Wale und Delfine

In der Laguna Ojo de Liebre leben von Januar bis April bis zu 2000 Grauwale mit ihren Jungen. In dieser geschützten Bucht, die mit 20 Metern nicht sehr tief ist, herrschen gute Vorraussetzungen für die Geburt und Aufzucht von Jungen. Das sollten wir uns heute „walnah“ ansehen dürfen. Um 9.00 Uhr trafen wir uns an einem Steg beim Campingplatz, um mit zwei Booten auf Wal-Beobachtungstour zu gehen. Wir fuhren zunächst ca. 15 Minuten raus auf die Bucht. Schon von weitem konnte man den Blast der Grauwale sehen. Als wir uns näherten, drosselte der Guide den Motor und nun tuckerten wir leise an die Wale heran oder aber die Wale näherten sich uns. In manchen Gruppen tauchten Wale gemeinsam mit Delphinen. Das war wirklich beeindruckend. In einem dritten Boot mit Gästen spielte ein Mann Geige. Und warum auch immer näherten sich diesem Boot die Wale mit ihren Jungen ganz neugierig. Wale kann man, wie wir gehört haben, anhand der Fluke und der Seepocken, die sich auf ihrem Rücken tragen, unterscheiden. Wir natürlich nicht. Aber ich hätte nicht gedacht, dass vor allem die älteren und größeren Tiere stark mit Seepocken bewachsen sind. Auf den Booten ging es ganz leise zu und auch wenn wir alle probierten ein Stück von diesem besonderen Erlebnis auf Bildern mit nach Hause zu nehmen, so genossen wir doch auch diese eigentümliche Stimmung, sehr große und freundliche Tiere in ihrem Habitat zu beobachten. Einmal tauchte ein Wal ziemlich nahe auf und wir konnten die feinen Nebel seines Blasts spüren. Zum Schluß und gewissermaßen als Höhepunkt tauchte ein sehr großer Wal unter unserem Boot durch. Gewissermaßen konnte man sich auf Armeslänge diesen wunderbaren Tieren nähern und eine Idee davon bekommen, wie groß sie sind. Ich denke, wir waren nach den zwei Stunden alle tief beeindruckt.

Und es ging zurück auf die MEX-1. Durch den kleinen Ort Vizcaino und an einer weiteren Militärkontrolle vorbei. Landschaftlich fuhren wir in einiger Entfernung am Meer entlang und durch weites Land. Das wurde immer grüner, je näher wir uns unserem Tagesziel San Ignacio näherten. In der Palmenoase San Ignacio gibt es einen mit großen grünen Bäumen umstandenen Dorfplatz. An dessen Stirnseite steht die Missionskirche San Ignacio de Kadakaamàn. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1728 durch Pater Juan Bautista zurück. Ihre dicken Mauern sind aus Lavasteinen gebaut und innen an der Stirnseite ist sie vergoldet. Man betritt sie durch ein reich verziertes Holztor, das, wie die ganze Kirche maurische Elemente trägt. Vielleicht kamen die Padres, die hier wirkten, ja auch Südspanien. Besonders gut hat mir eine Figur im Inneren gefallen, der Schutzpatron aller Hausfrauen und Hausmänner mit einem Besen in der Hand.
Rund um den Platz gibt es Geschäfte, Cafés und Restaurants. Der Platz machte einen netten , aber auch einen ziemlich verschlafenen Eindruck obwohl ja Wal-Saison ist und damit Hauptsaison hier. Mañana, mañana, nur keine Eile.
Wir stehen heute Nacht auf dem Campground Rice and Beans und hatten etwas zu feiern, nämlich den 38. Hochzeitstag von Kristen und Vibeke. Gratulation. Darauf haben wir angestoßen und noch ein bisschen geschnackt. Das Essen im zum Campground und Hotel gehörigen Restaurant war rustikal aber lecker.

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