Flowers Cove

Der Sonntag startete bei Sonnenschein in Rocky Harbour. Wir fuhren die 430 gemächlich gen Norden. Das schöne in den Nationalparks ist, dass es immerzu Hinweise auf Lookouts gibt und so stoppten wir schon nach ein paar Kilometern bei einer Stelle, wo die Reste eines gesunkenen und gestrandeten Schiffs zu bewundern waren. So ein Motiv freut den Fotografen immer. Bei Cow Head gab es einen Stopp an der Tanke und einen Kaffee. Dort hingen wirklich schöne Bilder indianischer Künstler. An den ungewöhnlichsten Orten findet man manchmal das Ungewöhnliche. Vielleicht sollten Esso, BP und Co auch mal über schöne Bilder lokaler Künstler in der Tankstelle nachdenken.

Unser nächster Stopp war der Arches Provincial Park. Dort haben die Bewegungen des Meeres Bögen aus dem Sandstein gewaschen. Sehr hübsch und bei Sonnenschein allemal. Der Kies dort war sehr grob, aber die Steine aufs Feinste geschliffen.

Weiter ging es auf der 430 bergauf und bergab, der Küstenlinie folgend. Mal gab es ein bisschen Wald, mal Heidelandschaft, mal ein paar Seen, mal ein paar Dörfer. Trocknende Fische an der Wäscheleine werden da zur Sensation. Mit der Zeit ermüdend und wir haben schon so viele schöne Ausblicke genießen dürfen, da wird man ein bisschen wählerisch. Zu Mittag gespeist haben wir in Hawkes Bay im dortigen Chicken-Hotspot „Haste nicht gesehen“. Besser als erwartet.

Vor St. Barbe hing an einem Gestell eine viergeteilte Moose-Kuh. Als wir uns ihr mit dem Fotoapparat näherten, kamen just in diesem Moment die Jäger. Sehr nette ältere Herren, die die Erlaubnis hatten, ein weibliches und ein männliches Tier zu erlegen. 50 Prozent hatten sie also schon erledigt. George, einer der Herren, 70 Jahre alt, erzählte, dass er in seinem Leben 24 Moose und 7 Karibous erlegt hat. Für jedes Tier ein Strich auf seiner Baseballmütze. Respekt.
In St. Barbe erkundigten wir uns nach der Fähre nach Labrador. Und wir übernachten direkt am Meer in Flower´s Cove. Der Ort, an dem die ältesten Lebewesen der Welt anzutreffen sind. Davon morgen mehr.