Im Vorfrühling verabschiedeten wir uns heute aus Nappa. Es war leicht bewölkt, nicht zu schlecht, um einen Fahrtag einzulegen, der uns heute bis hinter Reno, Nevada bringen sollte.
Unser erster Stopp zum Mittagessen war in Auburn. Eine Kleinstadt, die einst vom Goldschürfen lebte. Heute ein netter Ort für Touristen mit dem Auburn Alehouse, einer Microbrauerei, die um 13.00 Uhr am Freitag Mittag gut besucht war. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen, da sitzt es sich in einem warmen Gasthaus natürlich besonders schön. Auch das Café „The Pour Choice“ ist für seinen Cappuccino und seine Brioche zu empfehlen. Der Wirt im Café erkundigte sich noch nach unseren heutigen Reiseplänen. Als er Reno vernahm, meinte er, dass es oben auf Donnerpass, über den die I-80 führt ganz schön schneit und die I-80 zwischenzeitlich auch gesperrt war. Nun ja, wir haben ja Allrad und so richtig konnten wir uns das bei dem bisschen Regen in Auburn auch nicht vorstellen. Wir schlenderten also zurück zum Auto, dabei besuchten wir noch einen Laden, der gebrauchte Sättel und Trensen verkaufte. Jedes Stück wunderschön.
Die I-80 führt nun immer mehr in die Sierra Nevada hinauf. Und tatsächlich, es fing immer stärker an zu schneien. Warnschilder wiesen darauf hin, dass LKW´s Schneeketten anzulegen haben und Pkw´s ohne Allrad auch. Alle Fahrzeuge mit Allrad müssen Schneeketten dabeihaben. Schon vor dem Kontrollpunkt stehen am Straßenrand Dienstleister, die Schneeketten für PKW´s ausleihen und auch gleich montieren. Das wurde nun gerne genommen. Auch die LKW´s montierten fleißig. Wir sind dank Allrad so weitergefahren. Erst noch auf dem Teer, dann langsam über eine geschlossene Schneedecke. Der Schneefall wurde immer stärker. Also beschlossen wir auf einen Campground rauszufahren. Hier lag der Schnee schon gute 30 cm. Als wir eine Meile gefahren waren, stellten wir fest, dass die Zufahrt zum Campground wegen Schneefalls geschlossen war. Drehen konnten wir nun auch nicht mehr, da die Schneefräse genau eine Spur gemacht hatte. Also im Rückwärtsgang wieder zurück. Da es inzwischen auch ganz schön glatt war, mit technischer Hilfe.
Also wieder auf die I-80. Inzwischen dämmerte es und es schneite immer stärker. Die Scheibenwischer schafften es kaum und wir hatten schlechte Sicht. Andere Autofahrer sahen wohl auch nichts, was sie nicht daran hinderte plötzlich auf der Autobahn (es gab ja nur noch zwei Spuren und keine Standspur mehr) stehen zu bleiben und rutschend ums Auto zu hasten und die Scheibenwischer vom Eis zu befreien. Da wussten wir, jetzt ist es höchste Zeit ein Quartier für die Nacht zu finden. Wir stehen jetzt in Truckee, wer kennt es nicht. Auf einem Campground, wild romantisch werden wir so langsam eingeschneit. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich solch eine Schneefall erlebt habe. Wir stehen unter zwei mächtigen Tannenbäumen, die ab und an mit lautem Getöse ihre Schneelast auf uns werfen. Zum Glück ist der Schnee recht locker. Heute Nacht soll es Minus 8 Grad werden auf einer Höhe von 1900 Metern.