Top of the World Highway

Vom Highlight des Tages gibt es keine Fotos. Davon aber später mehr. In Dawson City mussten wir unseren Kühlschrank leeren, da wir heute über die kanadisch-amerikanische Grenze nach Alaska kamen. Im Visitor Center konnte man verschlossene Lebensmittel abgeben. Das Personal begegnet einem, wie man sieht, in historisierenden Kostümen. Danach ging es mit einer Fähre über den Yukon zum Top-Of-The-World Highway. Eine Straße, die im kanadischen Teil überwiegend auf Passhöhe geführt wird und grandiose Ausblicke auf die Landschaft gibt. Gelbe junge Birken am Straßenrand lassen in der Sonne die Idee von Feuer aufkommen. Die Bergrücken sind dicht mit Tannen bewachsen. Oberhalb der Baumgrenze ein Farbenmeer von rot verfärbten Büschen, dazwischen etwas grün und gelb. Den Ausblicken werden keine Grenzen gesetzt, da es auf der ganzen Strecke kein einziges Haus gibt. Selbstverständlich Gravelroads, die hauptsächlich von Campern befahren werden, ab und zu auch von einem LKW. Und dann, mitten im Nichts, die Grenze. Zwei amerikanische Grenzbeamte tun hier Dienst, von Mai bis Mitte September. Sie wohnen in zwei Cabins nebenan. Bis zum nächsten Ort, Chicken sind es 35 Meilen, bis zum nächsten ernsthaften Ort Tok, über 100 Meilen.

In Downton Chicken haben wir Halt gemacht. Eine Ansammlung von einem Saloon, einem Café, einem Souvenirladen, einem Liquor-Store, einem Hühnerstall, einer Tanksäule und Outhouses. Punkt. Der Pie – Apfel mit Cranberries und selbst gebacken – war superlecker. Die Chefin des Anwesens Susan Wiren ist eine lebhafte interessante Frau mittleren Alters, der Downtown Chicken seit 21 Jahren gehört.

Auf unserem Weg nach Tok ging es weiter auf dem Taylor Highway. Der erste Teil bis Chicken ist eine ungepflegte Gravel Road, die sehr anstrengend zu fahren ist. Nach Chicken wird die Straße angenehmer, aber die Landschaft lullt einen ein und lässt hoffentlich nur den Beifahrer einnicken.

Im einzigen Supermarkt von Tok haben wir noch ein paar Lebensmittel gekauft, um heute auf dem Sourdough RV Park zu übernachten. Sourdough (Sauerteig) spielte hier eine Rolle in der Ernährung. Davon erzähle ich ein anderes Mal. Jetzt muss ich ins Bett. Denn nachdem wir gegessen hatten, schlenderten wir zu einem Willy-Nelson-Double, der hier auf dem Campground Country-Mucke zum Besten gab und das nicht mal schlecht. Der Künstler mag die 70 schon erreicht haben, aber er erreichte auch sein Publikum. Inklusive Karaoke Singen mit allen: „On the Road again“ und ich traue es mir kaum zu erzählen: wir standen mit auf der winzigen Freiluft-Bühne und es war großartig.

 

 

2 Gedanken zu „Top of the World Highway

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