Quidi Vidi Village

St. John’s wartet heute auf uns. Wir parkten selbstverständlich an der Water Street. Einer jener drei Straßen downtown, wo sich Pubs, kleine Geschäfte, Kaffeeläden und Restaurants aneinanderreihen. „Die“ Amüsiermeile von ganz Newfoundland. Alle wirken mehr oder wenig alt und gemütlich, auf alle Fälle sind sie bunt bemalt. In loser Nachbarschaft stehen rote, gelbe, blaue, graue und grüne Häuser. Offensichtlich ein Markenzeichen von St. John’s, denn es gibt in en Souvenirshops viele Dinge, die die Idee der farbigen Häuser aufgreifen. In einem Outdoor-Laden wurden wir dann auch für Martin fündig: Eine wollene, rotschwarz karierte Outdoorjacke.

Weiter ging es dann zum Signal Hill, von wo aus man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und den Hafen hat. Der Hafeneingang wird von zwei Bergen begrenzt und hat nur eine Zufahrt, sodass man sich gut vorstellen kann, dass Engländer diesen Platz als leicht zu verteidigenden Hafen gewählt haben. Auf der Spitze des Signal Hill steht der Cabot Tower, von dem aus Guglielmo Marconi die erste drahtlose übermittelte Nachricht aus England empfing. Hier fing sie also an, die Zeit der Telekommunikation.

Da noch früher Nachmittag war, entschieden wir uns, zum Cape Spear National Park zu fahren, der 17 Kilometer südlich von St. John’s liegt. Der dortige Leuchtturm markiert den östlichsten Punkt des kontinentalen Nordamerikas. Wir waren dort. Heute war ein schöner sonniger Tag, mit Wind und ein paar Schauern. Und selbst heute konnte man sich einen Eindruck verschaffen, wie stark die Wellen an die steilen Klippen rollen. Die Gischt spritzt hoch auf und im Nebel von kleinen Wassertropen bricht sich das Sonnenlicht zu kleinen Regenbogen. An vielen Tagen ist Cape Spear nebelumhüllt. Wir glauben es gerne.

Was soll es zum Abendessen geben? Wir beschlossen, dass die Küche heute kalt bleiben sollte. Also sind wir nach Quidi Vidi Village gefahren. Dort stehen wir in einem kleinen Hafen, der einem Kinderbuch entsprungen sein könnte. Und wir waren essen, nein genießen im Maillard Cottage, 9 Barrows Road. Als Vorspeise gab es frittierte Blätter vom Rosenkohl mit Parmesankäse und Roast Carrots mit Thymian, Honig und gehobelten Mandeln. Als Hauptgericht einmal Schweinebraten, der schon zerfiel und auf einem Gemüsebett und kleinen Kartoffeln serviert wurde und Bonesless Pork Loin, auch auf einem Gemüsebett mit Kartofffelbrei. OBERLECKER. Dazu das gute Quidi Vidi Bier aus der benachbarten Brauerei. Und natürlich noch eine kleine Dessertauswahl. Der Service war aufmerksam und freundlich, die jungen Männer in der Küche überzeugten sowieso.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert