Eigentlich nichts passiert

Mit leichtem Räucher-Aroma sind wir heute in Hilton Head Harbour, RV Resort und Marina aufgewacht. Unser Nachbar hat bis spät abends sein Camping-Feuer brennen lassen und wie wir auch schon festgestellt haben, ist das Holz, das auf den Campgrounds verkauft wird, nicht immer trocken. Ein Bundle, bestehend aus ca. 10 Holzscheiten kostet im Schnitt 5 Dollar. Und da für viele Camper ein wichtiges Merkmal beim Campen das Lagerfeuer ist, läuft der Verkauf von Brennholz recht gut.
Egal, wir machten uns auf zur French Bakery, um dort überaus lecker und ansprechend in der Sonne zu frühstücken. Es gab ein Croissant mit einem Spiegelei, etwas Schinken und grünem Spargel.

Danach machten wir uns auf, um den zweiten Campground in Hilton Head zu inspizieren: Hilton Head Motorcoach Resort. Richtig schick. Die Plätze gehören alle einzelnen Eigentümern, 400 an der Zahl. Und die werden, wenn diese selbst nicht vor Ort sind, vermietet. Jeder Eigentümer muss das Paving und die Einfassung des Stellplatzes mit Pflanzen und Mäuerchen selbst finanzieren. Und da es dabei bestimmt einen gewissen sozialen Druck gibt, sind die Plätze toll hergerichtet. Minimum ist eine Sitzgruppe. Manchmal noch eine schöne Beleuchtung oder einen Grill. Das beste was wir gesehen haben, war eine komplette Outdoorküche. Und die Plätze sind wirklich groß, also knapp 200 Quadratmeter. Hier haben wir uns erst einmal bis Mittwoch eingemietet.

Hilton Head hat, für Amerika ziemlich untypisch, ein gut ausgebautes Fahrradwegenetz. Das haben wir natürlich auch ausprobiert und sind noch 30 Kilometer über die Insel geradelt. Die Wege sind gut in Schuss und immer von der Straße getrennt. Einzig das Radeln über eine Toll-Bridge war speziell. Da mussten wir eine vierspurigen Straße entlang radeln. Ein Gefühl, als ob man auf dem Standstreifen der Autobahn fährt. Das fanden wir ziemlich speziell.

Was uns immer wieder erstaunt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der irgendwelche Leute vom Campground zu Dir kommen und einen Schnack halten. Da erfährt man von einem gut aussehenden älteren Herren, dass er schon 20 Jahre in Ruhestand ist und immer im Winter von den Niagara-Fällen hierher in den Süden fährt. Und der Wurzeln zu einer Kirche in Schottland aus dem 15. Jahrhundert hat. Oder der New Yorker, der ungarische Wurzeln hat und dessen Tochter eine Öko-Farm in Transsylvanien betreibt. Das sind doch Biografien, die kann man sich nicht ausdenken. Wenn ich jemals vorhabe ein Drehbuch zu schreiben, setze ich mich vorher ein paar Monate auf einen Campground und dann habe ich Stoff für mindestens drei Staffeln.

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