Vom Monument Valley zum Lake Powell

Es ist schon toll, wenn man morgens aus dem Fenster schaut und sofort stellt sich das Lucky Luke Feeling ein, ja, wir sind im Monument Valley. Der Platz, auf dem wir standen gehört zur Gouldings Lodge. Wie alle anderen touristischen Einrichtungen ein paar Kilometer vor dem offiziellem Eingang zum Manumentvalley Park zu Goulding gehört, als da wären eine Tankstelle, ein Autowaschplatz, ein Supermarkt. Zwischen dem Goulding-Reich und dem Parkeingang sieht man verstreut jede Menge Wohncontainer, von denen einige einen runtergekommenen Eindruck machen und leider oft von einer Ansammlung von alten Autos und Schrottteilen umgeben sind. Das und die Zersiedelung des Landes vor der Kulisse der Monolithen des Monument Valley sind eher unschön. Rechter Hand vor dem Eingang liegt die Navajo Shopping Mall, wo man sich mit allerlei Touristensouvenirs eindecken kann. Ganz Monument Valley gehört dem Stamm der Navajo-Indianer und steht auch unter deren Verwaltung. Es gibt also auch eine eigene Polizei und Gerichtsbarkeit.
Unsere Idee heute war, in den Park einzufahren, das Besucherzentrum anzusteuern und dann die 17 Meilen durch den Park vorbei an den bekannten Felsnadeln und Monolithen zu fahren. Aber weit gefehlt. Am Eingang zum Park wurden pro Person 20 Dollar Parkeintritt aufgerufen. Dies hätte aber nur zur Besichtigung des Besucherzentrums und seiner Terrasse berechtigt. Jede Art von Fahrzeug darf nicht mehr eigenständig den Park durchfahren. Nur mit einem Guide auf einem Jeep für 75 Dollar pro Person und 2,5 Stunden hätte man den 17 Meilen Loop erkunden können. Hier fühlten wir uns nicht mehr wohl, dachten an Abzocke und drehten um. Die Fotos zeigen also alle Monolithen, die man von außerhalb des Parks sehen kann und das fanden wir dann auch sehr schön.

Über Kayenta und Kaibeto ging es dann für uns heute weiter nach Page. Dies ist ein Ort, der in den 50er Jahren mit dem Bau des Glen Canyon Damms entstand. Dieser Damm am Südende des Lake Powell erhebt sich mit gewaltigen Ausmaßen aus der Schlucht des Colorado Rivers. Die Staumauer ist 216 Meter hoch, und die Krone der Mauer ist 8 Meter breit und 475 Meter lang. Man kann vom Carl Hayden Visitor Center einen Blick auf diese gewaltige Mauer werfen, die in den Sandstein gebaut wurde. Beeindruckend. Technikinteressierte können das Kraftwerk im Inneren des Damms und die riesigen Turbinen bestaunen. Haben wir nicht gemacht, weil wir zu spät dran waren. Die Staumauer und der Ausblick auf den dahinter liegenden Lake Powell hat uns so schon gefallen. Der See ist 300 km lang und ist weit verzweigt, denn viele Täler wurden mit dem Bau des Kraftwerks geflutet. Im Sommer ist das hier ein Eldorado für Wasserfreunde. Allein die Anzahl der Marinas lässt Massen erwarten. Was umso erstaunlicher ist, da die Anreise nach Page nur durch trockene Steppen, unterbrochen von einzelnen Monolithen geprägt ist.
Wir stehen nun in Wahweap am Lake Powell mit zwei anderen Wohnmobilen und haben den Eindruck, dass der ganze Lake Powell nur für uns da ist. Wir haben einen Ausblick auf den See und die dahinter liegenden Felsen, die zum Abend hin in den schönsten Orange-Tönen leuchten.

Auf dem Weg nach Page sind wir natürlich auch an den beiden Eingängen zum Antelopes Canyon vorbeigekommen. Aber auch hier machen die Navajos, aus ihrer Sicht bestimmt zu Recht, aus dem Besuch dieser besonderen klammähnlichen Schlucht mit dem Besonderen Licht (Beam) ein Geschäft. Man muss einen Tagespass bezahlen und dann Eintritt mit einem Guide für einen einstündigen Aufenthalt. Wenn man ohne Guide sich dort für maximal 2 Stunden aufhalten möchte, um zu fotografieren, kostet das je nach Tageszeit und Upper oder Lower Canyon zusätzlich zwischen 31 und 48 Dollar pro Person. Wir überlegen noch, aber die Weite des Sees ist für uns glaube ich, verlockender.

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