Eine zufällige Begegnung

Auf der Fähre. Sonnendeck. Ein großer Typ, Handwerkerklamotten, blau und rot lackierte Fingernägel, begrüßt uns mit heiserer Stimme. Woher wir kommen? Hamburg, Germany, die Standardantwort. Der Typ wirkt anstrengend. Ob wir hier auf Ferienreise wären? Hinter uns die feste Stimme einer älteren Frau: Ich bin in Deutschland geboren. Wir drehen uns um. Das wettergegerbte Gesicht der älteren Lady ist sympathisch. Mit 12 Jahren sei sie ausgewandert, zuerst nach British Columbia und seit 5 Jahren sei sie in Halifax. Tolle Stadt, die zurzeit gewaltig wachse. Aber sie möge es hier. Als wir erklären, dass wir quer durch Kanada reisen wollen, findet sie das interessant. Genau wie ein dritter Typ mittleren Alters, der ebenfalls auf dem Sonnendeck sitzt und sich nach den Details unserer Reise erkundigt. Wir bekommen noch ein paar Tipps zu beautiful places und Ermahnungen, wie weit, leer und gleichförmig Kanada sein könne. Die Fähre legt an, wir bekommen die Hand geschüttelt und jeder geht seiner Wege. So unaufgeregt kann Kommunikation sein.

Eine ganz andere Art der Kommunikation versuchen zwei Forscher aus Kanada. Sie haben einen trampenden Roboter ausgesetzt. Das ist in den lokalen Nachrichten hier in Halifax ein großes Thema. Dieser Roboter soll von Autofahrern von Halifax bis nach Victoria in British Columbia mitgenommen werden. Er kann wohl ein bisschen kommunizieren und er braucht keine Cola, sondern Strom vom Zigarettenanzünder. Vielleicht möchtet Ihr seine Reise verfolgen, die am kommenden Sonntag, den 27.7.2014 beginnt: www.hichbot.me/stories/my-journal. Ich bin auf alle Fälle gespannt, wer schneller in Victoria ist, er oder wir.

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