Dunvegan

Am Sonntag morgen hatten wir zunächst einmal eine Einheit Reparatur.
Eine defekte Birne für das Tagfahrlicht, der Ersatz war mit an Bord, erforderte das geballte Geschick von Mechaniker M. und Hilfsmechanikerin K. Der Austausch des Leuchtmittels selbst dauerte keine zwei Minuten, aber um an die Lampe zu kommen, musste das Führerhaus gekippt werden! Um das Führerhaus kippen zu können, muß zum einen der Bullfänger ebenso gekippt werden, ein piece of cake, und zum anderen der Faltenbalg zwischen Führerhaus und Aufbau mit seinen 18 Imbusschrauben gelöst werden, alles andere als einfach. Insgesamt haben wir gemeinsam 1,5 Stunden investieren dürfen. Es geht doch nichts über servicefreundliche Bauteile.

Dann noch schnell Wasser bunkern und Brauchwasser ablassen. Aber dann, so gegen 12.00 Uhr konnte es losgehen. In Port Hastings haben wir uns beim Tourist-Office mit Karten und Informationen versorgt. Entgegen unserem ursprünglichen Plan, Cape Breton gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden, sind wir auf Anraten mit dem Ceilidh Trail durch hügeliges Farmland und tollen Ausblicken auf das Meer gestartet. Dieser Weg führt beim Glenora Inn & Destille vorbei. Hier wird Single Malt Whisky hergestellt. Zu stolzen Preisen. Man kann an einer Führung teilnehmen, oder aber sich zum Lunch oder Dinner an gälischer Musik erfreuen. Haben wir beides nicht gemacht, irgendwie wirkte die Destille künstlich. Vielleicht lag es auch an dem schönen Wetter, da war uns auch nicht wirklich nach Whisky-Tasting. Aber wen man auch in der Umgebung fragt, empfiehlt die Destille aufs Wärmste.
Wir aber hatten noch eine schönen Nachmittag am Strand von Mac Leods Beach. Eine leichte Brise, Wellen, menschenleerer Strand und Sonnenschein. Einfach bombastisch. Unsere Nachbarn auf dem gleichnamigen Campground haben uns dann auch noch zu einer Partie „große Unterlegscheiben in einen Kasten werfen“ eingeladen. Zwei Mannschaften zu je 2 Personen versuchen mit den „washern“ zu treffen: man kann 3, 2 oder 1 Punkt pro Wurf erreichen. Die Mannschaft, die zuerst 11 Punkte geworfen hat, hat gewonnen. Mit einer Büchse Bier in der Hand, gab es echte Könner zu bewundern. Wir waren nicht darunter. Spaß gemacht hat es alle mal und mit Reisetipps wurden wir auch noch versorgt.

Sherbrooke

Bei bestem Herbstwetter machten wir uns auf den Weg nach Sherbrooke. Ziel war Sherbrooke Village, ein Dorf mit 30 historischen Gebäuden aus der durch Schiffsbau Fischfang und Holzindustrie begründeten Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Straße führt mal an malerischen Küstenabschnitten mit adretten und hübsch anzusehenden Häusern vorbei und mal an weniger gepflegten oder auch schon abgerissenen Mobilhomes. Rätsel aber gab uns ein Ort namens Marie Joseph auf. Für den Fotografen boten sich pitoureske Schiffswracks an einer Marina an. Aber auch viele aufgestapelte Hummerfallen ließen darauf schließen, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Ein Anschlag einer staatlichen Behörde an einem Pfahl im Hafen warnte eindringlich davor, Hummer, Schalentiere und Fisch aus dieser Region zu essen. Warum, stand natürlich nicht dort, aber das Ende einer Industrie ließ sich hier eindrucksvoll studieren.

Also fuhren wir weiter wie geplant nach Sherbrooke. Nachsaison. Nur wenige ließe sich locken. Aber der Shop, das Visitor-Center und das Café des Museumsdorfes waren geöffnet. So ließen wir es uns bei Sandwiches und German Apfelkuchen gut gehen, bevor wir uns einer Führung anschlossen. Die in einem Original-Kostüm gekleidete Lady zeigte uns den General Store, die Arztpraxis, das Gefängnis und die Kirche aus der Zeit nach 1850. Einmal mehr zeigt sich für Europäer, welchen großen Schatz an Geschichte wir haben, und wie stolz und engagiert man hier mit dem „Schätzchen“ an Geschichte umgeht.
Über Antigonish sind wir dann noch 90 km nach Linwood gefahren, um hier zu übernachten und morgen einen guten Start nach Cape Breton Island zu haben. Das erste Lagerfeuer gab es auch, die Jacken riechen jetzt schon mal gut nach Abenteuer.

Murphy’s Camping on the Ocean

Freitag, den 29. September 2017

Augen auf, Gardinen zur Seite und was sehen wir? Sonnenschein. Der Regen des gestrigen Tages wie weggeblasen. Ein erneuter Anruf beim Spediteur und ja, das Wohnmobil steht zur Abholung bereit. Jetzt muss Martin nur noch beim Zoll vorbeigehen und danach das Wohnmobil im Hafen abholen. Ich habe derweil noch einmal die Zitadelle von Halifax besucht. Von dort hat man einen schönen Blick über die Stadt und unterhaltsam ist es alle mal, wenn Studenten in historischen Kostümen Touristen die Anwendung von Vorderladern praktisch und mit lautem Getöse erklären.
Um 11.00 Uhr wurde ich dann mit dem „White Elephant“ beim Hotel abgeholt. Dann ging es erst einmal zum nächsten Supermarkt, um den Kühlschrank mit Lebensmitteln und Bier zu füllen. Als erstes Ziel haben wir uns Murphy´s Camping on the Ocean ausgesucht. Idyllisch gelegen stehen wir auf einer kleinen bewaldeten Landzunge und schauen aufs Meer. Zu tun gibt es nichts, außer am Lagefeuer zu stehen, die Aussicht zu genießen, frische Luft zu haben und wenn man könnte oder wollte vielleicht noch zu angeln oder Muscheln zu suchen. Aus bekannten Gründen fallen die beiden letzten Aktivitäten flach.

Donnerstag, den 28. September 2017

Augen auf, Gardinen zur Seite und was sehen wir? Regen. Regen um 8.00 Uhr, Regen um 12.00 Uhr, Regen um 15.00 Uhr, Regen um 18.00 Uhr. Aber um 20.00 Uhr, nachdem wir unseren „Frust“ bei einem Steak und einem Bier im Barrington bekämpft haben, konnten wir bei milden Temperaturen gemütlich zum Hotel spazieren. Eine Spezialität war übrigens Barrington Radler. Bier mit Wermuth und Saft. Trinkbar.😎
Eigentlich wollen wir ja schon in unserem WoMo sitzen, aber das Schiff hatte einen Tag Verspätung und lief erst Donnerstag morgen in Halifax ein. Jetzt hoffen wir, dass wir am Freitag alle Papiere bekommen, das WoMo auch ausgeladen wurde und der Zoll okay sagt.

Halifax 17 09 27

Am Dienstag, den 26.9.2017 sind wir abends in Halifax gelandet. Ein kleines Bier in der benachbarten Brauerei und dann erst einmal ins Bett. Halifax ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Provinz Novia Scotia. Etwa 390.000 Menschen leben hier, was 40 Prozent aller Menschen in Novia Scotia ausmacht und 15 Prozent der atlantischen Provinzen, die wir mit Neufundland und Labrador noch planen, zu bereisen.
Es gibt sechs Hochschulen mit über 30.000 Studenten. Das macht Halifax zu einer jungen Stadt mit einem Nachtleben und anständigen Kneipen.
Schön für einen Bummel an einem Tag sind die Zitadelle und der Uhrenturm. Very British, was nicht wundert, da ja die Briten Halifax gegründet haben. Dort in der Nähe entstanden auch die Fotos. Alt neben modern, verträumt neben geschäftig, irgendwie ist beides hier vertreten. Der Halifax Harbourwalk mit den kleinen Geschäften und Cafés ist schön restauriert, aber im touristischen Sinne auch Allerweltsware.