Die Keys

Die Nacht war wirklich sehr warm. Hier ist für Hamburger echter Sommer. Nächste Nacht werden wir wohl mal wieder an den Landstrom anschließen, um die Klimaanlage länger laufen lassen zu können.
Wir haben heute die Keys erkundet, nicht ganz bis Key West. Unser Ziel war der Bahia Honda State Park, der Park, der schon drei Mal als Floridas schönster Statepark ausgezeichnet wurde und darüber hinaus als einer der schönsten in den USA gilt. Und das stimmt.
Wir sind von Longkey aus über Marathon, die Seven Miles Bridge bis nach Bahia Honda gefahren. Nach den Zerstörungen von Irma ist vieles schon wieder aufgebaut und in Betrieb. Aber viele Häuser hat dieser Wirbelsturm vollständig zerstört und die Einzelteile liegen ebenso wie Bäume und Äste am Straßenrand und warten darauf, abtransportiert zu werden. Man sieht auch noch Ruinen von Häusern und daneben Neubauten und Häuser und Hotels, bei denen der Sturm scheinbar nichts anrichten konnte. Aber da viele Büsche und Bäume nicht mehr da sind, wirken die Keys ein wenig gerupft. Aber Schilder „We are back“, oder „New Rooms“ und „Yes, we are open“ zeugen davon, dass diese Wintersaison kommerziell wahrscheinlich nicht die beste, aber auch nicht die letzte sein wird.
Bei 28 Grad Celsius sind wir dann in den Bahia Honda State Park eingefahren. Hier ist im Augenblick nur ein Strand an der Lagune geöffnet und man kann auch nicht über Nacht campen. Aber uns hat es super gefallen. Das Wasser ist türkisblau. Klar, dass ich ins Wasser springen musste. Was ich aber total unterschätzt habe, ist die Strömung, die zum offenen Meer hin immer stärker wurde. Ich war froh, dass der Schwimmbereich weit draußen noch mit einem Seil zwischen ein paar Bojen abgesperrt war. Ansonsten hätte ich heute Abend nicht schreiben können und wäre in Cuba wieder aus dem Wasser gestiegen. Nein, natürlich nicht, denn Martin saß am Strand und hat sicherlich stirnrunzelnd und nach einem Boot Ausschau haltend, das ganze verfolgt.
Auf dem Rückweg nach Key Largo habe ich nicht mehr viel erzählt. So und nun sind wir im John Pennekamp Coral Reef State Park. Also das ist mit das Beste, was es an Stateparks gibt. Man kann hier Boote mieten, Schnorcheln, Kayak fahren, im Korallenriff schnorcheln und tauchen, schwimmen, am Strand rumhängen und auf trails durch tropische Wälder spazieren gehen. Es gibt einen Bereich für Tagesgäste und einen für Camper. Supercool. Normalerweise muss man Monate im Voraus buchen, aber da es nach Irma wohl auch Absagen gab, haben wir eine Lücke von zwei Tagen ergattern können.
Und als wir dann haben wir hier Michel wiedergetroffen. Er stammt ursprünglich aus Hawaii, ist pensioniert und reist im Winter mit seiner Frau durch die warmen Gegenden der USA. Bei einem Bier gab es noch einen kleinen Schnack und was uns immer wieder gefällt, ist das Thema „volunteer work“. Michel zum Beispiel hat eine zeitlang als Host in Stateparks gearbeitet. Dafür darf man dann unentgeltlich für zwei Monate auf dem Campground wohnen. Heute hat er uns erzählt, dass er hier auf Longboardkey zur nächsten Kirche gegangen ist und gefragt hat, ob er helfen kann, vielleicht Rasen mähen. Das fand die Kirchengemeinde natürlich toll und so hat er heute statt nur im Liegestuhl zu sitzen, noch etwas für die Allgemeinheit getan und Rasen gemäht. Bürgerengagement eben. Sozusagen „Ehrenamt Go Go“, geht offenbar auch, wenn man nicht zu Hause ist.

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