Bei bestem Herbstwetter machten wir uns auf den Weg nach Sherbrooke. Ziel war Sherbrooke Village, ein Dorf mit 30 historischen Gebäuden aus der durch Schiffsbau Fischfang und Holzindustrie begründeten Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Straße führt mal an malerischen Küstenabschnitten mit adretten und hübsch anzusehenden Häusern vorbei und mal an weniger gepflegten oder auch schon abgerissenen Mobilhomes. Rätsel aber gab uns ein Ort namens Marie Joseph auf. Für den Fotografen boten sich pitoureske Schiffswracks an einer Marina an. Aber auch viele aufgestapelte Hummerfallen ließen darauf schließen, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Ein Anschlag einer staatlichen Behörde an einem Pfahl im Hafen warnte eindringlich davor, Hummer, Schalentiere und Fisch aus dieser Region zu essen. Warum, stand natürlich nicht dort, aber das Ende einer Industrie ließ sich hier eindrucksvoll studieren.
Also fuhren wir weiter wie geplant nach Sherbrooke. Nachsaison. Nur wenige ließe sich locken. Aber der Shop, das Visitor-Center und das Café des Museumsdorfes waren geöffnet. So ließen wir es uns bei Sandwiches und German Apfelkuchen gut gehen, bevor wir uns einer Führung anschlossen. Die in einem Original-Kostüm gekleidete Lady zeigte uns den General Store, die Arztpraxis, das Gefängnis und die Kirche aus der Zeit nach 1850. Einmal mehr zeigt sich für Europäer, welchen großen Schatz an Geschichte wir haben, und wie stolz und engagiert man hier mit dem „Schätzchen“ an Geschichte umgeht.
Über Antigonish sind wir dann noch 90 km nach Linwood gefahren, um hier zu übernachten und morgen einen guten Start nach Cape Breton Island zu haben. Das erste Lagerfeuer gab es auch, die Jacken riechen jetzt schon mal gut nach Abenteuer.