Natchez

Heute morgen hatten wir strahlenden Sonnenschein und 3 Grad Celsius in Biloxi, Mississippi. Der Himmel blau und die Luft so klar, wie an schönen Wintertagen in St. Peter-Ording. Der Sand weiß und von einer ganz feinen Konsistenz und niemand dort.
Auch wenn es verlockend gewesen wäre dort zu bleiben, wir wollen nach Westen. Also haben wir uns als Ziel für heute Natchez am Mississippi ausgesucht. Der Name Mississippi ist übrigens abgeleitet von Missi (groß) und Sipi (Fluß). In Natchez selbst stehen viele schöne Antebellum-Häuser und die Hauptstraße Downtown ist schön restauriert und man findet dort viele Einrichtungsläden und Restaurants. Wir waren heute gegen 16.30 Uhr dort und leider wirkte es wie ausgestorben, was bestimmt auch daran lag, dass es für hiesige Verhältnisse arktisch kalt ist.

Wir stehen nun auf der Natchez gegenüberliegenden Uferseite des wirklich breiten Mississippi in erster Reihe mit Blick auf die den Fluss überspannende Brücke. Neben der historischen Altstadt von Natchez gäbe es später im Jahr das Opera-Festival, Mardi Gras und The Great Mississippi Balloon Race. Mardi Gras ist im Februar, aber schon jetzt fangen die Umzüge an. Ähnlich wie in Köln, wo der Karneval auch schon im November beginnt.

Biloxi

Schon wieder war es ganz schön kalt heute Nacht. Auf dem Campground hatten sie das Wasser abgestellt, aber wir hatten noch genug in unserem Tank, um zu Duschen und Kaffee zu kochen.
Danach ging es auf die Autobahn. Hinter Pensacola haben wir dann Florida verlassen und sind nach Alabama gekommen. Da wir schon einmal eine Südstaatentour gemacht haben, durchquerten wir diesen Staat und haben auch nicht in Mobile Halt gemacht. Danach kommt Mississippi. Hier statteten wir dem Visitor-Center an der Staatsgrenze einen kurzen Besuch ab, bevor wir unser Tagesziel Biloxi ansteuerten. Auch in Biloxi waren wir während unserer Südstaatentour vor ein paar Jahren. Damals konnte man noch viele vom Wirbelsturm Katrina leergefegte Grundstücke erkennen. Das hat sich nun stark gebessert. Biloxi lebt stark von den Spielkasinos, die es hier gibt und die mit den dazugehörigen Hotelkomplexen den Ort beeinflussen.

Unser Ziel aber war das von dem Stararchitekten Gehry gestaltete Ohr-O`Keefe Museum of Art. Das Gebäude ist 2010 fertig gestellt worden und trägt den schönen Namen „Dancing with the trees“. Mehrere kleine, traditionelle und futuristisch anmutende Gebäude sind um die dort stehenden großen lebenden Eichen herum arrangiert. Diese Gebäude sind unterschiedlich hoch und stehen in Kommunikation mit den Bäumen. Jedes der Gebäude kann unterschiedliche kleinere Ausstellungen aufnehmen, wobei die Werke von George Ohr gesetzt sind. George E. Ohr (1857-1918) war ein Keramiker, der von sich selbst als „Mad Potter of Biloxi“ sprach. Zwei der Pavillons waren mit Keramiken von George E. Ohr und Paul Andrew Wandless bespielt, in einem waren 10 historische und gut restaurierte Motorräder ausgestellt. Warum Motorräder? Warum nicht? Die einzelnen Pavillons werden von den ortsansässigen Casinos finanziell unterstützt. Leider waren nicht alle der Pavillons mit einer Ausstellung bespielt. Das ist schade, wenn so tolle Gebäude leer stehen. Aber Ausstellungen kosten Geld. Und Biloxi wirkt nicht so, als ob es in Geld schwimmt. Besonders gut aber haben uns die Museumsangestellten gefallen, die uns in den Pavillons etwas über die Ausstellung erzählt haben. Sie sind Volunteers und machen ohne Bezahlung einen tollen Job.

Nach der Kunst haben wir noch den Fliegenbaum besucht. Rund um eine große Eiche ist auf ca. 1.50 m rundherum eine kleine Terrasse aufgebaut. So kann man schön im Schatten sitzen und wird nicht von Fliegen und den fiesen No-Sees aufgefressen, da diese sich in Bodennähe aufhalten. Wie böse diese Biester beißen, haben wir schon selbst auf einigen Campgrounds in Florida erfahren.

Wir übernachten nun in Biloxi in Strandnähe. Bei „Slap ya Momma`s Barbeque“ haben wir zu Abend gegessen. Lecker Rippchen und smoked Chicken und dazu ein Bier. Wie gut, dass wir nach dem Essen zurück einen kleinen Verdauungsspaziergang hatten.

On the road again

Es war heute Nacht richtig kalt. Die Heizung lief die ganze Nacht. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Da es auch tagsüber nicht über 9 Grad Celsius werden sollte, beschlossen wir, einen Fahrtag einzulegen. Dabei wurde mir mal wieder bewusst, wie groß Florida ist. Wir starteten in Chiefland und fuhren auf dem Highway 27 bis kurz vor Tallahassee. Hier fährt man an so unbedeuteten Orten wie Oldtown, Salem, Athen und Perry vorbei.
Zu sehen gibt es ein Sammelsurium von Tankstellen, Walgreens, Kirchen, Häusern, Wäldern und Schildern. Wenn wir Zeit hätten investieren wollen, wären wir in einige National Forest Parks gefahren. Aber so ließen wir das Zivilisationseinerlei an uns vorbeifliegen. Dann ging es weiter auf die Interstate 10 bis nach DeFuniak Springs.
Hier stehen wir nun auf dem TwinLakesCampResort.com. Ein sehr schön angelegter Platz mit Pool (bibber) und Billardtisch (schon besser). Wir haben eine Runde Billard gespielt, nebenher ein bisschen gewaschen und festgestellt, dass wir schon in einer anderen Zeitzone sind. Ab jetzt beträgt der Zeitunterschied nach Hamburg nicht mehr 6, sondern 7 Stunden.
Das Land ist einfach riesengroß. Das wurde uns heute mal wieder bewusst. Von Key West bis Pensacola also vom südlichsten bis zum westlichsten Punkt Floridas sind es 789 Meilen, das sind rund 1.300 Kilometer. Wir haben also noch eine Strecke vor uns, bis wir in Kalifornien sind.

Mermaids

Heute hatten wir ein festes Ziel. Den Weeki Wachee Springs State Park. In diesen Quellen findet man keine Manatees, sondern Meerjungfrauen. Dort schwimmen sie seit 1947. Hier wollte ich auf alle Fälle hin. Leider hat es einen gewaltigen Temperatursturz gegeben. Als wir auf den Parkplatz des State Parks einführen, waren es noch geschmeidige 9 Grad Celsius. Der Eintritt ist überschaubar mit 13 Dollar. Im zugehörigen Souvenirshop gibt es Puppen und Kostüme, Schlüsselanhänger und allerlei Nippes in Form der Seejungfrauen. Das Originalkostüm (Mermaid Skin und Mermaid Monofin) kostet $ 129,95, erhältlich in den Kindergrößen und den Erwachsenengrößen XS und SM. Sie verschicken auch.
Die Show verläuft folgendermaßen: Man sitzt vor dem halbverglasten Becken, welches zunächst von einem Theatervorhang verhüllt ist. Dann geht es los und in unserem Fall konnten wir einer Probe der „Kleinen Meerjungfrau“, einem Märchen von Andersen zusehen. Heute trainierten die beiden Darstellerinnen der Hauptfigur und sie zeigten, wie man mit dem Fischschwanz schwimmen und tanzen kann. Sie haben dabei immerzu einen langen Schlauch in der Hand, durch den sie mit Sauerstoff versorgt werden. Das Becken ist mit kristallklaren Wasser gefüllt und der Boden ist ein wenig dekoriert, wie es früher in unserem Aquarium. Im Hintergrund schwebt ein großes Seepferdchen aus Plastik und in eine Ecke steht eine männliche Statue, griechischen Stils. Besonders nett fanden wir auch, dass durch die Szenerie Fische ganz unberührt von der Show, den Bewegungen und der Musik schwimmen.
Mir hat es sehr gefallen, auch wenn die Idee vielleicht etwas in die Jahre gekommen ist und die Aufführung nicht sehr tief schürfend ist. Leider war der dazugehörige öffentliche Schwimmbereich geschlossen. So konnten wir noch einen Blick auf das extrem klare Wasser werfen, dass um einiges wärmer war als die Außentemperatur, was man an den Nebeln sehen konnte.

Da wir ja nun nach Kalifornien wollen, müssen wir langsam wieder ein paar Kilometer machen und so fuhren wir noch zwei Stunden weiter nach Westen. Hier stehen wir nun im Manatee Springs State Park in einem Ort mit dem bemerkenswerten Namen Chiefland. Auch hier gibt es warme Quellen (22 Grad Celsius), in denen man schwimmen darf. Allerdings ist uns bei nun nur noch 3 Grad Celsius Aussentemperatur nicht so richtig danach. Vielleicht morgen. Heute ist uns nach einem netten Abendessen und so serviert „Chez Katrin“ heute Gulasch mit Kartoffelklössen und Rote Beete Salat. War echt lecker.

Silvester

Zunächst einmal wünschen wir allen unseren Lesern für das Jahr 2018 alles Gute, viel Gesundheit und Zufriedenheit. Und allen, die besondere Wünsche haben, denen drücken wir ganz fest die Daumen, dass diese in Erfüllung gehen.

Martin und ich sind nun wieder unterwegs. Wir haben Weihnachten mit unseren Kindern in Cape Coral verbracht und das war wirklich sehr schön.
Cape Coral ist auf dem Reißbrett entstanden, Straßen die im rechten Winkel zueinander führen und dazwischen Straßen und Kanäle, an denen mehr oder weniger schöne und teure Villen stehen. Wir hatten den Eindruck, dass besonders viele deutsche Snowbirds sich in Cape Coral den Traum eines Hauses in Florida erfüllt haben. Davon zeugt nicht zuletzt das Clubhaus des German-American-Clubs, an dem wir vorbeifuhren und dass in seiner bajuwarischen Gemütlichkeit auf uns ein wenig befremdlich wirkte.
Von Cape Coral haben wir mit der Familie ein paar kleine Ausflüge gemacht nach Matlacha, Sanibel Island, Fort Myers Beach und nach Naples.
Nach der Pause sind wir zum Lake Okeechobee in Zentralflorida gefahren. Von Cape Coral aus fährt man durch landwirtschaftliches Gebiet. Es gibt große Weiden mit Rindern und viele Orangenhaine. Die Straße führt kilometerlang kerzengrade durch die Pampa. In Arcadia haben wir bei Publix ein Regal mit deutschen Produkten entdeckt: Sauerkraut, Senf und Knödel, Rittersport-Schokolade und Pumpernickel, um nur einige Produkte zu nennen.
Weiter ging es durch bis nach Okeechobee. Von dort haben wir einen Abstecher nach Miami gemacht, da Hannah zum Flughafen musste. Die Strecke führte die ganze Zeit am Ostufer des Sees entlang, den man aber wegen der Eindeichung nicht sehen kann. Diese Tour entlang der Orte Port Mayaca, Pahokee und Belle Glade hat uns die Augen geöffnet, dass Florida nicht nur Strand, schöne Häuser, Golf, Sonne und Orangensaft bedeutet. Hier gab es wirklich abgerissene Häuser, Social Housing der ärmsten Art, einige Gefängnisse und einen Platz, wo vom LKW aus „free food“ in Kartons an die Wartenden ausgeteilt wurde. Weiter südlich von Belle Glade, entlang der 27 wird Zuckerrohr im industriellen Maßstab angebaut. Und wenn diese Pflanze geerntet wird, braucht man nur die Stengel. Die Blätter und der Rest der Pflanze werden beim Ernten verbrannt, sodass über dem Highway dichter Rauch stand.
Von Miami zurück nach Okeechobee sind wir über die empfehlenswerte 710 über Indiantown gefahren. Auf dem Campground gab es eine Kneipe mit Livemusik und zwei Budweiser für 5 Dollar. So haben wir den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Heute morgen sind wir noch einmal an eine schöne Angelbrücke des Lake Okeechobee gefahren.
Von dort ging es weiter nach Lake Placid, Sebring und Lake Wales bis nach nach Tampa. Auch hier kommt man über große Strecken an Orangenhainen entlang. Auf dem Parkplatz von WinnDixie stand ein Bus von Mexikanern neben uns. Der Busfahrer erzählte, dass die Mexikaner 6 Monate im Land bleiben und Orangen pflücken. Danach geht es zurück. Und dann kommen sie wieder für weitere 6 Monate und so fort.
Wir stehen jetzt in Tampa und ab 21.00 Uhr soll es hier Tanz geben und „Champagne“. Die Böller hört man wie überall auf der Welt schon seit ein paar Stunden. Ansonsten haben wir welchen kalt gestellt und unsere Linsensuppe gegessen, damit im nächsten Jahr das Geld nicht ausgeht.

ein paar Fotos zwischendurch

Miami Beach

Nach einem entspannten Frühstück mit Hannah und Martin sind wir gegen 11.00 Uhr nach Miami gefahren. Zunächst wollten wir zu Barnes und Noble und uns mit Literatur eindecken. Danach sollte es nach Miami Beach gehen, wo wir entlang der schönsten Hotels spazierten und nett gegessen haben. Danach zog sich Martin in einem Café zurück und Hannah und ich inspizierten ein paar Geschäfte in Miami Beach. Unser Fazit ist, dass Amerikaner in Miami Beach gerne Bikinis, Badeanzüge, Badehosen, Badelatschen und Sportklamotten kaufen. Etwas anderes findet man kaum. Überhaupt haben wir feststellen müssen, dass es hier zwar ganz schön hot ist, aber manche Leute alles andere als „hot“ gekleidet sind, aber immer mit bewundernswertem Selbstbewusstsein.
Nun denn. Dann haben wir dem überaus schönen Strand von Miami Beach noch einen Besuch abgestattet, bevor es dann weiter zum Flughafen ging und wir Paul abgeholt haben. Nun können die Ferien beginnen.
Wir wünschen unserer Familie, unseren Freunden, Nachbarn und allen Lesern schöne Weihnachten und genießen die Zeit mit unseren Kindern zusammen in Cape Coral. Wir machen nun Urlaub von unserem Blog und schreiben spätestens ab Silvester wieder zuverlässig, wenn wir uns auf den Weg nach Westen machen.

Miami

Heute Abend kommt Hannah in Miami an. Um nicht mit dem Wohnmobil rund um den Flughafen unterwegs zu sein, haben wir für zwei Tage einen Pickup gemietet, den Martin heute morgen hier bei einer Vermietungsstation in Key Largo abgeholt hat.
Danach haben wir uns erst mal in Miami dem Konsumrausch hingegeben, um in der Dolphin Mall eine kurze Hose für mich zu erstehen. Es ist hier so sehr warm, ich hatte noch nie eine kurze Hose, aber hier brauche ich eine. Es sieht mich hier ja niemand.
In dieser Mall sind unfassbar viele Geschäfte vorhanden, alle überdacht und klimatisiert. So weit, so gut. Aber in jedem Laden dudelt eine andere Weihnachtsmusik und auch die gemeinsamen Laufflächen werden akustisch beschallt. Ich kann es nicht anders sagen, aber es ist kaum zu ertragen. Nach acht Geschäften und einem schnellen Kaffee haben wir schlapp gemacht und sind geflüchtet.

Zum Jorge M. Pérez Art Museum of Miami Dade und dem Frost Science Museum in Miami. Dort waren wir schon letztes Jahr und waren allein von den Außenanlagen schon sehr beeindruckt. Man hat einen wunderbaren Blick auf Miami Beach und den Hafen. Das Außengelände der beiden Museen ist toll hergerichtet und bietet für einige Skulpturen einen atemberaubenden Rahmen. An der Wahl der Adjektive kann man schon sehen, dass es uns dort auch heute wieder gut gefallen hat und den Bildern sieht man es auch an.
Dann wurde es langsam Zeit, zum Flughafen Miami aufzubrechen und dort haben wir gegen 18.30 Uhr unsere Hannah in die Arme schließen können. Wir freuen uns sehr auf die Zeit, die wir nun als Familie zusammen verbringen.

Key Largo

Heute hat unser Sohn Paul Geburtstag und wir gratulieren ihm ganz herzlich aus der Ferne und freuen uns wenn er und seine Schwester uns bald besuchen werden.

Wir mussten heute den Campground wechseln, da es einem Lottogewinn gleicht, wenn kurzfristig dort einen Platz bekommt. Diejenigen, die zwei Wochen dort bleiben wollen, müssen ein Jahr im voraus buchen. Haben wir nicht, also sind wir über die Straße auf den Calusa Campground gezogen. Hier stehen wir nun am Wasser mit garantiertem Sonnenuntergang. Auch nicht schlecht. Aber die widerlichen No-Sees, winzig kleine Mücken, die gemein stechen, gibt es auch hier. ABER: Gestern hat unserer Nachbar Mike uns vorgeführt, dass man die Biester mit einem Ventilator einfach vertreibt. Und was haben wir heute gekauft? Einen schönen Ventilator. Dann haben wir noch unsere Vorräte aufgestockt, waren Kaffee trinken und haben gelesen. Was man so als Teilzeit-Snow-Bird eben macht.
Und dann haben wir mit einem Bier in der Hand den Sonnenuntergang genossen, schön nicht?