Moin. Von Amqui ging es schnurstracks nach Sainte Flavie, dem Tor zur Gaspésie-Halbinsel, einem hübsch gelegenen Fischerdorf mit Künstler-Attitüde. Hellster Stern am Kunsthimmel des Orts ist laut lonely planet Reiseführer das Centre d´Art Marcel Gagnon. The Great Gathering, eine Sammlung von 100 Steinfiguren, die aus den Ufern des St. Lorenz-Stromes zu steigen scheinen, ist eine wirklich hübsche Installation, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Aber darüber hinaus ist Marcel Gagnon oder seine Familie, wer weiß das schon, Kaufleute durch und durch. Die neben der Installation liegende Auberge bietet Allerweltsrestauration und viel käuflichen Touristenkitsch.
Weiter ging es nach Rimouski. Dieser Name bedeutet Land des Elches. Ein schön am Lorenzstrom gelegener Ort. Überaus empfehlenswert ist das Café Brûlerie, das neben gutem Kaffee auch nette Bedienungen zu bieten hat. 

Ein Scenic Drive durch den Distrikt Bic führte uns zu einem Ort namens Trois Pistoles. Da muss man einfach hin. Und was gibt es dort? Eine Kathedrale, die wie viele Kirchen der Halbinsel Gaspé silberne Türme haben. Warum silbern? Wir wissen es auch nicht. Vielleicht hat jemand eine Idee?
Und eine Fähre, die uns am Abend über den St. Lorenz Strom nach Les Ecoumins gebracht hat. Wir wollten natürlich auch Wale sehen. Haben wir auch, größere und kleinere, die man gut beobachten konnte. Jetzt stehen wir in Bergeronnes auf einem Campingplatz. Oder sollte man sagen Räucherplatz? Kanadier lieben das Lagerfeuer. Und so gibt es meist zu jedem Stellplatz eine alte LKW-Felge, in der man schüren darf. Allerdings vorzugsweise nur mit lokal auf dem Campingplatz zu erwerbenden Holz. Es wird darauf hingewiesen, dass mitreisendes Holz mit dazu beiträgt, dass ein bestimmter Holzschädling über ganz Kanada verbreitet wird. Unser Auto gibt immer wieder Anlass zu netten Unterhaltungen und Bekanntschaften. So haben wir heute einen selbstständigen Landeigner und Holzfäller (vgl. DMAX Holfällen extrem) mit seiner Frau sowie zwei miteinander verheiratetet Jungs in unserem Alter kennengelernt, die mit einer Gruppe Autisten in einer Wohngemeinschaft leben. Gestern einen Engländer, der seit einem Jahr mit dem Wohnmobil durch die Welt tourt, einen Kanadier, der in Baden-Baden geboren wurde und natürlich diejenigen, die uns mit einem freundlichen „Guten Tag, meine Eltern stammen aus Deutschland“ begrüßen.




