Von Vicente Guerrero ging es heute nach Catavinia zur Rancho Santa Inez. Man fährt zunächst die Nationalstraße 1 ziemlich parallel am Pazifik entlang. Allerdings so weit im Land, dass man das Meer nur dann und wann von weitem sieht. Die Ortschaften, durch die die Nationalstraße führt sind wie gestern meist klein und staubig. Dazwischen gibt es Landwirtschaft im großen Maßstab. Auf vielen Feldern sieht man Erntekolonnen, die zu ihren wechselnden Arbeitsstätten mit ausgedienten alten amerikanischen Schulbussen gefahren werden. Ähnlich wie in Spanien sieht man auch hier große Anpflanzungen unter mit Plastikplanen bespannten Gewächshäusern. Das sieht landschaftlich nicht gerade vorteilhaft aus und trägt auch mit zur Vermüllung der Umgebung bei. Bei El Consuelo, nach den großen Dünen, die rechter Hand am Meer liegen, steigt die MEX-1 in die Berge nach El Rosario auf.
Die Straße ist über beide Spuren gefühlte 5 Meter breit, mit reichlich aufgeplatztem Teer und abfallendem Bankett. Bei jedem entgegen kommenden LKW spielen wir „Chicken“: möglichst lang links fahren um im letzten Moment auf die eigene Spur zu gehen – nur so hat man genug Platz. Mal sehen wie es funktioniert.
El Rosario ist eine mexikanische Kleinstadt, die wie eine typische mexikanische Kleinstadt eben aussieht. Bekannt ist wohl das Restaurant „Mama Espinosa’s“. Hier sollen sich in den Anfängen der Off Road Rally Baja 1000 die Reichen und Schönen aus Film, Funk und Fernsehen getroffen haben. Neben dem Restaurant, das spanische Hausmannskost serviert, gibt es einen Souvenirshop, wo man allerhand Dinge kaufen kann, die mit der Baja 1000 in Verbindung stehen. Das Restaurant selbst ist mit vielen Fotos erfolgreicher Teilnehmer und berühmter Gäste dekoriert. Die nächste Rally findet übrigens vom 13.-18.11.2018 statt. Wir haben hier nett mit Vibeke und Kristen eine Mittagspause eingelegt und sind dann weiter durch die leere Zentralwüste der Baja gefahren.
Die Straßenführung ist ziemlich kurvig und so nach und nach kommt man immer höher. An den Hängen sieht man viele verschiedenartige Kakteen in manchmal beachtenswerten Größen. Die sogenannten Catons, die aussehen wie die klassische Lucky Luke Kakteen, können sehr alt werden. Sie entwickeln die ersten Seitenarme nach 70 bis 100 Jahren. Diese Kakteen können bis zu 18 Meter hoch werden und sind dann auch mehrere 100 Jahre alt. Eine andere Pflanze, die wie ein behaarter Telefonmast aussieht, ist der Boojum-Baum. Er ist keine Kaktee und kann ebenfalls sehr hoch werden. Inzwischen wurde es ganz schön warm. Bis zu 36 Grad. Und das am 30. Januar. Kurz vor Cataviña ändert sich die Landschaft noch einmal. Es tauchen die sogenannten Boulder Fields auf, die im Calle de Los Cirios liegen. Das sind ziemlich große Granitblöcke, die in der Landschaft liegen, umgeben weiterhin von einer großen Auswahl an Kakteen. Eine irgendwie unwirkliche Landschaft, die ihre ganz eigene Reize hat.
In Cataviña stehen wir nun auf einem Platz ohne alles auf der Rancho Santa Inez. Es gibt dort ein kleines Lokal, wo wir heute Tacos und Enchilladas gegessen haben. Für 100 Pesos (ungefähr 5,80 Dollar) gab es das Essen, für 20 Pesos (1,17 Dollar) eine Büchse Bier dazu. Ansonsten stehen hier noch eine Gruppe Kanadier und ein paar Amerikaner. Ein paar Pferde und ein Stier laufen frei umher. Alles ziemlich lässig. Der Sonnenuntergang war sehenswert, wir haben nun Vollmond und nach einem weiteren Bier bei einem gemeinsamen Lagerfeuer freuen wir uns nun auf den nächsten Tag.