Dawson City

Moose Creek haben wir heute als eine der letzten verlassen. Es gab Sonnenschein, aber es war auch recht kühl, 10 Grad Celsius. Der Klondike Highway, den wir seit gestern befahren, ist weitgehend geteert, aber es gibt auch geschotterte Abschnitte. Man fährt die ganze Zeit mehr oder weniger entlang des Flusses Yukon.

Vor Dawson City bogen wir ab zum Midnight Dome, von wo aus man einen tollen Ausblick hat auf das Klondike Valley, den Yukon River und Dawson City. Dort trafen wir unter anderem ein Gruppe Deutscher, die in 12 Tagen mit dem Kanu von Whitehorse nach Dawson City gefahren waren und von ihrem Abenteuer berichteten.

Die Stadt Dawson City ist mehr oder weniger auf den Goldrausch des Klondike begründet. Den ersten Goldfund gab es am 17.8.1896. Um die Jahrhundertwende lebten mehr als 30.000 Menschen hier, die auf den schnellen Reichtum durch Gold hofften. Die meisten aber kamen zu spät, als die Claims (jeder war 152 m breit) schon längst abgesteckt waren. Aber bald verkauften die Claimbesitzer nach und nach an große Gesellschaften, welche in den Bächen große Schaufelradbagger einsetzten. Die hinterlassenen Kies-Abraumhügel am Ortseingang von Dawson City erinnern noch heute an die Tage des Schaufelbaggerbetriebes. Insgesamt soll Gold im Wert von mehr als 500 Millionen Dollar gefördert worden sein. Es gibt immer noch ein paar kleine Minenbetriebe und ein paar „Einsiedler“ glauben immer noch die „Mother Lode“, die ganz große Goldader zu finden.

Aber Dawson City hat sich inzwischen ganz anders positioniert. Die Straßen sind nicht asphaltiert, es gibt Holzhäuser mit Boardwalks, einen Saloon, eine Gambling Hall, Häuser, die eher Museen gleichen und „modernen“ Hotels im Stil der alten Zeit. Wenn man also mit dem Pferd kommen möchte, kein Ding, man findet einen Platz, um es festzubinden. Das ganze hat einen leicht verblichenen Charme und lockt auch Menschen mit interessanten Lebensgeschichten an. So trafen wir in einem Souvenierladen eine bemerkenswerte Frau mittleren Alters, mit schwerem Akzent, die aus aus Ostdeutschland stammt. Sie lebt im Sommer hier und im Winter, wenn hier der Hund begraben ist, fährt sie nach Indien, ihrer zweiten Heimat. Darauf ein Yukon, das wir in einer netten Kneipe, dem Bombay Peggy´s zu uns genommen haben. Prost.

Tiermäßig gab es heute einen Schwarzbären und jede Menge Krähen, die Nationaltiere Yukons.