Heute fuhren wir von Eastham, Massachusetts (auf Cape Cod) nach East Lyme, Conneticut. Wir querten Rhode Island, den mit 1 Million Einwohnern kleinsten Bundesstaat der USA. Provicence und vor allem New Port mit den Millionärsvillen der Vanderbilts und anderer Größen aus den Frühzeiten des Kapitalismus haben wir ausgelassen. Sorry, aber wir wollen Weihnachen in Florida sein. Das schaffen wir sonst nie. Wir durchquerten also Providence und weil das Wetter irrsinnig schön war – 22 Grad Celsius am 2. November 2017 – fuhren wir in Lyme auf einen hübsch am Bach und See gelegenen Campground. Wir stellten die Gartensessel vor die Tür und genossen das schöne Wetter.
Dabei unterhielten wir uns noch ein bisschen über die Menschen, die wir bisher auf unserer Reise kennengelernt haben. Und darüber, dass letzten Freitag in der Süddeutschen Zeitung stand, dass immer weniger Deutsche nach Amerika reisen, aus Vorbehalten gegen Trump und wegen der Feuer und Stürme in der letzten Zeit.
Aber wir finden, dass es noch nie geholfen hat, nicht hinzusehen und sich selbst ein Bild über ein Land zu machen. Da wir vorwiegend durch die Provinz reisen, haben wir immer wieder Gelegenheit, mit den unterschiedlichsten Menschen zu sprechen. Um es vorwegzunehmen: ein aufdringlicher Trump-Wähler ist uns noch nicht begegnet. Aber es gibt natürlich Sorgen, die die Menschen hier umtreiben. Das fängt an bei Minenarbeitern, die mit der Schließung ihres Betriebes ihre Firmenrente verloren haben. Leute, die Angst davor haben, dass ihre Staatsrente aus politischem Kalkül gekürzt wird. Beschwerden darüber, dass mit Medicare zukünftig nur das Allernotwendigste abgedeckt ist. Auseinandersetzungen innerhalb von Familien darüber, ob man Waffen im Haus haben muss. Klagen gab es darüber, dass nun alles was ein farbiger Präsident Obama eingeführt hat, von manchen Politikern als Schmach empfunden wurde und nun auf alle Fälle aufgelöst werden muss. Am meisten aber hat uns betroffen gemacht, als ein Paar darüber berichtete, nun aus Angst vor rassistischen Übergriffen nicht mehr in bestimmte Regionen der USA reisen könnte.
Aber das sind auch Ängste, die es in Teilen der deutschen Bevölkerung in unterschiedlicher Ausprägung gibt. Was uns als Reisende aber immer wieder begeistert, ist die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft, mit der man uns begegnet. Uns sich um dieses Vergnügen zu bringen, nur weil man nicht mehr die USA bereist, scheint uns nicht richtig.