Los Barriles

Aus irgendeinem Grund sind Martin und ich immer die letzten, die morgens aufbrechen. Bis wir gefrühstückt, Zeitung gelesen und uns angezogen haben, dauert es einfach. Aber dann mit viel Schwung sind wir erst einmal einkaufen gegangen, denn die nächsten drei Nächte stehen wir in Los Barriles am Meer und da sind die Möglichkeiten, den Kühlschrank zu füllen eher gering. Also bin ich in den Supermarkt gegangen, was ich im Ausland überaus gerne mache, um dort das Angebot ausgiebig zu studieren. Martin hingegen findet fast immer über das Wohnmobil Gesprächspartner auf dem Parkplatz. So auch heute, als er auf einen Deutschen traf, der vor Jahrzehnten in die USA ausgewandert war und inzwischen in der Umgebung von La Paz lebt.
Auf unserem Weg nach Los Barriles haben wir einen kleinen Stopp in El Trufino eingelegt. Die Silber- und Goldminen dort wurden schon 1926 geschlossen, aber in jüngerer Zeit hat man einen Weg gefunden, die bunten und zum Teil restaurierten Häuser zum interessanten Touristenziel zu machen. Bei manchen Häusern hat man ein schnelles Make-up gewählt und nur die Fassaden bunt gestrichen, was fotogen, aber hinsichtlich einer Renovierung nicht nachhaltig ist. Hübsch anzuschauen ist es aber allemal. Besonders gut gefallen hat uns das Caffé El Triunfo. Hier ist es aufgrund des guten Wetters möglich, Innenbereichen und Außenbereiche ineinander übergehen zu lassen, was auch hier in diesem Café für reizvolle Sitzgelegenheiten sorgte. Ziegel, Holz, alte Möbel, Metall und Nischendekorationen sorgten für eine tolle Atmosphäre. Da versteht es sich von selbst, dass der Cappuccino etwas mehr kosten darf, als anderswo auf der Baja. Als Besonderheit wird hier ein Holzofenbrot verkauft, das hilft, den Entzug vom deutschen Bäcker, zu lindern. Dann haben wir hier noch Eva und Josef auf einen netten Plausch getroffen, bevor wir uns auf die Weiterfahrt nach Los Barriles gemacht haben.
Hier stehen wir nun auf einem Campingplatz, der direkt an den langen feinsandigen Strand grenzt. Es war heute bewölkt, aber warm und ein wenig drückend. Da verstand es sich von selbst, im Meer zu schwimmen. Klares Wasser, angenehme Temperaturen, Fische, die um einen herum aus dem Wasser springen, wir möchten niemanden neidisch machen, aber so kann es einem am 6. Februar auch gehen.
Und spätestens nachdem Patrick und Anton für unsere Reisegruppe heute Abend das Abendessen ausgerichtet haben, hat sich eine wunderbare entspannte Ferienstimmung eingestellt. Es gab Guacamole mit Tortilla-Chips, eingelegtes gegrilltes Rindfleisch, Huhn und Steaks, Brot und zweierlei Salate. Dazu Rotwein, Weißwein und Bier. Es hat wunderbar geschmeckt und wir wurden nicht nur bekocht, sondern auch noch bedient. Dafür lieber Patrick und lieber Anton möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Das Wetter war den ganzen Abend angenehm warm und windstill und die Gespräche waren lustig und unterhaltsam. Ein ganz besonderer Sommerabend mitten im Februar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert