Dallas

Manchmal freuen wir uns wieder auf zu Hause. Auch wenn wir wirklich vielen aufrichtig freundlichen und hilfsbereiten Menschen in diesem Land begegnet sind, nervt die grottige Qualität des Internets nachhaltig. Außer bei Starbucks und McDonalds kann man nirgendwo garantieren, dass es ein stabiles Netz gibt, über das darüber hinaus noch mehr als ein Bit pro 30 Minuten transportiert wird. Mit dieser Netzqualität braucht man über eine Landung auf dem Mars nicht weiter nachdenken. Und selbst wenn es die Astronauten dorthin schaffen sollten, die Meldung darüber auf die Erde würde nach heutigen Internetstandards LICHTJAHRE dauern.
So, genug gemeckert.
Denn sonst war der Tag wirklich ganz nett. Wir haben uns im Welcome Center des Staates Texas mit Kartenmaterial und Reiseinformationen eingedeckt und dann ging es nach Dallas. An den Interstates, sprich Autobahnen gibt es bei jedem Eintritt in einen neuen Bundesstaat ein Welcome Center, das Reisende mit Informationen über das jeweilige Land informiert.
Unser Ziel war das Nasher Sculpure Center. Hier, umgeben von Wolkenkratzern liegt ein kleiner Garten, der im Aussenbereich schöne Plastiken u.a. von Rodin, Alexander Calder und George Segal präsentiert. Im Inneren des Centers gab es eine Ausstellung von Tom Sachs mit dem Namen „Tea Ceremony“. Das Wetter war sehr schön und bei 18 Grad Celsius haben wir im Garten Platz genommen und einen Kaffee getrunken. Eintritt war heute übrigens frei, weil Target heute für alle bezahlt. Es wäre ähnlich, als ob Karstadt Den Eintritt in die Kunsthalle übernähme.
Danach sind wir zu Wild Bill´s spaziert. Ich brauche ein Paar neue Schuhe, nachdem ich meine heute morgen vor der Treppe des Wohnmobils habe stehen lassen und wir einfach losgefahren sind. Dort, bei Wild Billˋs hat sich Martin vor 5 Jahren ein Paar Westernboots gekauft, die er auch heute spazieren trug. Wenn nicht hier, wo dann. In dem überaus sehenswerten Laden wurde er auch gleich auf seine Boots angesprochen. Ich selbst habe auf einem Sessel Platz genommen, dessen Lehnen aus Kuhhörnern gefertigt waren und der Bezug selbstverständlich mal eine Kuhhaut war. Aber hierher passte er wirklich. Leider hatten sie für mich keine Boots, aber nun bin ich Besitzerin eines mit silbernen Elementen verzierten Westerngürtels. Auch schick. Leider liegt der Laden in einer Ecke von Dallas, die, um es vorsichtig zu formulieren, nicht mehr zu den schicksten gehört. Vor fünf Jahren, dass wir schon einmal hier waren, konnte man Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte in den renovierten Lagerhäusern der Umgebung besuchen. Das Konzept hat aber leider nicht verfangen, was für so tolle Läden wie Wild Bill´s schade ist.
Wir stehen heute Nacht in Roanoke, kurz hinter Dallas. Schön ruhig, aber so ruhig, dass es eben leider auch kein Internet gibt.

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