Nach einer kleinen Wanderung im Palo Duro Canyon haben wir uns auf den Weg nach Amarillo gemacht. Eigentlich wollten wir einem Geschäft für Cowboy-Boots einen Besuch abstatten. Aber wie so oft bei Reiseführern, die Adresse war veraltet, das Geschäft war geschlossen. Also noch schnell in den nächsten Bastel-Laden, wo wir einen ganz ganz dicken Edding erstanden.
Gestärkt mit einem Cappuccino bei Starbucks, denn das Internet ist dort immer gut, ging es los. Und dann fuhren wir aus Amarillo hinaus zur Cadillac Ranch. Hier handelt es sich um eine Kunstinstallation der Gruppe AntFarm aus dem Jahre 1974. Damals wurden Cadillacs auf einem Feld halb in der Erde vergraben, angeblich im Winkel der Pyramiden von Gizeh. Warum das ganze? Als Hinweis auf die Bedeutung des Autoverkehrs in den USA? Kunst? Auf alle Fälle darf man diese Autos nach Lust und Laune mit Farbe besprühen und bemalen. Ab und zu werden die Cadillacs einheitlich übermalt und dann geht das Sprühen und Gestalten von Neuem los. Wir haben uns mit 1024a.de „verewigt“.
Klingt alles nach einer großartigen Installation? Nun ja. Die Autos stehen mitten auf einem Feld neben der Autobahn. Auf dem gleichen Feld grasen auch Rinder. Die haben hoffentlich inzwischen gelernt, die massenhaft auf dem Boden liegende Farbdosen und deren Deckel nicht zu fressen. Es ist wirklich schade, dass die „Kunstinteressierten“ solche Ferkel sind. Andererseits würden Mülleimer helfen, diesen Dreck zu vermeiden.
Und dann ging es weiter nach New Mexiko. Hinter Amarillo sind es noch ca. 45 Kilometer bis zur Grenze. Dieses Gebiet heisst Prärie und das ist auch Prärie. Eine Hochebene, Sawgrass so weit das Auge reicht, ab und zu Rinder. Als Westernfan bekommt man eine Idee davon, wenn es in den Filmen heißt, die Rinderherden stehen zwei Tagesritte von der Ranch entfernt. Das Land scheint endlos zu sein. Da werden sogar Windparks für das Auge interessant, von denen es nicht wenige gibt. Und eigentlich geht es nach der Grenze Texas-New Mexiko gerade so weiter. Mal ein bisschen felsiger, dann gibt es ein paar Baumwollfelder und dann wieder Prärie.
Wir stehen heute in Santa Rosa. Das Städtchen liegt an der historischen Route 66, die hier an allen Ecken beworben wird. Die empfohlenen Barbecue-Rippchen des zum Campground gehörenden Restaurants haben wir probiert. Waren ganz lecker. Und dann klopfte es auf einmal. Und es standen Vater und Sohn vor der Tür, echte Sylter, die mal für drei Wochen den wilden Westen bereisen. Die Welt ist klein und wir hatten einen netten Schnack.
Die Cadillac-Ranch habe ich in hellblau und rosa gesehen. In bunt gefällt sie mir am besten.