Wir wollten heute die 450 Kilometer zurück nach Williams Lake schnell hinter uns bringen. Also waren wir für unsere Verhältnisse früh um 9.00 Uhr auf der Straße. Außerdem wollten wir noch unseren Bärenplatz von gestern „Bär an Martin, alles roger“ erneut besuchen. Um 9.45 Uhr waren wir da. Der eingezäunte Beobachtungsposten war gut besucht von Bärenliebhabern ausgestattet mit Fotoapparaten und Teleobjektiven 500mm plus. Und kein Bär war zu sehen. Natürlich wurden wir belehrt, dass heute Morgen schon mehrere Bären zu sehen waren, aber dann muss man natürlich um 7.00 Uhr da sein und nicht erst jetzt. Und als wir darüber hinaus feststellten, dass wir mit Jeans und Poloshirt nicht wie die anderen wanderbeige gekleidet waren, war uns klar „wir gehören nicht dazu.“ Und in einem Punkt muss ich mich korrigieren. Ich erwähnte, dass ich keinen Grund sähe, erneut nach Bella Coola zu reisen. Das stimmt nicht für jeden und auch nicht für das deutsche Bärenspotterpaar, das wir trafen. Sie waren schon zum dritten Mal hier, nur um Gevatter Bär zu beobachten.
Also schnell weiter, The Hill wartete auf uns. Nun mit bis zu 18 Prozent Steigung. Das haben unser kleiner Mercedes und sein Teufelsfahrer Martin mit Bravour erledigt. Ich hätte das nicht fahren mögen. Ganz im Ernst. Weder runter noch rauf. Und dann ging es weiter durch die Prärie des Chilcotin. Das Land ist ziemlich trocken und verbrannt.
Heute hatte es noch 32 Grad Celsius und war recht windig. Um die vielen Rinder durch den Winter zu bringen, muss er Farmer für Heu sorgen. Und das schafft er nur, wenn er Graswiesen wässert. Das sieht dann ähnlich aus, wie die amerikanischen Golfplätze in der Wüste. Alles braun außen herum und dann eine grüne Oase. Aber abgesehen von diesen grünen Spots kennt jeder von uns diese Landschaft aus alten Cowboyfilmen. Das Licht hier lässt die einzelnen Bäume und Büsche gestochen scharf erscheinen, obwohl die weiter weg liegenden Berge immer wie mit einer Farbfolie überzogen aussehen. Interessant ist, wie viele unterschiedliche Arten von Zäunen es gibt, um die Kuh auf der Weide zu halten. Die auf den Fotos haben uns besonders gefallen.
Nicht gefallen haben uns einzelne Behausungen, die umgeben sind von alten Autos, Schrott und Sperrmüll. Das sieht man auf dem Land schon öfter. Offensichtlich kostet Land mitunter so wenig, dass man nicht sehr sorgsam damit umgehen muss. Und wo etwas war, dass man nicht mehr braucht, baut man neu daneben und lässt das Alte einfach verkommen.
Kurz vor Williams Lake überquert man den Fraser River, ein Habitat für Lachse, das es zu schützen gilt. Ein Witz, wenn man überlegt, wie viele Fischer ihnen nachstellen. Aber vielleicht gibt es ja so viele. Wir wissen es nicht.
- The Hill
- als “Warnung” im chain up area der Trucker
- hi hi
- … mit Fischen als Volkssport







