Oppdal – Lillehammer

Bei allerschönstem Wetter – Sonne, kein Wind und keine Wolken –  ging es heute über das Dovrefjell zunächst nach Dombås. Die Landschaft war bezaubernd, überall weißer frischer Schnee und blauer Himmel. Die E6 schlängelt sich durch diese Winterlandschaft und am Horizont erscheinen immer neue Bergketten, es war wirklich beeindruckend. An wenigen Rastplätzen standen Autos der Winterwanderer, die diese tolle Landschaft durchstreifen. Da es keine Bewaldung mehr gibt, möchten wir uns nicht ausmalen, wie es hier oben bei Wind und Schnee zugeht. Dann ist auch die Möglichkeit gegeben, dass die Durchfahrt übers Dovrefjell geschlossen wird. 

Sehen macht hungrig. Und so kehrten wir in Dombås zu norwegischen Preisen ein. Der überaus leckere Elchburger kostete ebenso wie das Hühnerbein umgerechnet stolze 24 Euro. Aber lecker war es. Die Preise spiegeln die Einkommen und Lebenshaltungskosten wieder. Es ist ähnlich wie in der Schweiz. Aber wir wollten ja das Land sehen und uns nicht über ökonomische Abhängigkeiten Gedanken machen. Und so brachte uns der zweite Teil unserer heutigen Etappe nach Lillehammer. Wir stehen am zugefrorenen See mit Blick auf die Brücke, auf der in der Netflixserie Lilyhammer der gelbe Sportwagen geschrottet wurde. Bauwerke bekommen durch Filmserien mitunter eine ganz neue Bedeutung.

Wir spazierten von unserem WoMo Platz in die Innenstadt. Das erste Café, das wir ansteuerten, machte um 17.00 Uhr zu, wie viele andere Geschäfte in der Storgata, der Einkaufsstraße von Lillehammer. Nur mit Mühe konnten wir die Bedienung erweichen, uns noch einen Cappuccino to go zu servieren. Vielleicht sagen die Öffnungszeiten ja auch etwas über den Wohlstand Norwegens aus. Einige Geschäfte haben aber doch verstanden, dass der ein oder andere Gast, der hierher zum Winterurlaub kommt, vielleicht nach dem Skifahren noch ein wenig bummeln möchte. In einem Outdoor-Laden fand Martin dann noch einen kältetauglichen Norweger-Pullover. Über den Kauf kamen wir noch mit einem überaus netten Paar aus den USA ins Gespräch, das hier eine Woche Winterurlaub machte. Alles in allem war es ein ereignisreicher Tag. 

Trondheim – Oppdal

Heute Nacht hatte es geschneit. Der Stellplatz der Stadt Trondheim wurde schon um 4 Uhr morgens mit lautem Getöse geräumt. Aber wir haben den Schnee ignoriert und sind dann durch die Stadt zum Nidaros-Dom spaziert. Der Figurenschmuck an der Westfassade ist beeindruckend. Auch wenn wir nicht wussten, wer hier im einzelnen dargestellt ist, so möchten wir doch glauben, dass laut Dumont Reiseführer Nordnorwegen der Erzengel auf der Spitze des Westturms das Antlitz von Bob Dylan trägt. Der Bildhauer Kristoffer Leirdal wollte vielleicht Dylans Widerstand gegen den Vietnamkrieg würdigen und so ein Zeichen setzen. Der Dom wurde lange (wieder)aufgebaut und die letzte Figur wurde erst 1983 in die Westfront eingefügt. Unser Blick in den Himmel verriet aber noch etwas ganz anderes, nämlich ganz dunkle Wolken. Und schon ging es los mit dem Regen. Der Schnee verwandelte sich in Matsch und riesige Pfützen. Ein bisschen fühlten wir uns wie in Hamburg. Viel Lust auf Shoppen blieb dann auch nicht, wobei uns die Fassade des Schmuckgeschäfts auf dem Hinweg sehr gefallen hatte. Beim nächsten Mal dann. Es gab nun keinen Grund, bei diesem ungemütlichem Wetter in Trondheim zu bleiben und wir steuerten unser heutiges Übernachtungsziel Oppdal an. Das Dorf Oppdal hat eine lange Wintersporttradition, liegt am Fuß des Gebirgszuges Dovrefjell und gehört zu einem der beliebteren Winterreiseziele in Norwegen. Man kann zwischen eine Vielzahl von Liften und Pisten wählen und für Langläufer gibt es präparierte Pisten. Trotzdem war es nicht so einfach einen offenen Campingplatz zu finden. Da es hier noch richtig hoher Schnee liegt, haben manche Plätze einfach nicht den Schnee geräumt und infolge dessen keine Stellplätze. Nach einigen Telefonaten stehen wir nun auf dem Platz Halsetløkka, der freundliche Eigentümer hatte ein Herz, öffnete für uns die Schranke und schob mit seinem Traktor einen Platz frei. Danke dafür.