Arlington

Heute war zunächst ein Schönheitstag angesagt. Wir hatten beide einen Termin beim Frisör vereinbart. Ein ungezwungenes Reiseleben ist schön, aber als deutsche Waldschrate wollten wir beide nun auch nicht auftreten. Dazu mussten wir mit unserem Wohnmobil mit dem morgendlichen Berufsverkehr 30 Kilometer auf mehrspurigen Autobahnen zu dem Einkaufszentrum fahren, in dem sich der Frisör befand. Um es vorwegzunehmen: wir sehen beide großartig aus. Interessant war das Personal, so richtig amerikanisch im besten Sinne: ein Frisörin stammte ursprünglich aus Bolivien, lebte aber schon 20 Jahre in den USA und nun mit ihrer ganzen Familie rund um Washington. Die zweite Frisörin stammte aus England und war nun zwei Jahre hier und fest entschlossen, hier zu bleiben. Die dritte Frau, noch in Ausbildung, stammte aus Korea und war seit 15 Jahren hier, auch mit der ganzen Familie. Tja, Herr Trump, ich denke diese reizenden und fleißigen Menschen nennt man Immigranten.

Nach einem kleinen Lunch in der Mall, wollten wir heute unbedingt noch Arlington, den Nationalfriedhof, besuchen. Es ist sehr würdevoll angelegt und man wird auf Schildern immer wieder darauf hingewiesen, sich leise und mit Respekt auf dem Gelände zu bewegen. Die langen Reihen mit den schlichten Grabsteinen kennt man bei uns ja aus Filmen und Nachrichten. War wir nicht wussten ist, dass dort nicht nur Gefallenen liegen, sondern Soldaten allgemein. So kann man den Grabsteinen die Namen und Lebensdaten entnehmen und oft liegt das Todesdatum weit hinter dem Ende des 1. und 2. Weltkrieges, des Koreakrieges, Vietnam oder der Golfkriege. Man erwirbt offenbar das Recht dort begraben zu werden, wenn man ehrenvoll an einem Krieg teilgenommen hat. Manche haben auch an mehreren Kriegen teilgenommen. Auch Familienangehörige dürfen dort mit beerdigt werden. Unsere zweite Erkenntnis war die, dass „normale“ Soldaten kleine Steine haben und eher am Fuß des weitläufigen Friedhofhügels begraben liegen. Das militärische Führungspersonal bekommt größere Steine und liegt mit besserer Sicht. Aber die besten Plätze haben Politiker wie Abgeordnete, Governors und Senatoren.
Und gewundert haben wir uns über das Kennedy-Grab, das an prominenter Stelle liegt. Hier werfen die Leute Münzen auf die Grabplatten. Ob Jacky das gutheißen würde. Ich glaube nicht.

Müde vom vielen Laufen haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Das hieß eine Stunde im Stau stehen. Spaß macht das eher nicht.

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