Heute Morgen haben wir im Café des Sourdough RV Parks gefrühstückt. Denn es gab Sourdough Pancakes mit Elchwürstchen und heißem Kaffee. Es kommt ja selten vor, dass man etwas zu sich nimmt, das noch aus der Zeit vor der eigenen Geburt stammt. Die Wirtin meinte, dass der Ursprung ihres verwendeten Sourdough (Sauerteig) ins Jahr 1956 reicht. Sie bewahrt ihn in vier Kanistern auf. Über den Winter stehen die im kalten und verschlossenen Gastraum. Und im Frühjahr, wenn sie den Campground wieder öffnet, rührt sie ihre vier Kanister um und schon blubbert es bald wieder lustig und die ersten Pancakes können gebacken werden. An die Ursprünge des Sourdough wird in Yukon und Alaska oft erinnert. Ich darf den Reiseführer von Wagner und Grundmann zitieren: „Zur Zeit als Trapper und Goldsucher oft monatelang in der Wildnis unterwegs waren, zählte Sauerteig zum unverzichtbaren Bestandteil der Ausrüstung. Dieser wurde vor allem fürs Bannock gebraucht, einer Brotart, die einfach und über dem offenen Feuer in einer gefetteten Pfanne herzustellen war.“
Auf alle Fälle waren wir gestärkt für unsere heutige Fahrt nach Fairbanks, was nach Auffassung von Lokals „two bumpers“ entfernt liegt, nach europäischen Maßstäben waren es 350 km. In Delta Junction endet der offizielle Alaska Highway. Die Straße bis Fairbanks heißt Richardson Highway. Kurz hinter Delta Junction kann man die an einer Hängebrücke befestigte Trans-Alaska-Pipeline betrachten, während man parallel den Tanana River überquert.
So, und dann begann der Wahnsinn. Wir fuhren ein nach North Pole. Und wer wohnt da? Richtig, der Weihnachtsmann. Im Santa Claus House findet man alles, aber auch wirklich alles für Weihnachten. Inmitten sitzt ein älterer Herr als Ganzjahresweihnachtsmann, der, wenn man ihn anspricht, sofort wie eine Puppe „Hohoho“ sagt und den Mund dabei irgendwie merkwürdig aufsperrt. Aber liebenswürdig ist er schon. Wer möchte, kann einen Weihnachtsgruß in Auftrag geben, wer sich stärken muss, trinkt einen Kaffee und holt sich Löcher in die Zähne mit Fudge-Kuchen. Es sollte noch erwähnt werden, dass alle Laternenpfähle in North Pole aussehen wie rot-weiß gestreifte Zuckerstangen. Der Ort ist ein Gesamtkunstwerk.
Unser nächstes Ziel war das Museum of the North auf dem Gelände der University of Alaska in Fairbanks. Mir hat am besten die Rose Berry Alaska Art Gallery gefallen und von dort stammen auf die Fotografien, die Kunst aus Alaska zeigen. Das sonstige Sammelsurium aus Besiedlung Alaskas durch die Ureinwohner und den nachfolgenden Weißen, der Bau der Alaska Pipeline, wilden Tieren und Wildpflanzen. Schön. Aber das interessanteste Objekt fanden wir im Museumsshop. Dort wurden in einer Vitrine kleine schwarze Körbe ausgestellt, die wie fein geflochten aussahen und deren Deckel mit einer kleinen Figur aus Walross-Elfenbein verziert war. Das Flechtmaterial waren Barteln vom Wal erklärte uns die Verkäuferin und die kleinste Dose im Durchmesser von ca. 5 cm kostete 300 Dollar. Da staunten wir nicht schlecht.
Tiere: Heute lief eine Elchkuh (!) über den Highway.
Ab 22 Uhr soll es heute die Möglichkeit geben, das Polarlicht zu sehen. Wir werden berichten.
- das Kind in der Frau
- North Pole
- Die Weihnachtsfrau
- Aussicht von der Uni Fairbanks













