„It never rains in Southern California“ ist nicht richtig. Heute waren die Berge über Malibu Wolkenverhangen und es nieselte leicht. Keine Sonne, eher grau. Das war dann die Aufforderung für uns, weiter zu ziehen. Unser Grobziel war San Diego und rein theoretisch müsste man die Entfernung Los Angeles – San Diego in gut zwei Stunden schaffen. Praktisch ist das aber unmöglich, da der Verkehr grauenvoll ist. Und wir waren über die Mittagszeit unterwegs. Die Fotos sind so zwischen 12.00 Uhr und 14.00 entstanden. Wir sind den größten Teil über die I-405 gefahren, die dann an der Küste, kurz vor San Clemente zur I-5 wird. Hier fährt man immer mit Sicht auf das Meer, das von einer Eisenbahnlinie und militärischen Militärgelände von der Interstate getrennt liegt. Man sieht Übungsgebäude für den Häuserkampf, Millitärcamps und Hubschrauberplätze. Bei Oceanside haben wir dann die I-5 verlassen, um der S-21 direkt am Beach zu folgen. Hier reihen sich Ortschaft an Ortschaft aneinander, die Straße ist gesäumt von Palmen und dahinter liegen die üblichen Restaurants, Microbrauereien, Surf- und Bikinigeschäfte und Hotels. Wir stehen nun in Carlsbad auf einem State-Campground hoch über dem Meer an der Kante der Steilküste und hören das Meer laut und deutlich, denn der Wind hat aufgefrischt. Das hat den Vorteil, dass man die Generatoren der umliegenden Wohnmobile nicht hört. Dieser Platz hat, was ziemlich unüblich ist, keine Strom- und Wasseranschlüsse. Das bedeutet für amerikanische Wohnmobile im allgemeinen, dass man ohne Generator nicht überleben kann, denn der Fernseher braucht nun mal Strom.
Heute früh habe ich auf dem Campground in Malibu noch Bettwäsche gewaschen. Deshalb nun ein Exkurs in Sachen Waschen und außerdem ist Waschmaschinenkunde ja seit Tagen ein neues politisches Ding. Die heute von mir genutzte Maschine stammte von LG, war also ein südkoreanisches Produkt und war für amerikanische Verhältnisse supermodern, denn sie sah aus, wie ein Frontlader in Deutschland. Mit Bullauge. Trotzdem sind auch diese Maschinen amerikanisiert, denn sie waschen maximal 38 Minuten. Daher braucht man Waschmittel mit dem HE (High Efficiency) Zeichen. Die vom amerikanischen Hersteller Whirlpool vertriebenen Maschinen und die man meistens vorfindet, sehen anders aus. Toplader mit einer Art Quirl in der Mitte, der die Wäsche hin und her ruckelt. Auch hier dauert die Wäsche maximal 35 Minuten. Da es auch nur drei Programme gibt (heiß, warm und kalt) operieren viele Hausfrauen zusätzlich mit Bleiche, um ein einigermaßen zufrieden stellendes Waschergebnis zu erzielen. Sie wirken plump und gestrig, genießen aber ein großes Vertrauen. Und wenn es mal in einem Waschsalon konventionelle und neue Maschinen gibt, kann man sicher sein, dass die konventionellen eher belegt sind. Man hängt eben an dem, was man kennt. Das ist wohl universell.