Also frisch ans Werk. „Scenic Route to Alaska“ stand am Ortsausgang von Hinton. Insgesamt sind wir schon 7.715 km gefahren. Heute waren es 481km, um nach Dawson Creek, dem 0-Punkt des Alaska Highways zu gelangen. Die Straße führte 150 km gerade aus nach Grande Cache durch die Wälder des Caribou-County. Ich muss nicht betonen, dass es nur gelbe Caribou-Schilder zu bewundern gab. Die echten Tiere hatten heute keine Lust, sich auf der Straße zu zeigen. Kurz vor Grande Cache qualmte es gewaltig aus dem Wald, denn dort wird Grillkohle im Industrieformat in großen Mailern gewonnen. Die Straße machte einen Knick von 90 Grad und wieder ging 180 km wieder gerade aus durch riesige Wälder nach Grande Prairie. Diese Stadt lebt von den großen, westlich vom Ort gelegenen Getreidefeldern, von der Holzwirtschaft und vom Öl- und Gasboom. Man merkt den Aufschwung irgendwie, es wird viel gebaut und man meint, dass fast alle Unternehmen mit Öl und Gas zu tun haben.
Wir aber wollten heute nach Dawson Creek. Eine kleine „Stadt“, in der staubige Pickups und unrasierte Kerle dominieren. Gerne wird au dem Pickup ein kleines Geländefahrzeug transportiert, um es im Wald mal richtig krachen zu lassen. Das sind die Freuden echter Männer in der Wildnis. Aber gleichzeitig existieren auch kleine Juwele, wie das Heimatmuseum Walter Wright Pioneer Village. Der Museumswärter konnte lebhaft erzählen, wie er als Junge die ausgestellte Einraum-Schule besucht hat. Und auch das ein oder andere nun im Museumsdorf aufgestellte Haus kannte er noch aus seiner Jugend. Alltagskultur aus einer Zeit, die noch nicht so lange vergangen ist. Die Stadt Dawson Creek wurde erst 1942 mit dem Bau des Alaska Highways gegründet. Damals fürchteten die Amerikaner, Alaska im 2. Weltkrieg nicht verteidigen zu können. Es gab keine Landverbindung von den USA nach Alaska, um im Ernstfall Truppen zur Verteidigung dorthin schicken zu können. Also wurden viele Soldaten abkomandiert, um unter großen Strapazen den Alaska-Highway zu bauen. Diese sagenhafte Straße nach Fairbanks haben wir uns nun vorgenommen. Je weiter wir kommen, desto mehr merken wir, wie riesig Kanada ist. Es ist fast so groß wie Europa, aber es leben nur 35 Millionen Menschen hier. Da viele in den Ballungsräumen wohnen, gibt es die eindrucksvollen Weiten, die einfach menschenleer sind. Für uns Europäer ist dies irgendwie sehr ungewohnt.
Tiere: Heute haben wir zwar keine Caribous, aber einen eiligen Fuchs über die Straße laufen sehen.















