Key Largo

Auf dem Platz, auf dem wir übernachtet haben, dem Miami Everglades Campground, wurden wir heute morgen noch mit Reisetipps versorgt. Neben den Informationen von einem pensionierten Biologen über den Everglades Nationalpark, bekamen wir von einem anderen Nachbarn den Tipp „Robert ist here“ zu besuchen.

Dabei handelt es sich um einen Gemüsestand an einer Landstraße. Und die Geschichte hierzu geht so. Der Vater von Robert versuchte sein Obst und Gemüse in der Stadt zu verkaufen. Da er fand, nicht richtig für seine Waren bezahlt zu werden, beschloss er, unweit seiner Landwirtschaft am Straßenrand sein Gemüse von der Ladefläche seines Pickups zu verkaufen. Da er nicht den ganzen Tag an der Straße stehen konnte, setzte er seinen Sohn Robert, 6 Jahre alt, an den Verkaufsstand. Aber der Sohn war zu klein und unauffällig. Also malte der Vater ein großes Schild mit dem Text „Robert is here“ und stellte es zu seinem Pickup. Das half offensichtlich, denn seit 1959 gibt es mittlerweile diesen Verkaufsstand. Wobei Verkaufsstand inzwischen nicht ganz die richtige Bezeichnung ist. Im vorderen Teil des nach allen Seiten offenen Ladens kann man sich wunderbare Smothies, Eisshakes und Milchshakes mit den Früchten von Robert machen lassen. Schmecken wirklich besonderes. Dann gibt es alle Arten von Obst und Gemüse und auch viele für uns exotische Früchte. Was ich schon immer probieren wollte, sind „fresh cooked peanuts“. Erdnüsse in der Schale werden in einem gut gewürzten oder nur salzigen Sud gekocht und warm gegessen. Der Verkäufer, wir glauben, es war der Sohn von Robert, meinte, man kann auch die Schale mitessen. Habe ich probiert, nein. Aber der Rest war wirklich lecker. Die Erdnüsse sind dann weich und haben einen guten Geschmack.
Hinter dem Verkaufsstand von Robert gibt es einen kleinen Streichelzoo mit Hühnern, Enten, Truthähnen, Ziegen, Emus, Gänse und Schildkröten. Eine wilde Mischung. Gegen Mittag war der Stand gut besucht.

Wir sind dann weiter in Richtung der Keys gefahren. Man kommt an Gemüsefeldern und Baumschulen vorbei, bis man in Homestead ist. Danach wird die Straße sehr eintönig, links und rechts eingezäunt fährt man durch einen weniger attraktiven Teil der Everglades bis man in Key Largo ist. Hier wurde in den letzen Wochen nach Irma viel aufgeräumt. Aber immer noch sieht man Berge von zusammengetragene Bäumen und Ästen. Einzelne zerstörte Häuser und Boote. Wir sind auf dem Calusa Campground. Auch hier sind die einzelnen Parzellen in Privatbesitz. Manchmal sind es nur Plätze, manchmal fest installierte Wohnmobile, manchmal Häuser. Wir haben eine lebhafte lateinamerikanische Nachbarschaft, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass unterschiedliche Latino-Rhythmen einzelner Parzellen sich zu einem bemerkenswerten Klangteppich verweben. Wir sitzen nun unter unserer Pergola, trinken eine Screwdriver und wünschen einen schönen dritten Advent.

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