine Fährverbindung nach Seattle. Leider hatten wir auf dem Campground gestern und heute kein Internet. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist diesbezüglich außerhalb der großen Städte eben Entwicklungsland. Aber macht nichts, morgen werden wir schon einen Platz finden. In Seattle haben wir direkt neben der Space Needle geparkt. Dort im Seattle Center findet man außerdem das EMP, das Experience Music Projekt, eine beachtliche Gehri Konstruktion, die angeblich in ihrer Planung von der Form von Stratocastern beeinflusst war. Da das Jimi Hendrix Museum dort auch untergebracht ist, mag das ja stimmen. Auf alle Fälle war es „günstig“ für die Stadt, denn es wurde von einem der Microsoft-Bosse gesponsert.

Aber unser Ziel waren die Chihuli Garden of Glass. Hier wurden sehr beeindruckende Glasinstallationen in dunklen Räumen, aber auch im Garten präsentiert. Diese sind thematisch in ihren Formen und Farben dem Meer oder der Flora zuzuordnen. Auf alle Fälle sehenswert und ihr Eintrittsgeld wert. Wir hatten ja schon mehrmals Gelegenheit, Glaskunst aus Hasenthal zu bewundern. Und auch hier sind die verwendeten Themen und Formen ähnlich. Aber in Seattle wurde Glaskunst von Chihuli im Megaformat präsentiert. Und allein das wirkt schon gewaltig.

Danach spazierten wir nach Downtown. Seattle ist eine sehr schöne und gepflegte Stadt. Was auch nicht verwundert bei den Headquartern so bedeutender Firmen wie Boing, Starbuck, Amazon, Mikrosoft und Expedia. Wir beide hatten ja heute einen Friseurtermin. Und ihr solltet uns heute sehen. Molto elegante. Es hat sich gelohnt. Vielen Dank an Carmen und Edward. Jetzt sind wir in irgendeinem Nest kurz vor Olimpia, der Hauptstadt von Washington.

Port Angeles, WA

Unser vorerst letzter Tag in Kanada war gekommen. Mit Blick auf den Inner Harbour von Victoria mit den ersten startenden Wasserflugzeugen machten wir uns auf den Scenic Marine Drive, der uns zuerst zum Kilometerstein 0 des Trans-Kanada-Highways führte. Und diesen Highway sind wir ja wirklich in großen Teilen abgefahren, auch wenn wir nicht in St. John (Neufundland), sondern erst in Halifax (Nova Scotia) losgefahren sind.

Weiter ging es vorbei an sehr schönen Häusern und Anwesen, netten Gärten und Parks, durch einen Golfplatz und fast immer mit auf die Blick Juan de Fuca Strait. Nach einer kleinen Pause in einer Marina fuhren wir wieder ganz gemütlich in die Innenstadt zurück.

Und ja, an der Universität von Victoria sind wir auch vorbeigekommen. Der Campus liegt wirklich schön angelegt und ich glaube, als Standort für ein Auslandssemester ist das hier nicht der schlechteste Ort.

Um 14.30 h mussten wir wieder an der Fähre nach Port Angeles sein. Denn die amerikanische Home Land Security fertigt alle Fahrzeuge ab, bevor sie überhaupt aufs Schiff dürfen. Dank unseres neuen multi-entry Visums dürfen wir jetzt bis Ende März 2015 bleiben. Nein, keine Angst, wir sind schon vorher wieder da. Ja, und dann legte die Fähre ab. Ein letzter Blick zurück auf Viktoria und vielen Dank noch einmal an alle Kanadier, die wir kennengelernt haben.

 

Und nun beginnt ein neuer Abschnitt unserer Reise. Wir sind nun in den USA, in Port Angeles. Morgen sind wir in Seattle und da gehen wir erst einmal zum Friseur, denn unsere Hippi-Matten gefallen uns gar nicht. Auch eine Erkenntnis.