Der Tag begann mit einem gemeinsamen Ausflug nach La Paz. Der Bus hielt direkt vor dem Campground und für 10 Pesos (ca. 60 Cent) fuhren wir eine knappe halbe Stunde in die Innenstadt von La Paz. Unser erstes Ziel war der Mercado Bravo. Ein Gemüse-, Obst-, Fisch- und Fleischmarkt. Alles frisch, alles lecker. Beim Obststand entschieden wir uns für einen Smoothie mit dem Namen „Gringa“, was ja so ein wenig abschätzig „Amerikanerin“ bedeutet. Er bestand aus Ananas, Banane, Organge, Papaya und Honig. Lecker. Ein netter junger Mexikaner, der recht gut englisch sprach, erzählte uns stolz über La Paz, das sei die drittsicherste Stadt in Mexiko. Man habe vor ein paar Jahren ein paar Probleme mit der Sicherheit gehabt, aber das sei nun überwunden. Er wünschte uns noch eine gute Reise in Mexiko und verschwand.
Wir zogen mit unserer Gruppe weiter entlang mehrerer Gassen und Plätze Richtung Meer, Richtung Malecon. Dabei kamen wir an einem Geschäft vorbei, das nur Tortillas verkaufte, aus Mehl oder aus Mais. Diese werden dann zu Hause wie gewünscht gefüllt. In einem anderen Markt gab es neben Lebensmitteln auch Hüte aller Art, wie zum Beispiel bunt bestickte Sombreros, aber auch schlichte Cowboyhüte zu kaufen. Und es gab Schuhe. Ich aber habe in Erinnerung der Misswahl in Lopez Mateos ein glitzerndes Krönchen gekauft. Und ja ich bin keine fünf mehr, aber an meiner Bürowand der Merkwürdigkeiten aus aller Welt wird dieses Krönchen einen besonderen Platz bekommen.
Auf der Plaza Constitutión saßen an zwei Plätzen mehrere Frauen zusammen, die ihre selbstgestrickt es Jacken, Pullover, Mützen und Schals verkauften. Sehr schön, nicht teuer, aber wir als Hamburger brauchen bei 25 Grad Celsius keinen Pullover, eher ein T-Shirt.
Am Malecon, der schön gestalteten Promenade am Meer spazierten wir noch ein paar Minuten, bis sich die Gruppe trennte und jeder La Paz auf eigene Faust genauer erkundete. Martin und ich hatten ein wenig Hunger und wir fanden ein nettes Lokal, das unter einem Strohdach gegrillte Hähnchen mit allerlei Beilagen wie Salat, Gemüse, Pommes Frites, Kartoffelbrei oder Reis servierte. Der Ober erkundete sich danach, ob wir Amerikaner wären. Als wir ihm erklärten, dass wir aus Hamburg seien, überschlug er sich vor Freundlichkeit.
La Paz ist eine nette und geschäftige Stadt. Patrick erzählte uns, dass hier mehr als überall in Mexiko verdient wird, nämlich 28 Dollar am Tag.
Mit diesen Eindrücken von La Paz sind wir dann mit dem Taxi zurück zu unserem Wohnmobil gefahren, teuerer als der Bus, aber mit 180 Pesos für uns immer noch ein Schnapper. Der Zusammenhang von Verdienst, Preisen und Zufriedenheit hier im Vergleich zu Deutschland oder der Schweiz war dann auch ein ergiebiges Gesprächsthema in der Reisegruppe.