Bei bleigrauem Wetter und Nieselregen sind wir heute in Roanoke gestartet. Unser erstes Ziel auf dem Highway 287 war Wichita Falls. Wir brauchten dringend Internet, um unseren Blog wieder zu füttern. Also ab zu Starbucks. Vorher aber sind wir durch downtown Wichita Falls gefahren. Ich hatte gehört, dass der Stadtrat Anfang 2017 beschlossen hatte, die Innenstadt zu revitalisieren. Und ja, es gibt genügend nette alte Backsteingebäude, in die Geschäfte, kleine Büros, Restaurants und Cafés einziehen könnten. Aber wie wir es schon in vielen kleinen Städten gesehen haben, gelingt das manchmal großartig, wie in DeLand und manchmal aber auch gar nicht. Was bestimmt auch daran liegt, dass Geschäfte des täglichen Lebens eher näher an die Highways gebaut sind, denn an ehemalige Innenstädte. Hier in Wichita Falls sieht man vielversprechende Ansätze und wie überall auf der Welt hängt ein Gelingen auch sehr von jungen Leuten ab, die wie hier in einem mit kunterbunten gebrauchten Möbel eingerichteten Café saßen und dieses Projekt bestimmt nach vorne bringen.
Hinter Wichita Falls führt der Highway durch endlose Baumwollfelder. Die geerntete Baumwolle steht in sehr großen, mit Folie abgedeckten Blöcken auf dem Feld und wartet auf den Abtransport. Und dann gab es den Ort mit dem schönen Namen Elektra. Und hinter Elektra ist das Land bretteleben und man sieht unzählige Windräder. Fast wie auf Eiderstedt. Und im Vordergrund bewegen sich die Förderanlagen von Öl, wie man sie noch aus der Serie „Dallas“ kennt.
Unser Platz zum Schlafen ist heute der Copper Breaks State Park bei Quanah. Ein sehr schön in der Prärie angelegter Park. Wir stehen auf einer kleinen Hochebene, denn der Boden rund um den Campground ist erodiert und man sieht auf kleine Seen und Felsenabrisse. Zu jedem Platz gehört ein stilisierter Wigwam aus Holz. Mit dem Host stehen hier drei Wohnmobile. Eine Ruhe wie in St. Peter-Ording. Man hört NICHTS, außer in der Ferne ab und zu einen Coyoten. Dieser Platz gilt als einer von der International Dark Sky Association sehr dunkel bewerteter Platz. Man kann also wunderbar Sterne gucken. Und das ganze für 22 Dollar.
Eben war ich noch einmal draußen. Die Sterne funkeln bemerkenswert. Die Milchstraße grüßt und der Platz ist so dunkel, dass man ohne Taschenlampe gar nichts sieht. Das sind dann die ganz besonderen Momente dieser Reise.