Heute ging es von Cataviña zur Laguna Ojo je Liebre. Zunächst ging es rund 160 km entlang der MEX-1. Erst noch hügelig durch Kakteenwälder. Nach rund 20 Kilometern weitete sich die Landschaft. Wir waren auf ca. 850 Metern Höhe, es waren keine Menschen und zeitweise auch keine Kakteen mehr zu sehen. Die Straße schlängelte sich so durch die Landschaft. Mal gab es schnurgerade kilometerlange Stücke, dann wieder großzügig kurvige Teile. Man konnte sehr weit sehen, was gut war, denn die Straße war streckenweise in erbärmlichem Zustand. Man musste großen Schlaglöchern ausweichen und manchmal übersah man doch einen oder es kam Gegenverkehr und dann war man schon mit lautem Getöse ins Loch gefahren. Und dann war die Straße auch noch ziemlich eng, links und rechts gab es keine Bankette, sondern es fiel ganz schön steil in den Sand ab. Ein Abkommen von der Straße wäre hier dramatisch gewesen. Immer wenn LKW´s entgegen kamen, habe zumindest ich ganz schön ausgeatmet, als ob uns das schmaler gemacht hätte. Und dann kam das Unvermeidliche, ein entgegenkommender LKW war zum Teil auf unserer Spur, blinkte noch kurz auf, es tat einen ordentlichen Schlag und dann war unser Außenspiegel weg. Nur die Halterung war noch in Teilen da. Das passierte kurz vor der Grenze zwischen den Provinzen Baja Norte und Baja Sur. Gott sei Dank gab es hier entgegen unserer Annahme Handy-Empfang. Ein kurzer Anruf bei Patrick, unserem Reiseleiter. Er wartete im nächsten Ort, Guerrero Negro auf uns. Und er kannte einen Glaser, der Maß nahm und uns für 200 Pesos (10 Dollar) mit Duck-Tape einen wunderbaren und funktionierenden Rückspiegel montiert hat. Das hat uns natürlich gefallen, wie selbstverständlich und praktisch man hier „Probleme“ lösen kann. Und Danke Patrick für Deine Hilfe.
Nach einem Beruhigungs-Cappuccino und einem Kuchen ging es zur Laguna Ojo de Liebre. Hier handelt es sich um eine Lagune, in die jedes Jahr bis zu 2000 Grauwale aus der Beringsee kommen, um hier ihre Jungen zur Welt zu bringen und zeitweise großzuziehen, bis sie den Sommer über wieder im Norden sind. Grauwale können bis zu 34 Tonnen schwer, bis 14 Meter lang und 60 Jahre alt werden. Um zu diesem Ort zu kommen, muss man von der Nationalstraße 1 abbiegen und noch einmal 25 km über eine geschotterte Straße durch ein Gebiet voller Wasserbecken zur Salzgewinnung fahren, bis man an einem Strand ankommt, der an die Lagune grenzt. Ein sehr schöner Ort, wo wir nun ohne weitere Versorgung stehen, dafür aber in vollem Mondlicht und unter einem schönen Sternenhimmel. Und der Coyote, der an unserem Lagerfeuer vorbeilief, störte sich auch nicht an uns und wir, unsere Reisegruppe auch nicht an ihm.