Irgendwann ist auch die tollste Reise zu Ende und mit diesem Gedanken verließen wir heute morgen Lillehammer bei dichtem Schneegestöber. Mit Blick auf das Wetter in Hamburg hatte es natürlich seinen Reiz, noch einen Tag im Neuschnee zu verbringen. Andererseits haben wir in den letzten vier Wochen eine ganze Menge Schnee in all seinen Facetten gesehen. Mal war er fluffig, mal harschig, mal ließ er sich zu Schneebällen formen, mal stob er in Wolken davon. Die Größe von Schneeflocken kann nämlich sehr unterschiedlich sein. Bei kalter, an Wasserdampf armer Luft entsteht ein feinkörniger Pulverschnee. Als es in Luleå so sehr kalt war, konnten wir das gut beobachten. Bei Temperaturen wenig unter dem Gefrierpunkt fallen große Flocken wie aus Frau Holles Bettdecke. Sie kleben besser aneinander, je wärmer es ist. Schneebälle sind mit diesem Schnee besser zu formen. So wie heute morgen in Lillehammer. Die Leidenschaft von Fräulein Smilla und ihr Gespür für Schnee aus dem gleichnamigen Roman von Peter Hoegs konnten wir gut verstehen. Ein weiterer Tipp für Schnee- und Eisfreunde: Christine Reinke-Kunze, Die PackEISwaffel, von Gletschern, Schnee und Speiseeis. (Ich kann mich von meinem Diss-Thema einfach nicht trennen.) Heute Nacht stehen wir am Hafen von Moss, am Oslofjord. Mit dem Schnee ist es hier vorbei. Es ist feucht und kalt. Die Altstadt von Moss, Møllebyen (die Mühlenstadt) lebte einst von den Mühlenbetrieben, die am Wasserfall Mossefossen lagen. Inzwischen versucht man dem Ensemble von hübschen Backsteingebäuden ein neues Leben mit Büros, Ateliers, Restaurants und Cafés einzuhauchen. Im Sommer ist das bestimmt ganz hübsch, heute bei Schmuddelwetter war es einfach nur kalt.