Heute morgen hatten wir leichten Wind und einen ziemlichen Wellengang. Nett war es, die Surfer in ihren Neopren-Anzügen zu beobachten, die wie die Wale auf ihren Brettern auf die beste Welle warteten. Danach ging es für uns zum Shoppen nach Carlsbad. Wir brauchten noch Wasser und Kaffee und ein bisschen Notration (Nudeln und Tomatensoße), falls es auf unserer Tour durch die Baja California mal nichts geben sollte, wovon wir allerdings nicht ausgehen. Völlig erschöpft von unseren Einkäufen gab es ein frühes Mittagessen im Bistro „Saint Tropez“. Völlig überraschend boten die eine Auswahl an leckeren Tarts und Croissants an. Denn ein französischer Name allein gilt in den USA nicht unbedingt als Garant für gutes Essen.
Übrigens Essen. Wir sind ja nun in Californien und von hier kam ja schon der ein oder andere Ernährungstrend, der uns alle einfach nur gesund, fit und hübsch halten soll. Im Augenblick scheinen viele Leute sich von Kale (Grünkohl) zu ernähren. Hierbei werden die Grünkohlblätter leicht blanchiert und dann gerne im Salat verwendet. Aber es gibt sie auch gefriergetrocknet als Chips, natürlich im Smootie und als Bestandteil von Brot. Bei einer Unterhaltung mit einer jungen Amerikanerin erzählten wir, dass Grünkohl in Norddeutschland ein traditionelles Gericht ist. Und dass Grünkohl hier lange gekocht und zusammen mit süßen Kartoffeln und eher fetten Würsten verzehrt wird. Daher braucht man nach dem Essen auf alle Fälle einen Schnaps, am besten mehrere. Vor allem die Sache mit dem Schnaps fand sie bemerkenswert.
Und dann gibt es das zweite „In-Gemüse“: Rosenkohl. Nein, natürlich nicht mit Speck und im ganzen. Nein, die Blätter werden abgezupft und dann in der gesunden Form wieder blanchiert und mit einer Vinaigrette übergossen. Um den Gesundheitsgedanken noch zu verstärken, findet man dann auch noch Gojibeeren und/oder Cranberries, auf alle Fälle aber ein paar ohne Fett geröstete Mandelsplitter im Rosenkohlsalat. Schmeckt nicht so schlecht, wie es klingt. Besser gefiel mir dann schon die Variante, als Rosenkohlblätter in Öl ausgebacken in einer kleinen Schüssel mit Parmesan überbacken/bestreut als Beilage serviert wurde.
Wie auch immer, kohlgestärkt geht es dann auf die Bahn zum Joggen, Radeln oder Surfen. Besonders nett finde ich immer die Einlagen, wenn Treppen bewältigt werden. Nein, Treppen werden nicht einfach hochgelaufen. Entweder wird die Treppe mehrmals bewältigt oder aber auf jeder Stufe wird ein Bein nach hinten, nach oben oder zur Seite geworfen. Gerne auch unterstützt von intensiver Armarbeit. Treppenballett sozusagen.
Wir stehen nun in San Diego. Wir hatten nette Gespräche über dies und das mit unseren Nachbarn. Internet gibt es leider nur sehr schlechtes, da Freitag Abend und voller Platz. Da möchte jeder eben gerne seine Lieblingsserie sehen. Also ist morgen früh als erstes Starbucks angesagt.