Der Bär ist los!

Unseren überaus schönen Campground verließen wir, nachdem wir uns noch ein bisschen mit Rick über Kanada, Land und Leute unterhalten hatten. Unser Ziel sollte heute Barkerville sein. Barkerville war während des Caribou Goldrush für kurze Zeit eine der größten Städte im Westen Kanadas. Heute ist es eine Historic Western Town, die von der Provinz British Columbia unterhalten wird. Über 100 Gebäude wurden restauriert und werden von zeitgenössisch „verkleidetem“ Personal bespielt. Hier kann man beispielsweise im Postoffice hinter einem Gitter seien Postkarten aufgeben und abstempeln lassen. Im Saloon an der Theke kann man seinen Kaffee bestellen (es gibt keinen Alkohol, also kann man auch seinen Whisky nicht über die Theke schurren –leider). Man könnte sich Kostüme ausleihen. Im Gemischtwarenladen gibt es Kleidung, Bonbons und Haushaltswaren zu kaufen. Und man kann in einer Schule eine halbe Stunde lang lesen und rechnen wie anno dazumal lernen. Damals zu Goldrushzeiten gab es einen großen Anteil von Chinesen an der Bevölkerung. Auch dieser Tatsache wird man in Bakerville gerecht, indem die Stadt natürlich auch ein Chinesenviertel mit Restaurant, Wohnhäusern, Wäscherei und Spielhölle vorweisen kann. Die Boardwalks helfen sich vorzustellen, wie matschig die Straße bei Regen gewesen sein mag. Und letztendlich bekommt man einen Eindruck, wie die Goldgräber in ihren Hütten gewohnt, bzw. gehaust haben. Es ist sicherlich historisch nicht alles ganz korrekt, aber es ist nicht übertrieben wie bei Disney und es gibt eine interessante Idee, wie das Leben vor 100 Jahren hier war, nämlich hart und für viele bestimmt finanziell nicht erfolgreich. Gold haben wir natürlich auch noch gewaschen und ein paar Goldflöckchen waren auch am Ende auf dem Boden der Goldpfanne sichtbar. Es war ein Spaß, dessen Erfolg wir in einer kleinen Kunststoffphiole mit nach Hause nehmen durften.

Auf dem Rückweg nach Quesnel, einer Stadt, die in der Hauptsache von der Holzverarbeitung lebt, haben wir am Straßenrand eine Bärin mit ihrem Jungen beobachten können. Und in Quesnel selbst kletterten hinter der Tankstelle drei Cups in einem Baum herum und ihre Bärenmutter strolchte darunter, immer mit Blick auf ihre Kinderschar umher. Das ganze vielleicht 15 Meter von der Tanksäule entfernt. Man macht sich gegenseitig freundlich auf diese nette Sache aufmerksam, tankte und fuhr weiter. Wir auch, denn wir sind heute am McLeese Lake kurz vor der Stadt Williams Lake.

 

PS: Alles Gute zum Geburtstag lieber Alexander

 

 

Ein Gedanke zu „Der Bär ist los!

  1. Hallo Kathrin, hallo Martin,

    vielen Dank für eure Glückwünsche. Wir sind zur Zeit in Umbrien und waren heute in Perugia. Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr trotz eurer vielen Erlebnisse an mich gedacht habt.

    Viel Grüße
    Alexander

    Ps: Apropos Wildnis – Susanne hat sich heute einen Skorpionbiss eingefangen, aber es ist alles gut, “nur” eine lokale Reizung.

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