Mon Delice Frenche Bakery war heute unser erstes Ziel. Die Croissants, die Baguettes, die Süßstückchen, einfach lecker. Mit Brot und einem Kartönchen Gebäck bewaffnet, fuhren wir zu unserem Strandplatz, um dort mit Blick aufs Meer Kaffee zu trinken und Croissants zu essen. Das Warten auf das Ersatzteil ist also nicht allzu hart. Am Montag hat es per UPS Heide verlassen und sollte also am Mittwoch in Daytona Beach sein. Bis dahin müssen wir uns hier ein bisschen bräunen, am Strand rumhängen, lesen und Kaffee trinken.
Auf dem Campground in der Old Mission Road 1300 wohnen vor allem Langzeit Überwinterer. Martin und ich sind hier mit die Jüngsten. Normalerweise bekommt man bei der Ankunft auf einem Campground einen Plan ausgehändigt, auf dem vermerkt ist, auf welchem Platz man nun steht, wo die Waschmaschinen stehen, wo die Toiletten/Duschen sind, wohin der Müll gehört, wie schnell man fahren darf, was die Attraktionen in der näheren Umgebung sind. Der Prospekt hier hat noch eine Besonderheit. Hier werden die Local Churches gelistet, 6 an der Zahl: Glenocoe Baptist, First United Methodist, Sacred Heart Catholic, Church of Nazarener, Trinity EV Lutheran und First Presbyterian. Ich bin mir nicht sicher, gibt es bei uns auch solch eine Auswahl?
Schon hoch im Norden in Neufundland haben wir uns oft gewundert, dass die Parkplätze der kleinsten Kirchen in den kleinsten Orten am Sonntag voll waren. Das hat sich ein bisschen relativiert bis auf die Höhe von Washington, aber hier im Süden sind die Kirchen am Sonntag wieder voll. Bei unserem Besuch in Georgia haben wir erfahren, dass wenn man Mitglied in einer Gemeinde ist, mit Eintritt in die Gemeinde einen Packen Umschläge bedruckt mit der eigenen Mitgliedsnummer erhält. Danach wird erwartet, dass jeden Sonntag ein gefüllter Umschlag im Gottesdienst abgegeben wird. So wird gesehen, ob man in der Kirche war und der Pastor, der ja in gewisser Weise sein eigener Unternehmer ist, stellt so sicher, dass Geld in die Kasse kommt. Andererseits wird die sonntägliche Dienstleistung des Pastors mit Herzblut abgeliefert. Zusätzlich unterhalten die Kirchen viele Kommittes, z.B. Blumenschmuck, Feste, Betreuung von Älteren, etc., und da gehört es zum guten Ton, sich hier zu engagieren. Gerade in ländlichen Gegenden bieten die Kirchen gesellschaftliches Leben. Trotzdem ist die soziale Kontrolle ganz schön stark. Das wird dann noch besonders offensichtlich, wenn die Kirche auch noch eine private Schule unterhält. Neben dem Schulgeld, das dann zu entrichten ist, werden die Eltern dann auch noch genötigt, in die entsprechende Kirche einzutreten. Kirche ist hier also mehr Business als bei uns.