Es regnete leicht, als wir den Muncho Lake verließen. Unser Ziel waren die 40 Minuten entfernten Liard River Hot Springs. In Kanadas Norden werden Entfernungen nicht in Kilometern, sondern in Zeiteinheiten beschrieben. Somit lag Liard River Hot Springs um die Ecke des Muncho Lakes. Für 5 Dollar pro Person erhielt man Eintritt in den Provincial Park. Ein Holzsteg führte über ein warmsumpfiges Gebiet und nach 10 Minuten standen wir staunend vor dem Alphapool. Ein weitgehend naturbelassener Teich, der ganz natürlich eingefasst ist von Pflanzen, Farnen und umgefallenen Bäumen. Ein bisschen wie wir uns den Urwald vorstellen. Es gibt sehr gepflegte Umkleidekabinen und Holztreppen führen in den Naturpool, der in seinem Verlauf immer kühler wird. An den heißesten Stellen kann man es kaum aushalten. Ein leichter Geruch nach Schwefel (also ein bisschen nach faulen Eiern), umweht das Ensemble, ist aber nicht störend unangenehm. Da die Saison vorbei ist, plantschten vielleicht 10 Personen dort. Der Ort war irgendwie besonders. Hier trafen wir verschiedene Reisende, die wir schon vorher mal getroffen hatten. Aber das Wasser zeigte auch Wirkung. Wir waren erst einmal ziemlich müde.
Nach einer kleinen Pause ging es frisch weiter nach Watson Lake. Heute zeigten sich zu unserer Freude Bisons. Die stehen links und rechts von der Straße, fressen Grünzeug und lassen sich nicht weiter stören.
Watson Lake , der erste Ort im Bundesstaat Yukon ist ein kleiner Ort, dessen weltberühmte Attraktion der Sign Post Forest ist. Rund um das Visitor Center werden immer neue Pfosten aufgestellt, an die man die Schilder seiner Heimatstadt nageln kann. Es sind viele Tausend und man kann eine ganze Zeit damit verbringen, sie zu studieren. Und nein, wir haben keines hingenagelt. Aber wir waren da.
Eine Sache muss ich noch kurz erwähnen. Es ist 20.15 Uhr und die Sonne scheint noch ganz hell. Einfach toll.






