Unser nächstes Ziel heute war Gettysburg. Die Schlacht bei Gettysburg zwischen den Konförderierten unter General Lee und der Potomac Armee der Nordstaatler fand vom 1.-3. Juli 1863 auf den Feldern von Gettysburg statt. Es war eine der blutigsten Schlachten auf dem Boden der Vereinigten Staaten. Über 27.000 Soldaten wurden verwundet, über 5.700 starben. Die Konföderierten verloren am dritten Tag, die Reste der Konföderierten zogen nach Virginia zurück. Grund für die Sezessionskriege, deren Schlachten auch an anderen Orten geschlagen wurden, war die Abschaffung der Sklaverei in den Südstaaten. Denn für eine amerikanische Union unter Präsident Lincoln war die Sklaverei humanitär nicht akzeptabel, für die Südstaatler aber Teil ihrer Wirtschaft.
Mit diesem geschichtlichen Wissen begegneten wir einem national Monument, wie es nur Amerikaner zelebrieren können. Rund um ein nach vier Seiten offenen Gebäude sind die wichtigen Politiker und Feldherren abgebildet. Außerdem die Namen aller Soldaten der einzelnen Regimenter mit Markierungen für diejenigen, die bei der Schlacht bei Gettysburg gefallen sind. Die einzelnen Aspekte der Schlacht sind auf Tafeln erklärt, aber die Heldenverehrung steht hier mehr im Vordergrund, als eine kritische Betrachtung. Auf dem großzügigen Gelände stehen außerdem für jedes Regiment ein Denkmal, gerne auch als Reiterstandbild. Dekoriert von einzelnen Kanonen, die allesamt auf das Schlachtfeld ausgerichtet sind, das uns heute bei einer schönen Herbstsonne und buntem Laubwerk eher nett als grausam vorkam. Es gibt außerdem noch einen Heldenfriedhof. Und natürlich kann man alle „Sehenswürdigkeiten“ bequem mit dem Auto abfahren. Aber es gibt auch schöne Spazierwege, die durch die ansprechend gestaltete Parklandschaft führen. Und wir waren nicht allein. Trotz „off-Season“ war Gettysburg gut besucht. Die Stadt selbst ist sehr hübsch. Die Hauptstraße umsäumt von netten Holzhäusern mit Cafés, Andenkenläden, Bierkneipen, Hamburgerstuben und ähnlichem Touristenschnickschnack.