Dalton Highway, Alaska

Also das Polarlicht, wenn es denn eines zu sehen gab, haben wir verschlafen. Martins 54. Geburtstag begann kühl, aber sehr sonnig. Unsere Aufgabe bestand nach einem leckeren Frühstück aus Diesel und Lebensmittel bunkern. Ersteres war erfreulich, weil der Diesel so billig war, letzteres, weil Fred Meyer ein überaus erfreuliches Angebot bot. Und dann ging es auf den Dalton Highway, der ca. 130 km nördlich von Fairbanks beginnt. Und das heißt mal wieder überwiegend Schotterstraße. Nur kurze Stücke sind „geteert“, was bedeutet, dass der Schotter festgefahren ist und mit einer Art Öl gebunden ist, dass es aussieht, wie geteert. Parallel läuft mal links, mal rechts der Straße, mal ein bisschen unter der Erde die Trans Alaska Pipeline. Kurz hinter Fairbanks gibt es eine Besucherstation, in der man sich die Pipeline ganz aus der Nähe ansehen und darüber informieren kann, wie solch eine Pipeline funktioniert. Zurück zum Highway. Es gibt nichts, außer Lkws, die eine lange Staubschleppe hinter sich herziehen, Pickups von irgendwelchen Handymen, die Fiberglaskabel entlang der Straße verlegen und nach 220 km das Yukon River Camp. Das Gasthaus rauh, aber herzlich. Es gibt Burger, Applepie, Kaffee. Völlig egal, Hauptsache runter von der Straße. Danach ist nach weiteren 100km der Polarkreis erreicht. Foto, gut und weiter geht es. Als sich kurze Zeit später noch ein Fotospot bot, trauten wir unseren eigenen Augen nicht: ein Fahrradfahrer. Es war ein junger Mann aus Japan, der von Vancouver bis nach Deadhorse am Polarmeer gefahren ist und nun zurück nach Anchorage wollte, um von dort zurück nach Japan zu fliegen. Auf die Frage, wo er denn übernachten wolle, antwortete er, dass er auf den wenigen Campgrounds oder „in the bushes“ sein Zelt aufstelle. Man beachte, es friert inzwischen nachts und tagsüber ist es auch nicht viel wärmer als 10 Grad Celsius. Nach 270 Meilen (umrechnen bitte) haben wir Coldfoot erreicht. Dort gibt es das Visitor Center des Gates of The Arctic National Park. Man erhält gegen Spende ein Zertifikat mit Stempel, dass man den Polarkreis überschritten hat, Hinweise zu der offensichtlich heute guten Möglichkeit, heute Nacht das Polarlicht zu schauen und wenn man möchte, Vorträge zu Themen zu besuchen, wie man sich Outdoor verhält. Dies scheinen unsere Nachbarn auf dem Government Campground in Marion Creek gerade in die Praxis umzusetzen, und mühsam ein Feuer zu entfachen. Was sind wir doch für Weicheier mit unserer schönen Standheizung und dem umwerfenden Blick in die Heide.

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