Bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel machten wir uns heute auf den Weg nach Cape Cod. Unser erster Stop war in Plymouth, der Ort, an dem englische Siedler angelandet waren, nachdem sie mit der Mayflower 1620 über den Atlantik gesegelt waren. Dass dieser Ort den Engländern gefiel, wollen wir gerne glauben, als wir unseren Kaffee untermalt von Reaggy-Musik an der Strandpromenade von Plymouth nahmen.
Wir wollten uns natürlich die Mayflower II, einen Nachbau von den Engländern gestiftet, gerne ansehen, aber am Pier war weit und breit kein Dreimaster zu sehen. Das Schiff ist, wie wir erfuhren, zu einer Überholung und soll für ein bevorstehendes Jubiläum in schönster Pracht wieder zu sehen sein. Plymouth hat eine hübsche Innenstadt und wie erwähnt, eine schöne Strandpromenade. Die Häuser sind gepflegt und auf Postkartenniveau. Außerhalb der Stadt, an der Wasserlinie wähnt man sich wie in Hamburg an der Elbchaussee. Große Anwesen inmitten gepflegter Gärten und Parks. Einfach schick.
Wir aber zogen weiter über Sandwich und Brewster nach Provincetown. Die ersten beiden Städte sind hübsche kleine und sehr gepflegte Orte. Jeder Garten ein Hingucker. Da passen auch die vielen Baumschulen und Gartencenter, die wir gesehen haben. Gediegen. Man sieht, dass hier viele wohlhabende Menschen wohnen.
Dieser Eindruck wurde uns in Provincetown bestätigt. Die Managerin des Coastal Acres Campgrounds erzählte uns, dass die Häuser in der Nachbarschaft allesamt Millionen kosten und man daher sehr genau darauf achte, keinen Konflikt mit den Nachbarn zu haben, auch wenn die meisten nur in den Ferien hier seien. Und dass es für Einheimische ziemlich schwierig sei, bezahlbare Wohnungen zu finden. Ein Blick in die Schaukästen der ortsansässigen Makler bestätigte diesen Eindruck. Mein Lieblingsobjekt stammt aus dem Jahr 1880, ist 5.227 SqFt groß, dreistöckig, 3 Schlafzimmer, 4 Bäder und kostet 3.499,00 Dollar.
Darüber hinaus ist aber Provincetown ein Treffpunkt für Künstler, Lebenskünstler, Schwule und Lesben, was sich an den vielen Hotels, Bars, Restaurants, Galerien und Boutiquen zeigt. Und obwohl der Ort nun langsam in den Dornröschenschlaf versinkt, die Dekorationen anlässlich Halloween waren geschmackvoll sehenswert.
Es ist einfach sehr schön auf Cape Cod und der Vergleich mit Sylt ist nicht so weit hergeholt. Dünen, Meer und Sonnenschein machen einfach immer gute Laune.