Heute morgen machten wir uns gerade fertig, als unser Nachbar aus Kanada über den Zaun schaute, ein kleines Gespräch anfing und am Ende eine Einladung zu abendlichen Cocktails aussprach. Vielen herzlichen Dank an Patrik und Jane, aber wir haben für heute Abend schon eine Reservierung in Malibu und ab Dienstag für zwei Tage ein Auto gemietet. Der Verkehr in Los Angeles ist so schrecklich, dass wir beschlossen haben, die Erkundung dieser Riesenstadt doch besser mit einem wendigen PKW vorzunehmen.
Und dann ging es zunächst nach Palm Desert. Gestern war ich noch im Palm Springs Art Museum, um mir eine Ausstellung von internationalen Glasbläserinnen anzuschauen. Es waren übrigens auch zwei deutsche Künstlerinnen ausgestellt. Zu dem Museum gehören noch zwei weitere Häuser und der Faye Sarkowsky Skulpturengarten in Palm Desert. Der war dann hinsichtlich der Skulpturen doch nicht so toll wie gedacht, aber die Gartenanlage als Wüstengarten nach einer Idee von Eric Johnson (1913-1999) war sehr schön. Mit Steinen, Kakteen, Wüstenpflanzen und unterschiedlichen Kieseln war dieser Platz überaus interessant. Da Wasser ja eher Mangelware ist, gab es einen kleinen Wasserplatz und der dazugehörige Wasserweg war imaginär gestaltet, indem blaue Glaspartikel in den Beton eingestreut waren. Sah auf alle Fälle gut aus.
So und dann brauchten wir noch ein paar Lebensmittel. Irgendwie waren wir an einigen Supermärkten schon vorbeigefahren und wir wollten verhindern, plötzlich auf der Autobahn zu sein, ohne unsere Vorräte aufgefüllt zu haben. Und was sahen wir: ALDI. Schon während unserer ganzen Reise sind wir mehrmals an Aldi-Geschäften vorbeigekommen, heute haben wir einen besucht. Die Besonderheit für die USA fängt schon damit an, dass man 25 Cent für den Einkaufswagen haben muss, und ihn, um das Geld wieder zu bekommen, nach dem Einkauf auch wieder zurückstellen muss. Ein echtes Novum. Das haben wir noch sonst nie hier gesehen. Aldi selbst ist aufgeteilt wir in Deutschland. Nach den für Amerika extrem günstigen Süßigkeiten, kommt die Abteilung Obst und Gemüse. Und es gab Schogetten und Gummibärchen. Das hat mir heute wirklich Freude gemacht. Im Eingangsbereich gibt es ähnlich wie bei uns auch ein Anzeigenblatt mit den Wochenangeboten. Einzig die Non-Food Abteilung ist kleiner als bei uns. Alles in allem, „fast wie daheim“.
Noch auf der Höhe von Palm Springs blickt man über eine palmengesäumte Straße hinauf auf die Berge, deren Spitzen leicht mit Schnee bedeckt sind. Das fanden wir bei 22 Grad ungewöhnlich. Aber so sind sie eben die Kalifornier.
So und nun waren noch gut 200 Kilometer nach Los Angeles/Malibu zu fahren. Gott sei Dank fuhren wir antizyklisch, so dass der Verkehr nur schrecklich und nicht wie auf der Gegenfahrbahn ganz schrecklich war. Einen Stopp haben wir noch bei Gladys Tamez gemacht. Ein Laden in einer echten Genickschussgegend. Es ist auch kein Laden, eher eine Mischung aus Showroom und Fabrikation. Sie haben tolle Hüte, die sie auch an Größen aus dem Showbusiness, wie zum Beispiel Lady Gaga verkaufen. Und heute an mich. Ich habe nun einen superschönen Strohhut, den ich in Mexiko sicher gut gebrauchen kann.
Gegen 18.30 Uhr waren wir dann in Malibu. Wir stehen oberhalb des Strandes und haben einen weiten Blick über das Meer. Wie schön.