Von Happy Valley Goose Bay nach Churchill Falls

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz des Krankenhauses von Happy Valley Goose Bay ging es zunächst zur Bibliothek im Elizabeth Goudie Building. Da diese noch geschlossen war, nutzten wir von einem Vorraum aus das Internet, um unsere Reiseberichte hochzuladen. Das war erfreulich stabil und so mussten wir nicht allzu lange rumwerkeln, bis alles erledigt war.

Danach ging es zum interessantesten Laden, den wir seit langem gesehen haben: Northern Lights Ltd. in der Hamilton River Road. Er warb von außen für Ausrüstung zum Angeln, Jagen und Outdooraktivitäten allgemein. Nein und es war nicht die kanadische Ausgabe von Globetrotter. Es war eine Offenbarung, die in der dritten Generation ihre Kundschaft bediente. Auf zwei Stockwerken gab es Schmuck aus Labradorit, Traumfänger in allen Größen, Mokassins, Felle, Rucksäcke, Anhänger für Snowmobile, Warme Kleidung, T-Shirts von Waffenanbietern, Waffen, Munition, Äxte und zwar richtige, Schaufeln, Werkzeug, Mützen, Hüte, Handschuhe, ausgestopfte Tiere, Angeln, Blinker, Mückenspray, und, und, und. Der Abend würde nicht reichen, um alles aufzuzählen. Das ganze wurde ergänzt um eine kleine museale Abteilung, in der Uniformen aus dem zweiten Weltkrieg und von DDR Grenzschützern, Waffenteile und militärische Abzeichen dargeboten wurden.
Das machte natürlich noch einen Besuch bei Tim Hortons nötig. Dort trafen wir Bonnie, die nette Dame gestern vom Auto-Waschplatz. Sie war hier bei Tims bei ihrem zweiten Job an der Kasse. Das Leben in Labrador ist teuer und da muss man hart ran. Aber Bonnie verabschiedete uns warmherzig und wir freuen uns, von ihr über unseren Blog zu hören.
Nun wurde es aber Zeit, uns auf den Weg nach Churchill Falls zu machen. Die Straße ist frisch geteert, leider war es sehr windig und sonnige Abschnitte wechselten mit Schneeschauern. So war das Fahren ein bisschen anstrengend. Begleitet wird man die ganze Zeit von breiten Schneisen, die für große Stromtrassen geschlagen wurden. In Churchill Falls gibt es 75 Meter hohe Wasserfälle des Churchill Rivers, die für die Stromgewinnung genutzt werden. Mit den 1960er Jahren begann der Bau des Wasserkraftwerks, das heute eines der größten auf diesem Planeten ist. Der Eindruck beim Vorbeifahren bestätigt das.
Der Ort Churchill Falls gehört der Churchill Falls Labrador Corporation und dort wohnen nur Angehörige dieser Firma und deren Familien. Um das Zentralgebäude mit Schule, Sportanlagen, Supermarkt, Hotel und Restaurant gruppieren sich größere und kleinere Häuser und Wohnungen für die Angestellten. Der Arbeitgeber sorgt hier für alles. Wie kalt es hier wird, davon zeugen die Steckdosen an den Parkplätzen und die Stecker an den Autos. Heute ist es sehr windig, – 4 Grad Celsius, gefühlt aber viel kälter.

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