Rovaniemi – Oulu

Kleiner Nachtrag zu gestern. Wir haben wieder ein Wort gelernt. Mitten durch das Weihnachtsdorf lief der Polarkreis und er wurde als Napapiiri mit Breiten- und Längengraden angegeben. Das Wort, dachten wir, kam uns im Zusammenhang mit einer italienischen Outdoorbekleidungsmarke bekannt vor. Und nun wird es kompliziert. Also napapiiri heißt auf finnisch Polarkreis und napapijri heißt Nabelschnur. Die Sportmarke wird wie die Nabelschnur geschrieben. Also finnisch erscheint uns ganz schön schwierig.

Das konnte ich auch feststellen, als ich heute den K-Citymarket in Rovaniemi besucht habe. Ein superschöner Laden, der Non-Food und Food anbot. Es gab wirklich alles. Ein paar Mal musste ich beim sehr hilfsbereiten Personal nachfragen, ob es sich hier wirklich um Sahne oder Butter handelte. Finnen trinken offenbar gerne Bier und entsprechend beeindruckend war schon das Angebot an gekühltem Bier. Ich habe mich auf Empfehlung des Verkäufers für ein Sandels entschieden. Und es schmeckt sehr gut. Die Tomaten, die ich gekauft habe, stammten aus Marokko, was von hier aus 5.564 km entfernt liegt. Sie waren von bester Qualität. Das Pfund kostete 2,99 Euro. Was sagt der Logistiker dazu?

Heute Abend stehen wir in Oulu direkt am Meer. Es ist sehr windig heute und entsprechend ist der Schnee ganz schön gefroren, was das Laufen nicht zu einem Vergnügen macht. Also trinken wir heute Abend Sandels im WoMo und schreiben unseren kleine Blog.

Pello – Rovaniemi

Heute morgen schneite es leicht. Das erste Mal auf unserer Reise. Wir standen am Ritavalkea Beach bei Pello, unterhalb der Valkea Lodge, die wir ja gestern schon erwähnt haben. Hier konnten wir heute den Hotelgästen beim Hundeschlittenfahren zuschauen. Jeder Gast stand auf einem Hundeschlitten, der von 2-3 Hunden gezogen wurde. Ungefähr acht Schlitten fuhren nun hintereinander über den See. Ein bisschen erinnerte uns das an die Ausflüge mit unseren Kindern auf dem Ponyhof. Dort wussten die Pferde auch aus langer Erfahrung, was zu tun war, egal, ob man hottehü oder halt rief.

Unser Ziel heute war Rovaniemi, der Ort, wo der Weihnachtsmann wohnt. Viele Kinder aus der ganzen Welt schreiben hierher, um dem Weihnachtsmann ihre Wünsche mitzuteilen. Briefe an den Weihnachtsmann aus Ecuador, Ghana, Guinea Bissau, dem Irak oder den Fidschi-Inseln konnten wir im offiziellen Weihnachtsmannpostamt bestaunen. Selbst ein Brief aus Tonga war dabei. Aber abgesehen von dieser überaus schönen Idee, war das Weihnachtsdorf sehr touristisch ausgelegt. Es gab jede Menge Souveniershops, ein paar Cafés, ein Hotel und einen Outlet von iitala und Marimekko. Mitten durch das Dorf läuft der Polarkreis und stellt somit ein für viele interessantes Fotomotiv dar, ebenso wie die riesigen Schneemänner, die wirklich aus Schnee sind und nicht wie bei uns häufig aus aufgeblasenem Plastik. Um das Weihnachtsdorf herum wurden Lustbarkeiten wie Snowmobilausfahrten und Rentierschlittenfahrten angeboten. Natürlich gab es gegen Eintritt auch ein Elfendorf und eine Eisskulpturen-Ausstellung. 

Die Menschen kamen mit Bussen, der Flughafen ist nur 3 km entfernt. Außerdem scheint es rund um Rovaniemi viele Lodges zu geben. Entsprechend trugen viele warme Kleidung, die sie in ihren jeweiligen Hotels ausgeliehen hatten. Das konnte man an der gleichen Beschriftung erkennen. Im Sommer muss dieses Weihnachtsdorf grotesk wirken, aber echte Fans des Weihnachtsmanns dürfte das nicht abschrecken. Noch ein Hinweis auf den Stadtplan von Rovaniemi. Dieser hat die Form eines Rentiergeweihs und wurde von Alvar Aalto entwickelt, damals nach dem Zweiten Weltkrieg, als die deutsche Wehrmacht auf ihrem Rückzug die Stadt in Schutt und Asche legte.